Die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute erreichte Ende September 2009 einen Stand von 1.047,10 Mrd EUR und wies mit -2,06% einen leichten Rückgang im Vergleich zum Ultimo 2008 auf. Für diese Entwicklung war zu einem großen Teil das Zwischenbankengeschäft im In- und Ausland verantwortlich. Das Bankengeschäft mit dem Ausland wies aktiv- wie auch passivseitig Rückgänge auf. Die Nettoforderungsposition österreichischer Kreditinstitute gegenüber dem Ausland reduzierte sich auf unter 100 Mrd EUR (95,93 Mrd EUR). Grund für diese Entwicklung war ein Rückgang der Auslandsverbindlichkeiten (-6,08 Mrd EUR) und eine noch stärkere Abnahme der Auslandsforderungen (-17,04 Mrd EUR). Seit Ende 2008 ist diese negative Entwicklung im Auslandsgeschäft zu beobachten. Ende September 2009 lag der Anteil der Auslandsaktiva (359,50 Mrd EUR) und der Auslandspassiva (263,57 Mrd EUR) an der Bilanzsumme bei 34,3% bzw. bei 25,2%.
Die Gesamteinlagen bei allen in Österreich meldepflichtigen Kreditinstituten nahmen gegenüber dem Jahresende 2008 um 0,42% (+1,15 Mrd EUR) auf 276,89 Mrd EUR zu, jedoch waren in den einzelnen Einlagekategorien sehr unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. Der Stand der Sichteinlagen expandierte um 7,25 Mrd EUR (+9,6%), jedoch war vice versa bei den Termineinlagen ein Rückgang von 8,58 Mrd EUR (-19,13%) erkennbar. Das moderate Wachstum der Spareinlagen (+1,60%) – der nach wie vor bedeutendsten Sparform – führte schließlich zu einem allgemein leichten Anstieg der Einlagen. Ende September 2009 verteilten sich die Einlagen zu 57,0% auf Spareinlagen (157,86 Mrd EUR), zu 29,9% auf Sichteinlagen (82,75 Mrd EUR) und zu 13,1% auf Termineinlagen (36,28 Mrd EUR).
Das Einlagenwachstum war mehrheitlich auf private Haushalte (+4,41 Mrd EUR) zurückzuführen, wodurch ihr Anteil an allen Einlagen auf rund 72% anstieg. Bei den Unternehmen (rund 16% Anteil) erfuhr das Einlagenvolumen keine wesentliche Veränderung (+0,22 Mrd EUR). Nichtbanken-Finanzintermediäre und der Staat verringerten jedoch ihre Einlagenstände um 2,91 Mrd EUR bzw. 1,20 Mrd EUR.
Zum 30. September 2009 belief sich der Stand der Direktkredite an inländische Nichtbanken auf 303,20 Mrd EUR (-3,02 Mrd EUR). In den ersten drei Quartalen 2009 war dieser Wert leicht rückläufig (-0,99%). Bei den Euro-Krediten betrug die Bestandsveränderung in diesemZeitraum -0,29 Mrd EUR. Das Fremdwährungskreditgeschäft1)wies ein Minus von 2,73 Mrd EUR auf. Wechselkursbereinigt belief sich der Volumensrückgang bei der bedeutendsten Fremdwährungskategorie – den Schweizer-Franken-Krediten – auf -1,76 Mrd EUR (-3,9%). Der Anteil der Fremdwährungskredite an allen Krediten fiel auf 17,4%. Über 83% der endfälligen Schweizer-Franken-Kredite an private Haushalte sind mit einem Tilgungsträgermodell kombiniert (29,67 Mrd EUR).
Die verbrieften Kredite und Schuldverschreibungen erhöhten sich relativ deutlich um 7,58 Mrd EUR (+42,21%) auf 25,55 Mrd EUR. Dieser Anstieg war im wesentlichen auf größere Investionen in Bundesanleihen zurückzuführen.
Die nach den Bestimmungen von Basel II errechneten unkonsolidierten anrechenbaren Eigenmittel betrugen Ende September 2009 92,99 Mrd EUR, was einer Erhöhung in den ersten drei Quartalen von 4,66 Mrd EUR bzw. 5,28% entsprach. Mit 70,85 Mrd EUR entfielen rund 76% der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage (solvency ratio) betrug 18,57% (+1,4 Prozentpunkte gegenüber dem Ultimo 2008). Die unkonsolidierte Kernkapitalquote2) stieg gegenüber Dezember 2008 um +1,1%-Punkte auf 13,67%.