Die österreichische Leistungsbilanz ergab für Jänner bis August 2002 mit -0,40 Mrd. Euro ein deutlich niedrigeres Defizit als im Vergleichszeitraum 2001 (-3,56 Mrd. Euro).
Ausschlagegend dafür war, dass der Saldo aus Warenzahlungen und Dienstleistungen von – 1,71 Mrd. Euro in den ersten acht Monaten des Vorjahres auf einen positiven Wert, nämlich 1,83 Mrd. Euro, für den Berichtszeitraum Jänner bis August 2002 drehte. Die Zahlungen für Warenimporte lagen weiterhin unter den Vergleichswerten 2001 (-2 %), die Exporterlöse dagegen mit +4 % leicht über den Vorjahresvergleichswerten.
Der Reiseverkehr als eine der wichtigsten Komponenten wies mit einem Saldo von 1,34 Mrd. Euro einen etwas geringeren Überschuss als in der Vergleichsperiode des Vorjahres auf (Jänner bis August 2001: 1,58 Mrd. Euro). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass durch eine statistische Erfassungsänderung im Bereich der Reiseverkehrsausgaben der Vergleich zum Vorjahr nur eingeschränkt möglich ist. Das nun näher an der ökonomischen Realität liegende Saisonmuster der Reiseverkehrsausgaben zeigt sich – wie schon bei den Juliwerten – auch bei den August-Ergebnissen. Die Reiseverkehrseinnahmen waren mit 8,90 Mrd. Euro höher als im Vergleichszeitraum 2001.
Das Nettodefizit der Einkommensbilanz verringerte sich im Vorjahresvergleich um 0,18 Mrd. Euro auf – 0,71 Mrd. Euro. Höhere Zuflüsse der Einkommen aus sonstigen Investitionen kompensierten die höheren Nettoabflüsse der Einkommen aus Portfolioinvestitionen sowie aus Direktinvestitionen.
Das Defizit der Laufenden Transfers war mit -1,52 Mrd. Euro höher als in der Vergleichsperiode (-0,96 Mrd. Euro). Das Defizit der Vermögensübertragungen stagnierte auf geringem Niveau (-0,22 Mrd. Euro).
Die Kapitalbilanz zeigte im Berichtszeitraum im Bereich der Direktinvestitionen, der Portfolioinvestitionen sowie der Finanzderivate Nettokapitalabflüsse und in der Teilbilanz Sonstige Investitionen Nettokapitalzuflüsse.
Die Direktinvestitionen österreichischer Unternehmen im Ausland ergeben für den Berichtszeitraum mit 3,12 Mrd. Euro eine Verdoppelung gegenüber dem Vergleichszeitraum Jänner bis August 2001. Die Neuinvestitionen (netto) des Auslands in Österreichs fielen dagegen schwächer aus als in der Vergleichsperiode; aufgrund von Desinvestitionen drehte der Nettowert sogar in einen Kapitalexport in Höhe von 0,16 Mrd. Euro.
Die grenzüberschreitenden Wertpapiertransaktionen zeigen für Jänner bis August 2002 Nettokapitalabflüsse in Höhe von 3,64 Mrd. Euro. Ausländische Wertpapiere wurden in Höhe von 22,26 Mrd. Euro durch österreichische Anleger erworben (Jänner bis August 2001: 15,59 Mrd. Euro). Der deutliche Anstieg resultiert aus dem verstärkten Erwerb von ausländischen festverzinslichen Wertpapieren; die Käufe von Anteilspapieren waren dagegen um 1½ Mrd. Euro geringer als im Vergleichszeitraum. Die Veranlagung des Auslands in österreichische Titel belief sich auf 18,62 Mrd. Euro, das sind um rund 5 Mrd. Euro mehr als in den ersten acht Monaten 2001. Auch auf dieser Seite konzentrierte sich das Kaufinteresse auf festverzinsliche Wertpapiere.
Die Sonstigen Investitionen ergaben in der Berichtsperiode einen Nettokapitalimport von 4,44 Mrd. Euro, was überwiegend das Ergebnis des kurzfristigen Kapitalverkehrs des Bankensystems ist.
Die offiziellen Währungsreserven zeigten eine transaktionsbedingte Abnahme in Höhe von 1,44 Mrd. Euro.