Inländische Anleger schätzen derzeit die Flexibilität kurzer Bindungsfristen: Mit 15,5 Mrd EUR legte die Nachfrage nach ausländischen Geldmarktpapieren in den ersten sieben Monaten 2007 deutlich zu, während langfristige Titel spürbare Rückgänge erkennen ließen. Dieses Anlageverhalten reflektiert einerseits das Liquiditätsmanagement des Bundes, andererseits ließ der anhaltende Zinsanstieg langfristige Veranlagungen vergleichsweise unattraktiv erscheinen.
Nach vorläufigen Berechnungen kauften österreichische Investoren im Zeitraum Jänner bis Juli 2007 ausländische Wertpapiere im Ausmaß von insgesamt rund 30 Mrd EUR (Vergleichszeitraum 2006: 24 Mrd EUR). Auffällig zeigte sich der hohe Anteil an Geldmarktpapieren, die mit 15,5 Mrd EUR sogar das Volumen langfristiger Titel deutlich übertrafen. Im Vergleichszeitraum 2006 waren Kurzläufer lediglich im Umfang von rund 6 Mrd EUR gekauft worden. Dieses Anlageverhalten reflektiert vor allem das Liquiditätsmanagement des Bundes, der regelmäßigen Bedarf an kurzfristigen Veranlagungen zeigt. Gleichzeitig ließ während der ersten sieben Monate 2007 der – von den Investoren antizipierte ‑ internationale Zinsanstieg Papiere mit langen Bindungsfristen vergleichsweise unattraktiv erscheinen: Mit 11,4 Mrd EUR fiel der Erwerb von langfristigen Rentenwerten deutlich schwächer aus als im Vergleichszeitraum 2006 (14,3 Mrd EUR).
Österreichische Wertpapiere wurden im Ausmaß von 45 Mrd EUR an das Ausland abgesetzt (nach 25,0 Mrd EUR). Verhalten war in den ersten sieben Monaten 2007 die grenzüberschreitende Veranlagungstätigkeit im Segment der Anteilscheine: Der Absatz inländischer Aktien und Investmentzertifikate zeigte sich – ausgehend von einem außergewöhnlich hohen Niveau an Börsegängen und Kapitalerhöhungen ‑ mit 1,9 Mrd EUR rückläufig. Stagniert hat auch die Nachfrage österreichischer Anleger nach ausländischen Anteilscheinen, die im Gegenwert von 3,1 Mrd EUR erworben wurden (nach 3,3 Mrd EUR).
Zugelegt hat im Zeitraum Jänner bis Juli 2007 das Engagement der heimischen Banken im ausländischen Kredit- und Einlagengeschäft: Veranlagungen von 32,7 Mrd EUR bedeuten gegenüber dem Vergleichszeitraum 2006 ein Plus von 76%. Auch hier war die Präferenz für kurze Bindungsfristen bemerkbar. Der Forderungsabbau der Sonstigen Sektoren (Unternehmen, Private Haushalte, Pensionskassen, Investmentfonds und Versicherungsgesellschaften) von 10,3 Mrd EUR geht auf Mittelumschichtungen im Zusammenhang mit internationalen Finanzierungen zurück.
Österreichische Unternehmensbeteiligungen im Ausland erreichten in den ersten sieben Monaten 2007 netto 14,3 Mrd EUR, umgekehrt belief sich der Kapitalzufluss nach Österreich netto auf 11,3 Mrd EUR.
Die offiziellen Währungsreserven wurden transaktionsbedingt um 0,3 Mrd EUR erhöht. Die Leistungsbilanz ergab nach vorläufigen Schätzungen einen Überschuss von rund 8 Mrd EUR.