Österreichs Banken trotzen den widrigen Umständen auf den internationalen Finanzmärkten und vermelden für die ersten 3 Quartale 2007 einen Zuwachs des Betriebsergebnisses um 4,1% auf 4,6 Mrd EUR. Das teilweise turbulente Börsenumfeld und ungünstige Wechselkursentwicklungen dämpften zwar die Dynamik bei den Betriebserträgen (+3,1%), allerdings erhöhten sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres die Betriebsaufwendungen nur um 2,5%.
Ein abgeschwächtes Wachstum zeigte sich bei den Erträgen aus Wertpapieren und Beteiligungen (+4,2% auf 2,1 Mrd EUR), Ertragsrückgänge wurden beim Finanzgeschäft (-44,7% auf 0,3 Mrd EUR) gemeldet. Demgegenüber stand allerdings ein steigendes Provisionsgeschäft (+11,4% auf 3,5 Mrd EUR) sowie ein verhältnismäßig hoher Anstieg des Zinsgeschäfts (+1,6% auf 5,5 Mrd EUR).
Für das gesamte Geschäftsjahr 2007 rechnen die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 4,4 Mrd EUR, der damit um 13,6% über dem tatsächlichen Wert für das Jahr 2006 liegen würde.
Aufgrund der steigenden Marktzinsen wurde in den ersten 3 Quartalen 2007 ein Anstieg der Zinsen und zinsähnlichen Erträge auf 27,46 Mrd EUR (+29,5%) sowie der Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen auf 22,0 Mrd EUR (+39,0%) verzeichnet. Der volumenmäßig höhere Anstieg bei den Zinserträgen führte zu einem verhältnismäßig hohen Anstieg des Nettozinsertrags, der sich um 1,6% bzw. 0,09 Mrd EUR auf 5,47 Mrd EUR erhöhte. Hervorzustreichen ist das Ergebnis des Saldos aus dem Provisionsgeschäft. Dieser belief sich in den ersten 3 Quartalen 2007 auf 3,53 Mrd EUR und erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode 2006 um 11,4% bzw. 0,36 Mrd EUR.
Bei den Erträgen aus Wertpapieren und Beteiligungen wurde in den ersten 3 Quartalen 2007 mit einem Anstieg um 4,2% auf 2,05 Mrd EUR ein schwächeres Wachstum als in den Vorjahren verzeichnet. Diese Entwicklung beruht auf Rückgängen bei den Erträgen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen (–3,1% auf 1,13 Mrd EUR). Der negative Einfluss des internationalen Marktgeschehens spiegelt sich im Saldo aus dem Finanzgeschäft wider, wobei dessen Anteil an den gesamten Betriebserträgen mit 2,6% relativ unbedeutend ist. Hier mussten in allen Kategorien (d. h. bei Geschäften in Wertpapieren, die nicht wie Finanzanlagen bewertet werden, beim Devisen-, Sorten- und Edelmetallgeschäft sowie bei den sonstigen Finanzgeschäften) Einbußen hingenommen werden.
Trotz dieser Entwicklung konnten Österreichs Banken in den ersten 3 Quartalen 2007 um 3,1% höhere Betriebserträge als in der Vergleichsperiode des Vorjahres verzeichnen. 12,54 Mrd EUR an Betriebserträgen standen 7,93 Mrd EUR an Betriebsaufwendungen gegenüber. Somit ergab sich eine leichte Verbesserung der Cost-Income-Ratio um 0,4 Prozentpunkte auf 63,2%. Das Betriebsergebnis in Höhe von 4,61 Mrd EUR stieg um 4,1%.
Bei den Betriebsaufwendungen wurde im Beobachtungszeitraum 2007 mit 2,5% ein deutlich schwächeres Wachstum als in der Vergleichsperiode 2006 (+6,4%) festgestellt. Die Verringerung der Wachstumsrate im heurigen Beobachtungszeitraum basierte vor allem auf dem schwächeren Anstieg des Personalaufwands. Die Entwicklung des Sachaufwands verlief hingegen stetig. Insgesamt erhöhten sich die Verwaltungsaufwendungen demnach in den ersten 3 Quartalen 2007 um 2,9% bzw. 0,19 Mrd EUR auf 6,67 Mrd EUR.
Bemerkenswert angesichts der widrigen Umstände auf den internationalen Finanzmärkten sind die von Österreichs Banken geschätzten Vorschauwerte für das heurige Jahresergebnis. Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird mit 1,48 Mrd EUR um 16,1% bzw. 0,28 Mrd EUR deutlich unter dem Schätzwert des Vorjahres angesetzt. Für das Jahr 2007 wird mit einer ertragswirksamen Auflösung von Wertberichtigungen auf Wertpapiere und Beteiligungen in der Höhe von 0,36 Mrd EUR gerechnet. Der Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreswert ist bedingt durch einen Sondereffekt im Vorjahr (Veräußerungsgewinne) nicht aussagekräftig. Für das Jahr 2007 erwarten Österreichs Banken einen Jahresüberschuss in Höhe von 4,42 Mrd EUR der – wie in der Tabelle ersichtlich – um 24,9% unter dem Schätzwert des Vorjahres liegt, allerdings bei Berücksichtigung des bereits erwähnten Sondereffekts um 13,9% höher als der geprüfte Jahresüberschuss für das Jahr 2006 (3,88 Mrd EUR) wäre.