Für den Zeitraum Jänner bis März 2002 zeigt die österreichische Leistungsbilanz einen Überschuss von 0,47 Mrd Euro gegenüber einem Defizit von -0,43 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum 2001. Die Ergebnisverbesserung ist wie schon in den beiden ersten Monaten dieses Jahres sowohl auf das niedrigere Defizit aus Warenzahlungen als auch auf den höheren Überschuss aus Dienstleistungen zurückzuführen.
Im Detail zeigen die Warenzahlungen im Berichtszeitraum ein Defizit von -1,53 Mrd. Euro (Jänner bis März 2001: -2,60 Mrd. Euro), das sich aus wertmäßig nur relativ schwach gewachsenen Importen (+3% auf rund 21 Mrd. Euro) und relativ stark gestiegenen Exporterlösen (+10% auf rund 20 Mrd. Euro) ergibt.
Das um 0,84 Mrd. Euro höhere Aktivum des Saldos der Dienstleistungen (3,45 gegenüber 2,61 Mrd. Euro) geht fast zur Gänze auf den Anstieg des Reiseverkehrsüberschusses zurück, der allerdings durch ein statistisches Phänomen etwas überzeichnet ist: Die seit der Einführung des physischen Euro notwendige Ermittlung der Reiseverkehrsausgaben aus Stichprobenbefragungen ergibt gegenüber dem Vergleichszeitraum ein verändertes – der ökonomischen Realität aber besser entsprechendes – Saisonmuster der Reiseverkehrsausgaben. Die Reiseverkehrsausgaben lagen demnach mit 1,43 Mrd. Euro um 24% unter dem Vergleichswert. Die Einnahmen aus dem Reiseverkehr waren mit einer Zunahme um 10% auf 3,97 Mrd. Euro deutlich höher als in den ersten drei Monaten 2001.
Die Einkommensbilanz wies mit -0,68 Mrd. Euro ein um 0,38 Mrd. Euro höheres Defizit als im Vergleichszeitraum auf, wofür die Entwicklung der Einkommen aus Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen maßgebend war. Das Defizit der Transferbilanz vergrösserte sich von 0,15 Mrd. Euro auf 0,78 Mrd. Euro, bedingt durch höhere Kapitalabflüsse aus privaten und öffentlichen Transfers.
Die Kapitalbilanz zeigte in allen Teilbilanzen mit Ausnahme der Finanzderivate Nettoabflüsse.
Die Direktinvestitionen österreichischer Unternehmen im Ausland lagen im Berichtszeitraum mit 1,28 Mrd. Euro deutlich über den Direktinvestitionen ausländischer Unternehmer in Österreich (0,41 Mrd. Euro), woraus sich Kapitalabflüsse in Höhe von 0,88 Mrd. Euro errechnen (Vergleichszeitraum 2001: Kapitalabflüsse 0,03 Mrd. Euro).
Im Bereich der Portfolioinvestitionen ergab sich in der Berichtsperiode ein Nettokapitalabfluss von 0,21 Mrd. Euro gegenüber Nettokapitalimporten in Höhe von 0,56 Mrd. Euro in den ersten drei Monaten 2001. Größter Einflussfaktor für dieses Ergebnis waren die grenzüberschreitenden Wertpapiergeschäfte im Bereich der festverzinslichen Titel, die in beiden Richtungen die Vorjahresvergleichswerte deutlich übertrafen: Mit 11,12 Mrd. Euro haben österreichische Investoren in den ersten drei Monaten 2002 ein deutlich größeres Volumen an ausländischen Festzinstiteln erworben als im Vergleichszeitraum 2001 (8,49 Mrd. Euro). Andererseits wurden österreichische festverzinsliche Wertpapiere im Ausmaß von 12,29 Mrd. Euro (Jänner bis März 2001: 10,82 Mrd. Euro) an das Ausland abgesetzt. Ausländische Anteilspapiere wurden in gleich hohem Volumen von österreichischen Anlegern erworben wie in der Vergleichsperiode (2,28 Mrd. Euro); die Veranlagungen von Ausländern in österreichische Anteilpapiere waren mit 0,90 Mrd. Euro höher als in den Vergleichsmonaten (0,51 Mrd. Euro).
Die Sonstigen Investitionen zeigten in den ersten drei Monaten 2002 einen Kapitalexport von 2,63 Mrd. Euro gegenüber einem solchen in Höhe von 3,17 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum 2001. Die restlichen Komponenten der Kapitalbilanz ergaben einen geringfügigen Kapitalimport von 0,31 Mrd. Euro gegenüber 1,19 Mrd. Euro in der Vergleichsperiode.