Presseaussendung


Österreichs Wertpapierinvestoren weiter in Kauflaune

Zahlungsbilanz von Jänner bis August 2005 auf Basis von Zahlungsströmen

Wien, 20. 10. 2005


Mit mehr als 36 Mrd EUR wurde nach vorläufigen Berechnungen in den ersten acht Monaten 2005 bereits deutlich mehr in ausländische Wertpapiere veranlagt als im gesamten Jahr 2004. Selbst der Rekordwert des Jahres 2000, das den höchsten je gemessenen Kapitalabfluss aus Wertpapieren verzeichnete, wurde bereits übertroffen. Im August 2005 konnten vor allem langfristige Rentenpapiere und Anteilsscheine zulegen.

 

Österreichs Wertpapierinvestitionen im Ausland erreichten im Zeitraum Jänner bis August 2005 ein Volumen von 36,1 Mrd EUR (Vergleichszeitraum 2004: 23,9 Mrd EUR). Damit zeichnet sich eine Rückkehr zum langfristigen Trend ab, der einen massiven Anstieg grenzüberschreitender Wertpapierkäufe zeichnet und nur durch die Folgen der im Jahr 2000 einsetzenden globalen Börsenkrise unterbrochen worden war. Portfolioinvestitionen entwickelten sich für die österreichische Finanzwirtschaft seit dem EU-Beitritt 1995 zur Triebfeder der Internationalisierung, die im Jahr 2000 mit aktivseitigen Veranlagungen von fast 30 Mrd EUR ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Langfristige Rentenpapiere lagen 2005 mit 21,9 Mrd EUR um mehr als 40% über dem Vergleichswert 2004. Gleichzeitig nahm das Interesse an ausländischen Anteilsscheinen, die im Gegenwert von 3,3 Mrd EUR gekauft wurden (nach 2,3 Mrd EUR), spürbar zu. Geldmarktpapiere, die im bisherigen Jahresverlauf ebenfalls überdurchschnittlich gefragt waren, verloren im August an Bedeutung. Bei diesem volatilen Instrument handelt es sich um kurzfristiges Zwischenparken von Kapital.

 

Mit 26,8 Mrd EUR lagen auch ausländische Wertpapierinvestitionen in Österreich etwas höher als zuletzt (23,9 Mrd EUR). Bemerkenswert war vor allem der Erwerb von Anteilsscheinen, der mit 4,2 Mrd EUR um die Hälfte über dem Vergleichswert 2004 lag. Die gute Performance des ATX in den ersten acht Monaten des Jahres 2005 wurde weiterhin in hohem Ausmaß durch ausländische Anleger bestimmt. Festverzinsliche Wertpapiere ließen hingegen mit 22,6 Mrd EUR (nach 21,2 Mrd EUR) nur vergleichsweise geringe Zuwächse erkennen.

 

Der gestiegene Nettokapitalexport aufgrund heimischer Unternehmensbeteiligungen im Ausland von 3,0 Mrd EUR (nach 1,1 Mrd EUR) reflektiert vor allem rückläufige Desinvestitionen, während das neu veranlagte Kapital mit 3,9 Mrd EUR etwas unter dem Vergleichswert 2004 (4,2 Mrd EUR) lag. Gefragt waren dagegen heimische Unternehmen für ausländische Anleger, die ihr Engagement auf brutto 4,1 Mrd EUR verdoppelten. Bei gleichzeitig geringeren Unternehmensauflösungen von 1,2 Mrd EUR (nach 1,4 Mrd EUR) flossen per Saldo 3,0 Mrd EUR (nach 0,6 Mrd EUR) aus ausländischen Direktinvestitionen zu.

 

Das vorläufige Leistungsbilanzergebnis zeigte sich in den ersten acht Monaten 2005 nahezu ausgeglichen.

 

Aktuelle Daten zur Zahlungsbilanz finden Sie hier.


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