- anhaltende Verbesserung der Leistungsbilanz im Vorjahresvergleich
- Reiseverkehrseinnahmen um 12% gestiegen
- Direktinvestitionen im Ausland erzielen neuerlich Höchstwert
- höhere Erwerbsvolumina bei Wertpapieren
Die Verbesserung der österreichischen Leistungsbilanz im Vorjahresvergleich hielt auch im Mai an. Für Jänner bis Mai 2002 zeigte die Leistungsbilanz einen Überschuss von +0,65 Mrd. Euro gegenüber einem Defizit von -2,01 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies ist auf den um fast 3 ½ Mrd. Euro höheren Überschuss aus der Bilanz der Warenzahlungen und Dienstleistungen zurückzuführen. Bei der Einkommensbilanz und der Bilanz der laufenden Transfers waren etwas höhere negative Salden zu beobachten.
Der Reiseverkehr als wichtigste Position der Dienstleistungsbilanz schloss mit einem um etwa eine Milliarde höheren Überschuss von 2,55 Mrd Euro. Die Bruttoeinnahmen aus dem Reiseverkehr stiegen um 12 %, die entsprechenden Ausländernächtigungen um 3,5%. Die Abnahme der Reiseverkehrsausgaben um 10 % ist durch eine statistische Erfassungsänderung etwas überzeichnet, während die Entwicklung der Reiseverkehrseinnahmen als realistisch einzuschätzen ist.
Das Nettodefizit bei den Einkommen war mit 0,57 Mrd Euro um 0,12 Mrd Euro höher als in der entsprechenden Vergleichsperiode des Vorjahres. Eine Saldenverbesserung der Erträge aus Krediten, Einlagen sowie aus der Veranlagungstätigkeit der OeNB konnte Saldenverschlechterungen bei den Einkommen aus Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen nicht zur Gänze kompensieren.
Das Defizit der Laufenden Transfers war mit 1,13 Mrd Euro um 0,64 Mrd Euro höher als in der Vergleichsperiode des Vorjahres.
Der größenmäßig nicht ins Gewicht fallende negative Saldo der Vermögensübertragungen weitete sich auf 0,16 Mrd Euro aus.
Die Kapitalbilanz schloss im Berichtszeitraum mit einem Nettokapitalexport von 1,56 Mrd Euro gegenüber einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis in den ersten fünf Monaten des Vorjahres. Höhere Nettoabflüsse im Bereich Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen führten zu diesem Resultat.
Bei den Direktinvestitionen waren die Netto-Neuinvestitionen der Österreicher im Ausland in der Berichtsperiode mit 1,68 Mrd Euro wesentlich höher als jene der Ausländer in Österreich, so dass per Saldo 1,32 Mrd Euro ins Ausland abgeflossen sind. Damit konnten österreichische Investoren ihre Aktivitäten im Ausland erneut ausweiten (Jänner bis Mai 2001: 1,25 Mrd Euro).
Die Käufe von ausländischen Wertpapieren durch österreichische Anleger (16,31 Mrd Euro) waren in der Berichtsperiode etwas höher als der Absatz an österreichischen Wertpapieren im Ausland (15,91 Mrd Euro), woraus ein Kapitalexport aus Portfolioinvestitionen in Höhe von netto –0,40 Mrd. Euro (1–5/2001: +0,75 Mrd Euro) resultierte. Sowohl die österreichischen als auch die ausländischen Anleger konzentrierten ihr Kaufinteresse auf Rentenwertpapiere.
Die Kapitalströme unter dem Titel Sonstige Investitionen (überwiegend Einlagen und Kredite) führten zu einem geringfügigen Nettokapitalimport von 0,15 Mrd Euro.
Die offiziellen Währungsreserven nahmen in der Berichtsperiode transaktionsbedingt um 0,35 Mrd Euro ab.