Presseaussendung


Die österreichische Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis Februar 2002

(auf Basis von Zahlungsströmen; „Cash-Basis“)

Wien, 18. 4. 2002


Für den kumulierten Zeitraum Jänner bis Februar 2002 zeigte die Leistungsbilanz so wie im Vergleichszeitraum 2001 ein minimales Defizit und zwar in Höhe von -0,13 Mrd. Euro.

 

Die anhaltende Verbesserung des Waren- und Dienstleistungsergebnisses konnte hiebei die höheren Abflüsse aus grenzüberschreitenden Einkommen und Transfers nicht zur Gänze kompensieren.

 

Exporterlöse und Importzahlungen wiesen im Berichtszeitraum weiterhin stark abgeschwächte bzw. sogar rückläufige Zuwachsraten auf (+2% bzw. -2%). Das Defizit der Warenzahlungen verkleinerte sich damit im Vorjahresvergleich um 0,43 Mrd. Euro auf 1,19 Mrd. Euro.

 

Die günstige Entwicklung des Saldos der Dienstleistungen  (2,29 gegenüber 1,72 Mrd. Euro) wird seit der Einführung des physischen Euro durch ein statistisches Phänomen bei den Reiseverkehrsausgaben der Österreicher etwas überzeichnet: die nunmehrige Ermittlung der Reiseverkehrsausgaben aus Stichprobenbefragungen ergibt ein gegenüber dem Vergleichszeitraum verändertes – aber der ökonomischen Realität besser entsprechendes – „Saisonmuster“ der Reiseverkehrsausgaben.

 

Die Einkommensbilanz wies mit -0,82 Mrd. Euro ein um 0,54 Mrd. Euro höheres Defizit als im Vergleichszeitraum auf, wofür vor allem höhere Abflüsse bei den Vermögenseinkommen aus Portfolioinvestitionen maßgebend waren. Die Transferbilanz drehte von einem positiven Saldo von 0,07 Mrd. Euro auf einen negativen in Höhe von 0,41 Mrd. Euro, was vor allem auf höhere Beitragszahlungen sowohl von privaten als auch öffentlichen Stellen zurückzuführen ist.

 

Die Kapitalbilanz zeigte in allen Teilbilanzen mit Ausnahme der Finanzderivate und offiziellen Währungsreserven Nettokapitalabflüsse.

 

Österreichische Unternehmen haben ihre Auslandsinvestitionen stärker ausgebaut als ausländische Unternehmen in Österreich, so dass die Teilbilanz Direktinvestitionen einen Nettokapitalabfluss aufwies, der mit 0,21 Mrd. Euro jedoch etwas geringer war als im Vergleichszeitraum.

 

Im Bereich der Portfolioinvestitionen engagierten sich inländische Investoren mit etwa 10 ½ Mrd. Euro stärker in ausländischen Wertpapieren als ausländische Investoren in österreichischen Wertpapieren (8 ½ Mrd. Euro). Die relativ größten Veranlagungsvolumina wurden (in beide Richtungen) weiterhin bei festverzinslichen Wertpapieren bewegt.

 

Die Sonstigen Investitionen zeigten in den ersten beiden Monaten 2002 einen Kapitalexport von 1,18 Mrd. Euro gegenüber 0,69 Mrd. Euro im gleichen Zeitraum 2001.

 

Die Teilbilanzen Finanzderivate bzw. offizielle Währungsreserven schlossen jeweils mit einem geringfügigen Kapitalimport von 0,14 bzw. 0,11 Mrd. Euro.



Herausgeber:

Oesterreichische Nationalbank

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