Presseaussendung


Die österreichische Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis April 2002: anhaltende Verbesserung

(auf Basis von Zahlungsströmen; „Cash-Basis“)

Wien, 20. 6. 2002


Wie bereits in den ersten drei Monaten dieses Jahres verbesserte sich die österreichische Leistungsbilanz auch im April gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Im kumulierten Zeitraum Jänner bis April 2002 wies die österreichische Leistungsbilanz im Vorjahresvergleich einen Überschuss von 0,61  Mrd. Euro auf gegenüber einem Defizit von -0,67 Mrd. Euro. Dieses erfreuliche Ergebnis ist sowohl auf das niedrigere Defizit aus Warenzahlungen als auch auf den höheren Überschuss aus Dienstleistungen zurückzuführen.

 

Das Defizit der Warenzahlungen reduzierte sich von -2,91 Mrd. Euro im Zeitraum Jänner bis April 2001 auf -1,66 Mrd. Euro im Berichtszeitraum, wobei sich die Importe um 3% auf 28,61 Mrd. Euro verringerten und die Exporterlöse um 1% auf 26,95 Mrd. Euro stiegen.

 

Der höhere Überschuss der Dienstleistungsbilanz  (3,91 Mrd. Euro im Berichtszeitraum gegenüber 2,71 Mrd. Euro in der Vergleichsperiode 2001) ist zu drei Viertel auf den Anstieg des Reiseverkehrsüberschusses um 0,90 Mrd. Euro auf 2,63 Mrd. Euro zurückzuführen. Bei der Beurteilung des günstigen Ergebnisses des Reiseverkehrs ist zu berücksichtigen, dass der im Vorjahresvergleich aufscheinende Rückgang der Reiseverkehrsausgaben der Österreicher durch eine statistische Erfassungsänderung überzeichnet ist. Hingegen basiert die äußerst günstige Zwischenbilanz der Reiseverkehrseinnahmen (+9% auf 4,84 Mrd. Euro) auf realen Phänomenen. Die gute Entwicklung des Ausländertourismus in Österreich zeigt sich für die gesamte Wintersaison 2001/02 (November 2001 bis April 2002) mit Reiseverkehrseinnahmen in Höhe von 6,30 Mrd. Euro (rund +8% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2000/01). Die Ausländernächtigungen in Österreich stiegen in der Wintersaison 2001/02 gemäß Statistik Austria um 2,4 % auf 43,3 Mio. Nächtigungen.

 

Gemäß den auf Zahlungsströmen basierenden ersten Auswertungen ist das Defizit der Einkommensbilanz um 0,62 Mrd. auf 0,71 Mrd. Euro gestiegen; diese Entwicklung war auf Saldenverschlechterungen der Einkommen aus Direktinvestitionen sowie aus Portfolioinvestitionen zurückzuführen.

 

Das Defizit der Transferbilanz vergrößerte sich um 0,55 auf 0,93 Mrd. Euro, wofür höhere Kapitalabflüsse sowohl aus öffentlichen als auch aus privaten Transfers maßgebend waren.

 

Die Kapitalbilanz zeigte Nettokapitalabflüsse aus Direktinvestitionen sowie in der Teilbilanz Sonstige Investitionen und Nettozuflüsse aus Portfolioinvestitionen und Finanzderivaten.

 

Österreicher tätigten im Berichtszeitraum mit 1,79 Mrd. Euro deutlich mehr Direktinvestitionen im Ausland als ausländische Akteure in Österreich (0,31 Mrd. Euro), woraus sich Kapitalabflüsse in Höhe von 1,48 Mrd. Euro errechnen (Vergleichszeitraum 2001: Kapitalzuflüsse von 0,06 Mrd. Euro).

 

Die Teilbilanz Portfolioinvestitionen zeigt im Vorjahresvergleich höhere Erwerbsvolumina sowohl bei Wertpapieranlagen österreichischer Investoren im Ausland als auch bei Wertpapierveranlagungen von Ausländern in Österreich (14,15 gegenüber 11,16 Mrd. Euro bzw. 15,61 gegenüber 12,27 Mrd. Euro): Österreichische festverzinsliche Wertpapiere wurden im Ausmaß von 14,50 Mrd. Euro (Jänner bis April 2001: 11,73 Mrd. Euro) an ausländische Anleger abgesetzt. Auf der anderen Seite kauften Österreicher ausländische festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 11,52 Mrd. Euro (Vergleichszeitraum 2001: 8,07 Mrd. Euro). Österreichische Anteilspapiere wurden im Umfang von 1,11 Mrd. Euro vom Ausland erworben (Vergleichszeitraum 2001: 0,54 Mrd. Euro) und ausländische Anteilspapiere in Höhe von 2,64 Mrd. Euro (Vergleichszeitraum 2001: 3,09 Mrd. Euro) von österreichischen Anlegern gekauft.

 

Die übrigen  Teilbilanzen der Kapitalbilanz zeigten einen Nettokapitalexport in Höhe von 1,50 Mrd. Euro gegenüber 2,06 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres und wurden im Wesentlichen durch kurzfristige Finanzströme des Bankensystems bestimmt.



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