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Wer dominiert Österreichs Handel mit Dienstleistungen?

Erste Ergebnisse einer Firmenanalyse der OeNB

Mag. Dr. Aurel Schubert
Wien, 15. 6. 2009

Es gilt das gesprochene Wort.


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte Sie im Rahmen des Pressegesprächs zur Publikation eines neuen Statistischen Sonderhefts mit dem Thema „Handel mit Dienstleistungen“ herzlich begrüßen!



Österreich erwirtschaftet Überschüsse aus der realen Außenwirtschaft

  • Zahlungsbilanzpressekonferenz am 30. April 2009: neuerlich ein erfolgreiches Jahr für die österreichische Außenwirtschaft.

  • Leistungsbilanzüberschuss von  knapp 10 Mrd EUR oder 3,5 % des BIP, trotz ersten Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise.

    • Deutlicher Aufwärtstrend der österreichischen Außenwirtschaft seit rund einem Jahrzehnt

    • positiver Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung in Österreich

    • heimische Volkswirtschaft nicht auf Finanzierung aus dem Ausland angewiesen.



Österreich profiliert sich als Dienstleistungsexporteur

  • Zusammensetzung des Leistungsbilanzergebnisses zeigt: der wesentliche Beitrag zum außenwirtschaftlichen Erfolg stammt aus dem Handel mit Dienstleistungen.

  • Hohe Einnahmen aus dem Tourismus, aber darüber hinaus dynamische Entwicklung von Einnahmen aus dem breiten Spektrum unternehmensnaher Dienstleistungen.

  • Fazit: Österreich ist kein reines Reiseverkehrsland mehr, sondern stellt ein modernes Dienstleistungsangebot zur Verfügung.

  • Laut Welthandelsorganisation belegte Österreich im Jahr 2007 den 23. Rang unter den führenden Exportnationen im Güterhandel; im Dienstleistungshandel Platz 21.



Österreichs Dienstleistungsangebot ist zunehmend innovativ

  • Einnahmen Österreichs aus unternehmensnahen Dienstleistungen wachsen im Durchschnitt mit 10% p.a., mehr als doppelt so schnell wie Einnahmen aus dem Reiseverkehr.

  • Weiterhin dominiert das traditionelle Dienstleistungsangebot, insbesondere der Transport.

  • Die außenwirtschaftliche Dynamik kommt aus den innovativen Leistungsarten, wie Architektur und Technik, EDV und Information, Forschung und Entwicklung.

    • Neben dem Flugverkehr erwirtschaften Architektur- und Ingenieursbüros rund die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

    • Hier hat Österreich Wettbewerbsvorteile, d. h. ausländische Anbieter konnten im Inland weniger Fuß fassen als umgekehrt heimische Anbieter im Ausland.

  • Exportquote im Dienstleistungssektor:  nur 12%.



Österreichische Dienstleistungsbilanz im Jahr 2008 
 Credit Debet NettoCredit Debet NettoCredit Debet
in Mio EURVeränderung zum Vorjahr
in Mio EURin %
 
Transport9.1019.283−182348537−1894%6%
Kommunikation1.197921276−18−3214−1%−3%
Bau1.1621.062100158187−2916%21%
Versicherung827713113−129−577448−14%−45%
Finanz−DL1.047497550−37−33−4−3%−6%
EDV− u. Information1.4721.163309121110129%10%
(Einnahmen aus der Nutzung von) Patenten u. Lizenzen5751.075−500261245%0%
Transit u .sonstiger Handel3.3545202.834250701808%16%
Rechts−u.Wirtsch.aftsdienste671611614−261%0%
Werbung u. Marktforschung830845−161937112230%9%
Forschung u. Entwicklung1.4633801.083−7581−157−5%27%
Archit.ektur−, Ingenieurs. u. sonstige techn. DL2.4867771.709453862%5%
Landwirtschaft u.. Bergbau2868−4032114%4%
übrige unternehmensebezogene DL619931−312−12−2−10−2%0%
 DL .zwischen verbundenen Unternehmen, a.n..g.1.8011.56523611211037%8%
Persönliche DL, Kultur, Erholung211632−4212536−1114%6%
Regierungs−DL., a.n.g.4488736113−2153%−3%
 27.29221.1316.1611.0275974304%3%
 
         

  • Nach dem Wandel hin zur Dienstleistungswirtschaft in Österreich rückt der grenzüberschreitende Handel mit Dienstleistungen zunehmend in den Fokus des wirtschaftspolitischen Interesses.

    • Wer ist im Export von Dienstleistungen etabliert?

    • Wie hängt der Dienstleistungshandel mit der Globalisierung zusammen, mit der Organisation der Produktion im Rahmen weltweit agierender Konzerne?

    • Wie hängt der Dienstleistungshandel mit der Unternehmensgröße zusammen?

  • Die OeNB hat den Dienstleistungshandel Österreichs im Detail untersucht.

    • Seit 2006 werden rund 5.000 Unternehmen befragt, die im grenzüberschreitenden Handel mit Dienstleistungen engagiert sind

    • Kenntnis von Außenhandel und Firmenstrukturen – rund 770.000 Beschäftigte, Exporterlöse im Umfang von 20 Mrd EUR, Gesamtumsatz von 250 Mrd EUR.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, Details zu den Untersuchungsergebnissen werden Ihnen nun der für Außenwirtschaftsstatistiken zuständige Abteilungsleiter, Michael Pfeiffer, sowie die beiden Autorinnen des neuen statistischen Sonderhefts, Patricia Walter und Rene Dell`mour  präsentieren. Im Anschluss stehen wir gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.

 

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich bei unserem Kooperationspartner, Statistik Austria für die gute und beispielgebende Zusammenarbeit zu bedanken, ohne die die erfolgreiche Umsetzung des neuen Zahlungsbilanzsystems nicht möglich gewesen wäre. Mein Dank gilt ferner den Interessenvertretungen in Österreich, die uns in der Umsetzung unterstützen, und ganz besonders den österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmern, die durch ihre Mitwirkung an den Befragungen die Qualität der statistischen Ergebnisse maßgeblich mitbestimmen. Es war ein zentrales Anliegen der OeNB, mit der Einführung des neuen Befragungssystems im Jahr 2006 den Wirtschaftstreibenden in Österreich nützliche Informationen auf Basis der Meldungen zur Verfügung zu stellen. Wir hoffen, dass dies mit der vorliegenden Untersuchung über den Handel mit Dienstleistungen gelungen ist und die umfangreichen Ergebnisse der Politik und den wirtschaftlichen Akteuren in Österreich eine wichtige Informationsgrundlage bieten und sie in der Erarbeitung von Exportstrategien und Förderungsmaßnahmen unterstützen können.


Verleger, Herausgeber und Hersteller:

Oesterreichische Nationalbank

Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

Mag. Günther Thonabauer 

Tel.: (+43-1) 404 20-6666

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