- Erstauswertung der österreichischen Leistungsbilanz im Jahr 2003 zeigt ausgeglichenes Ergebnis
- Rückläufiger Überschuss in der Güter- und Dienstleistungsbilanz
- Ausländische Direktinvestitionen in Österreich nehmen zu
- Käufe von ausländischen Wertpapieren stark rückläufig – Wertpapierkäufe des Auslands leicht gestiegen
Das vorliegende Ergebnis beruht auf einer aktuellen, jedoch nur grob gegliederten Statistik, die im Wesentlichen Zahlungsströme als Datengrundlage hat. Eine detaillierte Analyse der Zahlungsbilanz 2003, die mittels eines exakteren Berechnungsmodells auf Transaktionsbasis erfolgt, wird im Rahmen der Zahlungsbilanz-Pressekonferenz am 20. April 2004 vorgestellt werden. Es ist dabei – wie schon in den Vorjahren – mit gewissen Abweichungen vom hier vorliegenden Ergebnis zu rechnen.
Ausschlaggebend für die Drehung des Leistungsbilanzsaldos war der gegenüber dem Jahr 2002 rückläufige Überschuss der Teilbilanz Waren- und Dienstleistungszahlungen (1,59 Mrd. Euro), der durch steigende Importzahlungen (+2%) und stagnierende Exporterlöse hervorgerufen wurde. Mit 2,0 Mrd. Euro verzeichnete die Reiseverkehrsbilanz als wichtigste Dienstleistungskomponente – wie im gesamten Jahresverlauf – einen stabilen Überschuss.
Das Defizit der Einkommensbilanz in Höhe von 0,98 Mrd. Euro war geringfügig höher als im Vergleichszeitraum 2002 (0,80 Mrd. Euro). Während die Einkommen aus Direktinvestitionen (-0,34 Mrd. Euro) und aus Portfolioinvestitionen (-2,39 Mrd. Euro) Defizite aufwiesen, schlossen die Einkommen aus Sonstigem – insbesondere aus grenzüberschreitenden Krediten und Einlagen – mit einem Überschuss (+1,17 Mrd. Euro).
Unverändert war das Defizit der Laufenden Transfers in Höhe von (-1,59 Mrd. Euro). Die Bilanz der Vermögensübertragungen wies mit -0,31 Mrd. Euro ein etwas geringeres Defizit auf als im Vergleichszeitraum.
Nach ersten Berechnungen zeigte die Kapitalbilanz im Zeitraum Jänner bis Dezember 2003 Nettokapitalzuflüsse im Bereich Portfolioinvestitionen und Nettokapitalabflüsse in den Teilbilanzen Direktinvestitionen, Sonstige Investitionen und Finanzderivate.
Österreichs Direktinvestitionen im Ausland lagen im Jahr 2003 mit 4,85 Mrd. Euro etwas unterhalb des Vergleichswerts 2002 (5,18 Mrd. Euro). Kontinuierlich höher als im Referenzzeitraum war im gesamten Jahresverlauf 2003 das Investitionsvolumen ausländischer Direktinvestoren in Österreich, das im Zeitraum Jänner bis Dezember 2003 3,53 Mrd. Euro betrug (gegenüber 0,11 Mrd. Euro im Jahr 2002).
Die Gesamtheit grenzüberschreitender Portfolioinvestitionen drehte gegenüber 2002 von einem Nettokapitalexport (6,16 Mrd. Euro) in einen Nettokapitalimport in Höhe von 5,40 Mrd. Euro. Mit einem Kapitalabfluss im Ausmaß von 15,2 Mrd. Euro waren Österreichs Wertpapierveranlagungen im Ausland im Berichtszeitraum deutlich rückläufig, wobei der Rückgang festverzinsliche Wertpapiere und Anteilsscheine mit je 40% ihres Volumens gleichermaßen betraf. Die stärkste Veränderung zeigte sich bei den Geschäften mit Geldmarktpapieren: 2003 wurden diese Titel verkauft oder von den Emittenten getilgt (Kapitalzufluss von 3,45 Mrd. Euro), während dieses Veranlagungsinstrument im Vergleichszeitraum von inländischen Investoren verstärkt nachgefragt worden war (Kapitalabfluss von 4,14 Mrd. Euro). Im Gegensatz zur Veranlagungsseite erhöhte sich der Absatz österreichischer Wertpapiere an ausländische Investoren geringfügig auf 20,6 Mrd. Euro.
Die Teilbilanz der Sonstigen Investitionen wies mit einem Kapitalexport von 3,72 Mrd. Euro ebenfalls eine Saldendrehung auf (Vergleichszeitraum: Kapitalimport von 6,47 Mrd. Euro).
Die offiziellen Währungsreserven verringerten sich transaktionsbedingt um 1,80 Mrd. Euro.
Tabelle – Zahlungsbilanzdaten für Jänner bis Dezember 2003