Presseaussendung


Österreichs Unternehmen attraktiv für ausländisches Kapital

Österreichische Zahlungsbilanz von Jänner bis Juli 2005 auf Basis von Zahlungsströmen

Wien, 16. 9. 2005


Strategische Beteiligungen an österreichischen Unternehmen liegen verstärkt in der Gunst ausländischer Kapitalgeber: Deutlich höhere Neuveranlagungen und geringere Beteiligungsauflösungen führten heimischen Gesellschaften per Saldo 3,5 Mrd EUR zu. Infolge geringerer Desinvestitionen lag auch die Nettoveranlagung inländischer Direktinvestoren im Ausland höher als zuletzt.

 

Das Interesse ausländischer Direktinvestoren an österreichischen Unternehmen zeigte sich im Zeitraum Jänner bis Juli 2005 lebhaft: Mit 4,2 Mrd Euro haben sich die Neuveranlagungen brutto gegenüber dem Vergleichszeitraum 2004 (1,9 Mrd EUR) mehr als verdoppelt. Allein im Juli 2005 lag der Kapitalzufluss aus ausländischen Direktinvestitionen brutto bei einer Milliarde Euro. Gleichzeitig halbierten sich in den ersten sieben Monaten 2005 die Beteiligungsauflösungen in Österreich auf 0,7 Mrd EUR, woraus per Saldo ein Kapitalzufluss von 3,5 Mrd EUR resultierte. Das steigende Interesse an strategischen Unternehmensbeteiligungen in Österreich dürfte auch mit den neuen steuerlichen Rahmenbedingungen für Kapitalgesellschaften in Zusammenhang stehen. Die höhere Nettoveranlagung heimischer Direktinvestoren im Ausland in Höhe von 2,8 Mrd EUR ist auf die um 70% geringeren Beteiligungsauflösungen von 0,8 Mrd EUR zurückzuführen.

 

Anhaltend dynamisch präsentierten sich auch grenzüberschreitende Wertpapierveranlagungen, die aktivseitig auf 35,0 Mrd EUR (nach 22,1 Mrd EUR) und passivseitig auf 26,2 Mrd EUR (nach 22,2 Mrd EUR) gestiegen sind. Bemerkenswert war dabei das Engagement österreichischer Investoren – hauptsächlich des Bundes ‑ in ausländische Geldmarktpapiere, das sich im Berichtszeitraum 2005 auf 11,7 Mrd EUR verdoppelte. Die Nachfrage nach langfristigen Rentenpapieren ausländischer Emittenten lag mit 20,4 Mrd EUR (nach 14,0 Mrd EUR) ebenfalls höher. Erneut reüssieren konnten österreichische Anteilsscheine im Ausland, deren Absatz im Juli 2005 mit 0,5 Mrd EUR dem überdurchschnittlich hohen Niveau des Vergleichsmonats 2004 entsprach. Im gesamten Berichtszeitraum 2005 wurden Aktien und Investmentzertifikate im Ausmaß von 3,6 Mrd EUR (nach 2,5 Mrd EUR) an das Ausland verkauft.

 

Die Teilbilanz der Sonstigen Investitionen, die insbesondere das grenzüberschreitende Geschäft mit Krediten und Einlagen umfasst, wies Nettokapitalimporte in Höhe von 7,0 Mrd EUR auf (Vergleichszeitraum 2004: 0,5 Mrd EUR).

 

Die offiziellen Währungsreserven nahmen transaktionsbedingt um 0,4 Mrd EUR ab.

 

Die österreichische Leistungsbilanz zeigte im Zeitraum Jänner bis Juli 2005 ein Defizit in Höhe von 0,1 Mrd EUR (Jänner bis Juli 2004: ‑0,7 Mrd EUR). Ein merkbar höheres Plus im grenzüberschreitenden Waren‑ und Dienstleistungsverkehr  von 3,0 Mrd EUR (nach 1,9 Mrd EUR), das maßgeblich durch die positive Entwicklung des   Reiseverkehrs  bestimmt wurde, gab dabei den Ausschlag. 

 

Das etwas geringere Defizit aus laufenden Transfers, das von 1,5 Mrd EUR im Vergleichszeitraum 2004 auf 1,3 Mrd EUR sank, hatte ebenfalls günstigen Einfluss auf den Leistungsbilanzsaldo. 

 

Passiviert hat sich in den ersten sieben Monaten 2005 die Einkommensbilanz, die einen Abgang von 1,8 Mrd EUR verzeichnete (nach ‑1,0 Mrd EUR). Nettoerträge aus Unternehmensbeteiligungen, die nach einem ausgeglichenen Ergebnis im Vergleichszeitraum 2004 nun ein Defizit von ‑0,5 Mrd EUR zeigten, waren in erster Linie für diese Entwicklung bestimmend.

 

 

Aktuelle Daten zur Zahlungsbilanz finden Sie hier.

 

 


Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

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