Presseaussendung


Die österreichische Zahlungsbilanz im Monat Jänner 2002

(auf Basis von Zahlungsströmen; „Cash-Basis“)

Wien, 19. 3. 2002


Im Jänner 2002 zeigte die Leistungsbilanz auf Cash-Basis ein Defizit in Höhe von 0,21 Mrd. Euro (Vergleichsmonat 2001: Defizit in Höhe von 0,28 Mrd. Euro).

 

Die aggregierten Zahlungsströme für Waren- und Dienstleistungen ergaben für den Berichtszeitraum einen Überschuss von 0,58 Mrd. Euro (Vergleichswert 2001: Defizit in Höhe von 0,29 Mrd. Euro). Die Entwicklung im Jänner 2002 schließt damit an die im Jahresverlauf 2001 beobachtete laufende Verbesserung des Waren- und Dienstleistungsergebnisses an, wenngleich die günstigere Entwicklung bei den Dienstleistungszahlungen durch ein statistisches Phänomen etwas überschätzt wird: Die Reiseverkehrsausgaben der Österreicher können seit der Einführung des physischen Euro nicht mehr aus Zahlungsströmen, sondern nur mehr durch Stichprobenbefragungen erfasst werden. Damit werden sie nicht mehr zum Zahlungstermin, sondern zum Zeitpunkt der Reise zugeordnet, woraus sich ein verändertes – aber der ökonomischen Realität besser entsprechendes – „Saisonmuster“ der Reiseverkehrsausgaben ergibt.

 

Die vorläufige Einkommensbilanz zeigte dagegen einen negativen Saldo in Höhe von 0,69 Mrd. Euro. Die Laufenden Transfers  ergaben ein Defizit in Höhe von 0,10 Mrd. Euro.

 

Die Kapitalbilanz war von Nettokapitalzuflüssen aus den Teilbilanzen Portfolioinvestitionen und Finanzderivate und Nettokapitalabflüssen aus Direktinvestitionen und Sonstigen Investitionen bestimmt.

 

Der Kapitalabfluss aus Direktinvestitionen in Höhe von 0,09 Mrd. Euro erklärt sich aus höheren Direktinvestitionen Österreichs im Ausland (0,18 Mrd. Euro) als Direktinvestitionen des Auslands in Österreich. Die Werte entsprechen etwa denjenigen im Vergleichsmonat 2001.

 

Im Bereich der Portfolioinvestitionen ergaben sich im Berichtsmonat relativ starke Bewegungen sowohl auf der Forderungs- als auch auf der Verpflichtungsseite. Österreichische Anleger erwarben ausländische Wertpapiere im Ausmaß von 5,85 Mrd. Euro, wobei der Großteil auf festverzinsliche Wertpapiere entfiel; dem standen Kapitalzuflüsse aus dem Absatz inländischer Papiere an das Ausland in Höhe von 6,87 Mrd. Euro, ebenso überwiegend in Form von Rentenwerten, gegenüber.

 

Die Sonstigen Investitionen schlossen mit einem Nettokapitalexport von 2,26 Mrd. Euro gegenüber 0,13 Mrd. Euro im Jänner des Vorjahres. Gemessen an den Nettoabflüssen und -zuflüssen waren im Berichtsmonat das Bankensystem und der Staat die wichtigsten Akteure.

 

Die Teilbilanz Finanzderivate schloss mit Nettokapitalzuflüssen in Höhe von 0,14 Mrd. Euro.



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Oesterreichische Nationalbank

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