Presseaussendung


Leistungsbilanz im Jänner mit geringem Defizit

Österreichische Zahlungsbilanz im Jänner 2005 auf Basis von Zahlungsströmen

Wien, 18. 3. 2005


Österreichs Leistungsbilanz zeigte im Jänner 2005 ein geringes Defizit in Höhe von 0,6 Mrd EUR. Während die Güter- und Dienstleistungsbilanz per Saldo unverändert blieb, ergaben grenzüberschreitende Einkommen und Laufende Transfers etwas höhere Abgänge als im Vergleichsmonat 2004. Das grenzüberschreitende Wertpapiergeschäft wurde maßgeblich durch das Liquiditätsmanagement des Bundes bestimmt.

Die österreichische Leistungsbilanz schloss im Jänner 2005 mit ‑0,6 Mrd EUR, nach ‑0,3 Mrd EUR im selben Monat des Vorjahres. Die Waren‑ und Dienstleistungsbilanz blieb per Saldo mit einem Überschuss von 0,7 Mrd EUR unverändert. Die entsprechenden Exporte Österreichs lagen im Berichtszeitraum mit 9,2 Mrd EUR um rund 7% über dem Vergleichswert 2004, für Importe wurden 8,5 Mrd EUR aufgewendet (+6%).

Die Einkommensbilanz  zeigte mit netto 1,2 Mrd EUR etwas höhere Einkommensabflüsse als im Vergleichsmonat 2004 (‑1,0 Mrd EUR). Wie in den vergangenen Monaten ergaben Nettoeinkommen aus grenzüberschreitenden Wertpapierinvestitionen mit ‑1,2 Mrd EUR etwas höhere Defizite als im entsprechenden Vergleichszeitraum (‑1,1 Mrd EUR). Passiviert haben sich auch Nettoeinkommen aus Sonstigen Investitionen (insbesondere Kredite und Einlagen) mit ‑0,1 Mrd EUR. Die Bilanz der Laufenden Transfers verzeichnete einen Abgang in Höhe von 0,1 Mrd EUR (Jänner 2004: ±0 Mrd EUR). 

Die Kapitalbilanz wies im Jänner 2005 Nettokapitalabflüsse aus Direktinvestitionen und Finanzderivaten sowie Nettokapitalzuflüsse aus Portfolioinvestitionen und Sonstigen Investitionen auf.

Der zuletzt erkennbare Trend zu höheren Bruttoinvestitionen und gleichzeitig höheren Beteiligungsauflösungen bei österreichischen Direktinvestitionen setzte sich im Jänner 2005 nicht fort: Sowohl Neuinvestitionen in Höhe von 0,3 Mrd EUR als auch Desinvestitionen mit 0,1 Mrd EUR zeigten sich deutlich verhaltener als in den vergangenen Monaten. Stabil verlief hingegen das Engagement ausländischer Direktinvestoren in Österreich, die im Jänner 2005 brutto 0,4 Mrd EUR veranlagten. Infolge von gestiegenen Beteiligungsauflösungen lag das Nettovolumen mit 0,1 Mrd EUR jedoch unter den zuletzt beobachteten Werten.

Der massive Anstieg grenzüberschreitender Portfolioinvestitionen im Jänner 2005 wurde maßgeblich durch die Veranlagungstätigkeit des Bundes bestimmt, der den Großteil der aus mehreren Anleiheemissionen erlösten Liquidität in kurzfristige Geldmarktpapiere investierte. Insgesamt erwarben österreichische Anleger ausländische Wertpapiere im Ausmaß von 6,6 Mrd EUR (Jänner 2004: 2,3 Mrd EUR), wovon rund die Hälfte auf Geldmarktpapiere entfiel. Lebhaft entwickelte sich im Berichtszeitraum das Interesse an ausländischen Anteilsscheinen, die im Gegenwert von 0,4 Mrd EUR gekauft wurden. Auch der Nettoabsatz österreichischer Wertpapiere im Ausland in Höhe von 6,6 Mrd EUR war wesentlich durch die Anleiheemission des Bundes beeinflusst, deren Volumen drei Viertel der gesamten Verkäufe ausmachte; im Vergleichsmonat 2004 waren Wertpapiere in Höhe von insgesamt 2,6 Mrd EUR im Ausland abgesetzt worden.

Die Teilbilanz der Sonstigen Investitionen, die insbesondere das grenzüberschreitende Geschäft mit Krediten und Einlagen umfasst, wies Nettokapitalimporte in Höhe von 1,8 Mrd EUR auf, nachdem im Vergleichszeitraum 0,8 Mrd EUR abgeflossen waren.

Die offiziellen Währungsreserven blieben im Jänner 2005 unverändert.

Aktuelle Daten zur Zahlungsbilanz finden Sie hier.


Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

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