Das Engagement österreichischer Investoren hinsichtlich strategischer Firmenbeteiligungen im Ausland entwickelt sich weiterhin erfreulich. Von Jänner bis April 2006 wurde nach vorläufigen Berechnungen mit etwas mehr als 2 Mrd EUR netto um knapp eine halbe Mrd EUR mehr investiert als ein Jahr davor. Gleichzeitig zog auch Österreich Kapital an: Ausländische Anleger brachten mit rund 1½ Mrd EUR netto ebenfalls etwas mehr in inländische Unternehmen ein.
Auch nach den aktuellsten Ergebnissen – Jänner bis April 2006 – verblieben die Kapitaltransaktionen im Zusammenhang mit Direktinvestitionen auf hohem Niveau. Nach vorläufigen Berechnungen führten die Neuveranlagungen der Österreicher im Ausland zu einem Nettokapitalexport von etwas mehr als 2 Mrd EUR (nach etwas mehr als 1½ Mrd EUR in der Vergleichsperiode 2005). Diese Investitionen sind das Resultat breit gefächerter Aktivitäten. Ebenso behielt Österreich seine Attraktivität als Standort: Der entsprechende Wert für ausländische Neuinvestitionen in Unternehmen in Österreich übertraf mit über 1½ Mrd EUR um mehr als eine halbe Milliarde das Vorjahresergebnis.
Im Bereich der grenzüberschreitenden Portfolioinvestitionen bestätigten die neuesten Daten im Wesentlichen die Entwicklung im laufenden Jahr: Nach vorläufigen Berechnungen veranlagten Österreicher wiederum in hohem Ausmaß in ausländische Wertpapiere; damit lag der Kapitalexport in den ersten vier Monaten 2006 mit knapp 25 Mrd EUR um rund 3½ Mrd EUR über dem Vergleichswert für 2005. Das Kaufinteresse konzentrierte sich mit mehr als der Hälfte der Nettokäufe auf langfristige Schuldverschreibungen. Nettokapitalimporte resultierend aus dem Absatz inländischer Wertpapiere an das Ausland wurden im Ausmaß von fast 20½ Mrd EUR registriert. Für ausländische Investoren scheinen vor allem Liquiditätsüberlegungen wesentlich gewesen zu sein. Nach vorläufigen Ergebnissen prägte in der Periode Jänner bis April 2006 der Auslandsabsatz von Geldmarktpapieren im Ausmaß von mehr als 7 Mrd EUR die Kapitalaufnahmen. Die Nettoverkäufe von langfristigen Schuldverschreibungen erreichten nur etwas mehr als 8 Mrd EUR, dies steht im Gegensatz zu dem traditionellen Muster, wo die langfristigen Papiere dominierten. Rund 4½ Mrd EUR netto und damit rund ein Fünftel der gesamten Wertpapierverkäufe an das Ausland gingen auf Aktien und Investmentzertifikate zurück.
Die Sonstigen Investitionen, die insbesondere das grenzüberschreitende Kredit- und Einlagengeschäft beinhalten, schlossen im Wesentlichen ausgeglichen, ähnlich wie in der Vergleichsperiode. Wie gewohnt war dieses Segment von den Aktivitäten des Bankensektors bestimmt.
Die offiziellen Währungsreserven nahmen transaktionsbedingt um eine halbe Mrd EUR zu.
Die vorläufigen Berechnungen für das Leistungsbilanzergebnis der Periode Jänner bis April 2006 zeigen mit rund 1½ Mrd EUR ein ähnlich hohes Aktivum wie in der Vergleichsperiode 2005.