Presseaussendung


Die österreichische Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis November 2001

(auf Basis von Zahlungsströmen; „Cash-Basis“)

Wien, 23. 1. 2002


  • Trend zu geringerem Leistungsbilanzdefizit hält weiter an
  • Reiseverkehrseinnahmen stiegen um 6½ %
  • Grenzüberschreitende Wertpapierkäufe bleiben deutlich unter den Vergleichswerten 

 

Für die Verringerung des Defizits der Leistungsbilanz war – gemäß ersten Auswertungen auf Basis von Zahlungsströmen – das günstigere Ergebnis der Bilanz der Waren und Dienstleistungen ausschlaggebend. Hierbei verbesserten sich eine Reihe von Positionen, insbesondere der Saldo der Warenzahlungen und des internationalen Personentransports und zwar um jeweils rund 0,3 Mrd. Euro. Auch die Leistungen zwischen verbundenen Unternehmen, die Sonstigen Handelsleistungen, Versicherungsdienstleistungen sowie die Beratungstätigkeit trugen zur Leistungsbilanzverbesserung bei. Der Reiseverkehr ergab für den Berichtszeitraum einen Überschuss von 1,47 Mrd. Euro, der um rund 0,1 Mrd.Euro über dem Vergleichswert 2000 lag.

 

Die vorläufige Einkommensbilanz schloss dagegen mit einem höheren Negativsaldo von 1,54 Mrd. Euro (Jänner bis November 2000: -0,87 Mrd. Euro). Der Anstieg des Defizits ist auf deutlich höhere Abflüsse in der Position Einkommen aus Portfolioinvestitionen zurückzuführen; geringere Abflüsse bzw. höhere Zuflüsse in den anderen Einkommenspositionen milderten dieses Ergebnis.

 

Die Laufenden Transfers ergaben mit -1,51 Mrd. Euro niedrigere Nettoabflüsse als in der entsprechenden Periode des Jahres davor (-1,75 Mrd. Euro). Das Defizit der Vermögensübertragungen war hingegen mit -0,36 Mrd. Euro etwas höher.

 

Die Kapitalbilanz zeigte Nettozuflüsse aus Direktinvestitionen sowie Portfolioinvestitionen und Nettoabflüsse in den Teilbilanzen Sonstige Investitionen sowie Finanzderivate.

 

Die in beiden Richtungen während des gesamten Beobachtungszeitraums lebhafte Direktinvestitionstätigkeit führte in der Berichtsperiode zu einem Nettokapitalimport in Höhe von 0,15 Mrd. Euro. Die österreichischen Bruttoinvestitionen im Ausland in Höhe von 4,55 Mrd. Euro übertrafen das hohe Vergleichsniveau 2000, ihnen standen Desinvestitionen von 2,44 Mrd. Euro gegenüber. Auch die Bruttoinvestitionen der ausländischen Investoren in Österreich in Höhe von netto 3,66 Mrd. Euro sind das zweitbeste in den ersten elf Monaten verzeichnete Ergebnis; doch auch die Desinvestitionen hatten mit 1,40 Mrd. Euro ein relativ hohes Niveau.

 

Die Teilbilanz Portfolioinvestitionen wies im Beobachtungszeitraum einen Nettokapitalzufluss von 0,77 Mrd. Euro auf (Jänner bis November 2000: 5,80 Mrd. Euro). Dabei belief sich der Erwerb von ausländischen Wertpapieren durch österreichische Anleger auf netto 18,73 Mrd. Euro (Jänner bis November 2000: 23,19 Mrd. Euro), die Nettokäufe des Auslands betrugen 19,50 Mrd. Euro gegenüber 28,99 Mrd. Euro. Damit waren beide Seiten der Bilanz von der deutlichen Abschwächung der Nettoumsätze betroffen.

 

Die Kapitalströme der Sonstigen Investitionen schlossen in der Berichtsperiode mit einem Nettokapitalexport von 0,97 Mrd. Euro, die Offiziellen Währungsreserven zeigten eine transaktionsbedingte Abnahme in Höhe von 2,24 Mrd. Euro.



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