Reden und Präsentationen


Österreichs Außenwirtschaft in ruhigerem Fahrwasser

Ergebnisse der Zahlungsbilanz 2009

Univ. Prof. Dr. Ewald Nowotny, Mag. Andreas Ittner, Mag. Dr. Aurel Schubert
Wien, 30. 4. 2010

Es gilt das gesprochene Wort.


„Made in Austria“ bewährt sich auch in Krisenzeiten


Österreichs Leistungsbilanz bleibt positiv

  • Trotz der tiefen Krise der Weltwirtschaft hat Österreich im Jahr 2009 einen Leistungsbilanzüberschuss von 6,3 Mrd EUR oder 2,3 Prozent des BIP erwirtschaftet.

  • Die wichtigsten Stützen der heimischen Außenwirtschaft waren der Reiseverkehr mit einem Einnahmenüberschuss von 6,2 Mrd EUR und die übrigen Dienstleistungen mit einem Überschuss von 5,5 Mrd EUR. „Österreich ist also auch in Krisenzeiten stets eine Reise wert.“

  • Doch der Aufwärtstrend seit Mitte der 1990er Jahre erfuhr eine Unterbrechung.

  • Der Leistungsbilanzüberschuss sank gegenüber dem Spitzenwert im Jahr 2007 um rund 3 Mrd EUR bzw. im Verhältnis zum BIP von 3½% auf 2,3%.

  • Die Handelsströme verringerten sich im Jahresabstand um rund 17% auf 262 Mrd EUR bzw. fielen unter die 100% -Marke zum BIP.

  • Im Vergleich zu Österreich zeigt die Leistungsbilanz des Euroraums stärkere Spuren der weltweiten Rezession: Die Bilanz der 16 Mitgliedsländer vis a vis Drittstaaten kippte 2008 ins Minus (2008:   1,7% des BIP, 2009: – 0,6%), gebremst vom stärkeren Rückgang der Güterimporte gegenüber den Exporten.


Handlungsspielraum auf internationalen Kapitalmärkten bleibt aufrecht


Österreich ist dank Leistungsbilanzüberschuss Kapitalexporteur

  • Österreich bleibt auch 2009 dank des Leistungsbilanzüberschusses Nettokapitalexporteur. Die heimische Volkswirtschaft ist in der Lage, ihre Auslandsverpflichtungen um rund 4 Mrd EUR zu reduzieren.

  • „Bei schlechtem Wetter bleibt man lieber zu Hause.“ Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Kapitalströme aktiv- wie passivseitig massiv eingebrochen und das Ausmaß der finanziellen Verflechtung mit dem Ausland wurde zurückgenommen, heimische Märkte wurden aus Vorsichtsgründen bevorzugt.

  • Die Krise hat das Erscheinungsbild des Kapitalexports massiv beeinflusst: Wertpapiere, die 2008 noch einen Nettozufluss aus dem Ausland von rund 27 Mrd EUR zeigten, drehten erstmals seit 2005 wieder in einen Kapitalexport von knapp 7 Mrd EUR. Dies resultiert vor allem aus einer deutlich zurückgenommenen kurzfristigen Finanzierung der Banken und des öffentlichen Sektors im Ausland.

  • Gleichzeitig ging der Nettokapitalabfluss aus grenzüberschreitenden Krediten und Einlagen gegenüber 2008 massiv zurück. Hauptverantwortlich hierfür zeichneten Österreichs Banken, die aus diesem Titel 2008 noch fast 30 Mrd EUR im Ausland veranlagt hatten, 2009 jedoch Kapital im Ausmaß von mehr als 20 Mrd EUR zurückholten.


Dienstleistungen halten Außenwirtschaft über Wasser


Der Verlauf der Kirse I – Entwicklung der Exporte
Der Verlauf der Krise I – Entwicklung der Importe

  • Der Außenhandel war der Stimulus der heimischen Konjunkturentwicklung in den vergangenen Jahren.

  • 2009 erfuhren die Güterexporte einen Rückgang um 20%, der seit dem Zweiten Weltkrieg einmalig ist und mitbestimmend war für die schrumpfende Wirtschaftsleistung in Österreich (– 1,8% nominell, – 3,6% real).

  • Die Abschwächung begann bereits 2007, im Schlussquartal 2008 waren die Exporteinnahmen erstmals rückläufig.

  • Die Talsohle wurde im zweiten Quartal 2009 durchschritten, seitdem erholen sich die Handelsströme zügig, ein positiver Wachstumspfad wurde jedoch noch nicht wieder erreicht.

  • Der Export unternehmensbezogener Dienstleistungen zeigte sich krisenresistenter (  12%).

  • Der Reiseverkehr erwies sich als Stütze der österreichischen Außenwirtschaft (  5%).


Österreichs wichtigste Absatzmärkte im Sog der Krise


Rangfolge der Exportdestinationen im Güterhandel

  • Seit Beginn der Ostöffnung hat Österreichs Industrie Absatzchancen in Zentral , Ost- und Südosteuropa erfolgreich genutzt und den Warenexport dorthin ausgerichtet; Deutschland bleibt jedoch wichtigster Handelspartner, gefolgt von Italien und der Schweiz.

  • 2008 wurde der Abschwung im Güterexport durch die Nachfrage aus diesen Ländern abgefedert.

  • 2009 gerieten die Staaten Zentral-, Ost- und Südosteuropas in den Sog der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die nachholende Entwicklung wurde unterbrochen, was auf den österreichischen Export durchschlug.

  • Der Handel mit China stellte 2009 die positive Ausnahme vom allgemeinen Nachfrageabschwung dar (+8%). Seit Mitte der 1990er Jahre kletterte die asiatische Wirtschaftsmacht von Rang 20 der wichtigsten Exportdestinationen Österreichs auf Rang 11. Mit 2,2% ist der Anteil jedoch gering.

  • Der Anteil aller vier sogenannten BRICs (Brasilien, Russland, Indien, China)   die größten aufstrebenden Volkswirtschaften   an Österreichs Warenexporten verdoppelte sich seit 1995 auf 6%.


Raues Klima für Maschinen- und Fahrzeugexporteure


Der Verlauf der Krise II – Entwicklung des Exports nach Warenkategorien

  • Die stärksten Rückgänge waren beim österreichischen Exportschlager, Maschinen und Fahrzeuge, zu verbuchen sowie bei bearbeiteten Waren, insbesondere Eisen, Stahl und Metallwaren  als Vorleistungen für die Industrie.

  • Einbußen bei Lebensmitteln und konsumnahen Fertigwaren fielen vergleichsweise moderat aus. Exportgewinne gab es für die medizinisch-pharmazeutische Industrie.


Deutschland rettet Dienstleistungsexporte, andere Märkte holen auf


Rangfolge der Exportdestinationen im Dienstleistungshandel

  • Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Export unternehmensbezogener Dienstleistungen dynamisch gewachsen, bis zum Beginn der Krise im Durchschnitt um 10% p.a. Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise konnte sich der Export von Dienstleistungen besser behaupten als der Güterexport.

  • 2008 ist die Nachfrage aus den EU- und Nachbarstaaten Tschechien, Ungarn und Polen weiter dynamisch gewachsen, ebenso aus Drittstaaten – neben der Schweiz auch aus Russland, Südamerika, den asiatischen Tigerstaaten und den Golfstaaten.

  • 2009 sah sich Österreich mit einem weltweiten Nachfragerückgang konfrontiert, aber   im Vergleich zum Güterhandel – wirkten stabilere Einnahmen aus dem wichtigsten Handelspartnerland Deutschland als Puffer.

  • Wie bei den Gütern entwickelte sich auch im Dienstleistungsverkehr die Nachfrage aus China 2009 weiter positiv und hat damit im Vergleich zu Russland, dem dominierenden Zielland unter den sogenannten BRIC-Staaten, aus dem die Einnahmen eingebrochen sind, an Bedeutung gewonnen.


Innovation flankiert Tradition


Der Verlauf der Krise III – Entwicklung des Exports nach Dienstleistungsarten

  • Das Angebot traditioneller Dienstleistungsarten, allen voran der Transport, hat im österreichischen Dienstleistungsverkehr die größte Bedeutung. 2009 sind die Transporteinnahmen im Gleichschritt mit dem Güterhandel um 17% eingebrochen. Auch die Bauaufträge im Ausland waren stark rückläufig (  15%).

  • Die Finanzdienstleistungen, die bis zum Ausbruch der Krise dynamisch gewachsen waren, haben erwartungsgemäß den stärksten Einbruch erfahren (  29%).

  • Deutlich schwächer war der Rückgang bei technisch-innovativen Dienstleistungen (Architektur- und Ingenieurs-, EDV-und Informations-, Kommunikationsleistungen sowie Leistungen der Forschung und Entwicklung;   6%).

  • Ebenfalls nur leicht rückläufig waren die wissensbasierten Dienstleistungen (Rechts- und Wirtschaftsdienste, Werbung, Marktforschung,  kulturelle DL;   7%).




Österreich ist stets eine Reise wert


Einnahmen und Ausgaben im Reiseverkehr

  • Nach Angaben der Welttourismusorganisation brachte das Jahr 2009 den stärksten Einbruch des internationalen (grenzüberschreitenden) Tourismus seit 50 Jahren. Die Zahl der Ankünfte sank von 920 auf 880 Millionen (-4,3%).

  • Mit einem Minus von „nur“ 2,7% bei den Ankünften ausländischer Gäste (21,3 Mio) hat sich die österreichische Tourismuswirtschaft relativ gut behauptet und Marktanteile gewonnen.

  • Die Anzahl der Ausländernächtigungen sank um 3,3% (auf knapp 90 Mio), die Einnahmen gingen etwas stärker, um 5,2% auf 13,9 Mrd EUR zurück. Hoteliers reagierten mit Preisnachlässen auf die Suche der knapp kalkulierenden Gäste nach günstigen Angeboten.

  • Die Reiseverkehrsausgaben der Österreicher im Ausland beliefen sich auf 7,7 Mrd EUR und waren damit annähernd gleich hoch wie im Jahr davor.

  • Der Überschuss des Jahres 2009 betrug somit 6,2 Mrd EUR; das sind zwar 800 Mio EUR weniger als 2008, der Reiseverkehr ist damit jedoch nach wie vor eine wichtige Stütze der österreichischen Leistungsbilanz.


Gäste aus krisengeschüttelten Ländern bleiben aus


Die wichtigsten Herkunfts- und Zielländer im Reiseverkehr

  • Deutsche Gäste dominierten weiterhin mit einem Anteil von mehr als 50% die Nächtigungs- und Einnahmenentwicklung.

  • Auffallend stark waren die prozentuellen Rückgänge bei Gästen aus jenen Ländern, die von der Finanzkrise besonders betroffen waren, wie z. B. Island ( 42%), Irland (-20%) oder Spanien (-13%). Die Anzahl der Nächtigungen von Gästen aus den USA ist 2009 mit 1,1 Mio Nächtigungen auf den niedrigsten Wert seit 1981 gesunken.

  • Die Märkte Zentral-, Ost- und Südosteuropas haben 2009 sehr unterschiedlich abgeschnitten, von weiterhin positiven Wachstumsraten aus Tschechien, der Slowakei und der Ukraine, bis zu Rückgängen und ausgesprochenen Einbrüchen im Falle Ungarns, Rumäniens, Russlands und dem Baltikum.

  • Der wachsende Wohlstand der Bevölkerung im Exportweltmeisterland China spiegelt sich in einem Vorrücken unter den Gästenationen Österreichs vom 31. auf den nunmehr 26. Rang und Einnahmen im Umfang von 42 Mio EUR wider.

  • Die Stagnation der Reiseverkehrsausgaben hat nicht alle Destinationen gleichermaßen betroffen. Den „Verlierern“ Deutschland (-10%), Tschechien und Ungarn standen 2009 angesichts des starken Euro und attraktiven Reiseangeboten die USA, Kroatien und Griechenland als Gewinner gegenüber.


Einkommensbilanz von Krise kaum beeindruckt


Leichte Verbesserung der Einkommensbilanz

  • Die Einkommensbilanz weist für 2009 einen Nettoabfluss von 1,4 Mrd EUR aus; sie hat sich damit gegenüber den Vorjahren nur geringfügig verändert. Auch ihre Zusammensetzung nach Einkommensarten entspricht dem gewohnten Bild. Allerdings sind die dahinterliegenden Bruttoströme entgegen dem langfristigen Trend deutlich geschrumpft.

  • Relativ unbeeinflusst von der Krise zeigen sich Erträge aus der Erwerbstätigkeit von Saisonniers und Grenzgängern mit Einnahmen von 1,6 und Ausgaben von 1,3 Mrd EUR.

  • Der hohe Nettoabfluss aus Portfolioinvestitionen (-4,3 Mrd EUR) reflektiert den Finanzierungsbedarf des Staates, der in der Vergangenheit vorwiegend im Ausland gedeckt worden war.

  • Die Zinserträge aus grenzüberschreitenden Einlagen und Krediten haben 2009 wieder einen positiven Nettoertrag (+1,8 Mrd EUR) erbracht.

  • Einen strukturellen Wandel spiegeln die Einkommen aus Direktinvestitionen wider: Die massiven Unternehmensbeteiligungen Österreichs im Ausland in den vergangenen beiden Dekaden haben die traditionell negative Einkommensbilanz aus Direktinvestitionen ins Plus gedreht.



Hintergrundtabelle 2Vermögenseinkommen Aktiv und Passivin Mrd EUR 
 AktivPassiv
 PortfolioinvestitionenDirektinvestitionenSonstige InvestitionenPortfolioinvestitionenDirektinvestitionenSonstige Investitionen
 
19951.30394.461−3.167−1.547−3.288
19961.5005305.372−3.586−1.399−3.623
19971.9717365.036−4.052−1.741−3.807
19982.2866805.071−4.645−1.733−3.943
19993.2281.1756.546−5.831−2.365−6.012
20004.7731.3875.883−7.363−2.814−5.101
20014.8571.3376.215−8.289−3.065−5.078
20025.5392.7875.284−8.790−3.740−3.313
20035.8743.0934.230−8.665−3.302−2.861
20046.4794.1964.067−9.140−4.032−3.149
20057.5807.0284.679−9.781−7.400−4.213
20068.8718.6455.530−11.103−7.921−5.878
200710.58611.5477.455−13.647−10.051−7.929
200810.2889.3279.606−14.243−8.117−8.852
20098.4297.8177.151−12.716−7.066−5.373
 


Direktinvestitionen lassen Einkommensplus erwarten


Der Dividendenstrom reisst nicht ab

  • 2009 hat Österreich laut bisherigen Schätzungen wiederum per Saldo Einkommen aus Direktinvestitionen bezogen, wenngleich in verringertem Ausmaß. Die an ausländische Investoren gezahlten Dividenden sind drastisch auf die Hälfte oder 2 Mrd EUR zurückgegangen. Die österreichischen Beteiligungen im Ausland dürften ebenfalls weniger, aber immerhin noch 4,8 Mrd EUR an Dividenden abgeliefert haben.

  • Das Jahr 2007, das Jahr vor der Krise und gleichzeitig das letzte, für das bereits endgültige Zahlen vorliegen, hatte für aktive und passive Direktinvestitionen Rekorderträge von 11 ½ bzw. 9 ½ Mrd EUR  erbracht.

  • Interessanterweise dürften Dividendenausschüttungen und Zinserträge aus konzerninternen Krediten im Jahr 2008 weiter angestiegen sein. Nach derzeitiger Informationslage ging dies zulasten der in den Unternehmen belassenen (reinvestierten) Gewinne.


Österreichs Direktinvestitionen folgen globalem Abwärtstrend


Einbruch der Direktinvestitionen

  • Im Einklang mit der weltweiten Entwicklung sind auch in Österreich die Direktinvestitionen (i.e.S. das heißt ohne Grundstücke und ohne „Special Purpose Entities“) geradezu eingebrochen.

  • Der Aufbau österreichischer Direktinvestitionen im Ausland betrug 2009 nur noch 2,7 Mrd EUR, das sind 85% weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Davon entfielen 2,2 Mrd EUR auf den Eigenkapitalerwerb und weitere 2,2 Mrd EUR auf reinvestierte Gewinne, während konzerninterne Kreditforderungen um 1,8 Mrd EUR zurückgefahren wurden.

  • Ausländische Unternehmenseigner investierten 2009 netto 5,1 Mrd EUR in ihre österreichischen Beteiligungen. Diese passiven Direktinvestitionen erfolgten vor allem in Form nicht entnommener Gewinne (+3,0 Mrd EUR) und durch die Gewährung zusätzlicher konzerninterner Kredite (+2,5 Mrd EUR). Beim Eigenkapital kam es 2009 netto sogar zu Desinvestitionen, ein Ergebnis, das seit 1992 erst ein Mal aufgetreten ist.


Zurückhaltung prägt grenzüberschreitenden Wertpapierhandel


Portfolioinvestitionen nach Instrumenten im Zeitverlauf – Aktiv
Portfolioinvestitionen nach Instrumenten im Zeitverlauf – Passiv

  • Der grenzüberschreitende Wertpapierhandel war auch 2009 noch von großer Vorsicht geprägt. Zwar tätigten die Österreicher nach Desinvestitionen 2008 wieder netto Neuinvestitionen in ausländische Wertpapiere im Ausmaß von knapp 3 Mrd EUR, aber die Zahlen lagen deutlich unter den Werten der Jahre vor 2008.

  • Das „Plus“ bei den ausländischen Wertpapieren ist zur Gänze auf den Kauf von Aktien und Investmentzertifikaten (netto 4,4 Mrd EUR) durch institutionelle Anleger zurückzuführen.

  • Inländische Wertpapiere wurden 2009 in Summe erstmals seit Österreichs Zugehörigkeit zur EU von ausländischen Investoren per Saldo verkauft. Zurückzuführen war dies insbesondere auf die stark reduzierte Finanzierung der Banken und des öffentlichen Sektors über ausländische Geldmarktpapiere.

  • Auch österreichische Investmentzertifikate wurden – nun schon das zweite Jahr in Folge – netto verkauft, während inländische Aktien 2009 wieder für internationale Investoren attraktiv waren.


Zusammenfassung

  • Österreich erwirtschaftet 2009 trotz der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise neuerlich einen Leistungsbilanzüberschuss von 6,3 Mrd EUR oder 2,3 Prozent des BIP.

  • Österreich bleibt auch 2009 dank des Leistungsbilanzüberschusses Nettokapitalexporteur. Die heimische Volkswirtschaft ist in der Lage, ihre Auslandsverpflichtungen um 4 Mrd EUR abzubauen.

  • Die Weltwirtschaftskrise hat den Außenhandel mit Gütern mit einem Minus von 20% am stärksten getroffen. Die Talsohle wurde im zweiten Quartal 2009 durchschritten, ein nachhaltiger Wachstumspfad ist jedoch noch nicht wieder erreicht.

  • Der Reiseverkehr und der übrige Handel mit Dienstleistungen, vor allem jener mit technisch-innovativem Charakter, erwiesen sich als krisenresistenter. Sie erbrachten auch 2009 Überschüsse von 6,2 bzw. 5,5 Mrd EUR.

  • „Bei schlechtem Wetter bleibt man lieber zuhause.“ Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Kapitalströme aktiv- wie passivseitig massiv eingebrochen und das Ausmaß der finanziellen Verflechtung mit dem Ausland wurde zurückgenommen, heimische Märkte wurden aus Vorsichtsgründen bevorzugt.

  • Die Krise hat das Erscheinungsbild des Kapitalexports massiv beeinflusst: Wertpapiere, die 2008 noch einen Nettozufluss aus dem Ausland von rund 27 Mrd EUR zeigten, drehten erstmals seit 2005 wieder in einen Kapitalexport von knapp 7 Mrd EUR. Dies resultiert vor allem aus einer deutlich zurückgenommenen kurzfristigen Finanzierung der Banken und des öffentlichen Sektors im Ausland.


Verleger, Herausgeber und Hersteller:

Oesterreichische Nationalbank

Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

Mag. Günther Thonabauer 

Tel.: (+43-1) 404 20-6666

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