Presseaussendung


Die österreichische Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis Dezember 2001

(auf Basis von Zahlungsströmen; „Cash-Basis“)

Wien, 15. 2. 2002


  • Ergebnisverbesserung bei Warenzahlungen und Dienstleistungen bewirkte geringeres Leistungsbilanzdefizit 
  • Einkommensbilanz stärker defizitär 
  • Portfolioinvestitionsbilanz schliesst mit Nettokapitalimporten   

 

Gemäß ersten Berechnungen wies die österreichische Leistungsbilanz über die zwölf Monate 2001 kumuliert ein Defizit in Höhe von 4,11 Mrd. Euro auf, das deutlich unter dem Vergleichswert 2000 lag. Das Ergebnis der Leistungsbilanz wurde durch die Verbesserung der Salden der grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsströme bestimmt.

 

Bei der vorliegenden Cash-Bilanz handelt es sich um eine aktuelle, dafür aber nur grob gegliederte Statistik, die zum Großteil auf Zahlungsströmen beruht. Ein detailliertes Ergebnis für das Jahr 2001, das auf dem umfassenderen Berechnungsmodell der Transaktionen beruht, wird im April d.J. zur Verfügung stehen und im Rahmen der Zahlungsbilanz-Pressekonferenz am 26. April 2002 vorgestellt werden. Es muß darauf hingewiesen werden, dass – wie schon in den Vorjahren – mit Abweichungen vom Cash-Ergebnis gerechnet werden muß.

 

In den einzelnen Teilbilanzen zeigt sich eine Verringerung des negativen Saldos der Warenzahlungen um 0,86 Mrd. Euro auf -6,24 Mrd. Euro und ein Anstieg des Überschusses der Dienstleistungen um 0,69 Mrd. Euro auf 4,70 Mrd. Euro. Der Reiseverkehr als wichtigste Detailposition der Dienstleistungsbilanz ergab für den Berichtszeitraum einen Überschuss von 1,54 Mrd. Euro und lag damit um rund 0,1 Mrd. Euro über dem Vergleichswert 2000; die Reiseverkehrseinnahmen und -ausgaben wuchsen im Jahresabstand gleich stark (jeweils +6 %).

 

Die vorläufige Einkommensbilanz schloss dagegen mit einem höheren Negativsaldo von -1,28 Mrd. Euro (Jänner bis Dezember 2000: -0,97 Mrd. Euro). Wie schon im Jahresverlauf 2001 beobachtet, ist der Anstieg des Defizits auf deutlich höhere Abflüsse in der Position Einkommen aus Portfolioinvestitionen zurückzuführen; geringere Abflüsse bei den Einkommen aus Direktinvestitionen bzw. höhere Zuflüsse bei den Einkommen aus Sonstigen Investitionen wirkten dieser Entwicklung entgegen.

 

Die Laufenden Transfers ergaben mit -1,31 Mrd. Euro niedrigere Nettoabflüsse als in der entsprechenden Periode 2000 (-1,49 Mrd. Euro). Das Defizit der Vermögensübertragungen war mit -0,54 Mrd. Euro um 0,29 Mrd. Euro höher.

 

In der Kapitalbilanz zeigten sich Nettozuflüsse aus Portfolioinvestitionen und – wenngleich in deutlich geringerem Umfang – aus Direktinvestitionen sowie Nettoabflüsse in den Teilbilanzen Sonstige Investitionen sowie Finanzderivate.

 

Die in beiden Richtungen während des gesamten Beobachtungszeitraums lebhafte Direktinvestitionstätigkeit ergab einen Nettokapitalimport in Höhe von 0,16 Mrd. Euro. Die österreichischen Bruttoinvestitionen im Ausland von 5,39 Mrd. Euro übertrafen das hohe Vergleichsniveau 2000, ihnen standen Desinvestitionen von 3,18 Mrd. Euro gegenüber. Die Bruttoinvestitionen der ausländischen Investoren in Österreich erreichten mit 3,88 Mrd. Euro ebenfalls ein beachtliches Ausmaß; bei einer Analyse der Jahresveränderung ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Vergleichswert 2000 wesentlich durch die Fusion der HypoVereinsbank mit der Bank Austria bestimmt war.

 

Die Teilbilanz Portfolioinvestitionen wies im Beobachtungszeitraum einen Nettokapitalzufluss von 3,84 Mrd. Euro auf (Jänner bis Dezember 2000: -0,31 Mrd. Euro). Der Erwerb von ausländischen Wertpapieren durch österreichische Anleger belief sich auf netto 18,20 Mrd. Euro (Jänner bis Dezember 2000: 26,91 Mrd. Euro), wobei der deutlich geringere Forderungsaufbau seitens österreichischer Anleger ausschließlich Anteilspapiere betraf. Die Nettokäufe des Auslands betrugen 22,03 Mrd. Euro gegenüber 26,60 Mrd. Euro im Jahr davor und waren damit ebenfalls rückläufig; in diesem Bereich zeichnet fast ausschliesslich der Nettorückkauf der Geldmarktpapiere dafür verantwortlich.

 

Die Kapitalströme der Sonstigen Investitionen schlossen in der Berichtsperiode mit einem Nettokapitalexport von 2,64 Mrd. Euro, die offiziellen Währungsreserven zeigten eine transaktionsbedingte Abnahme in Höhe von 2,06 Mrd. Euro.



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