Presseaussendung


Trotz positiver Ertragsentwicklung im 1. Quartal ist für das Gesamtjahr keine Entspannung zu erwarten

Unkonsolidierte Ertragslage der in Österreich tätigen Kreditinstitute im 1. Quartal 2009

Wien, 16. 6. 2009


Das unkonsolidierte Betriebsergebnis der in Österreich tätigen Kreditinstitute im 1. Quartal 2009 zeigt verglichen mit der Vergleichsperiode des Vorjahres einen deutlichen Aufschwung (+17,7% auf 1,67 Mrd EUR). Grund sind das um 13,8% gewachsene Zinsgeschäft und der mit 0,23 Mrd EUR nun wieder positive Saldo aus dem Finanzgeschäft, der über das gesamte Vorjahr hinweg einen Aufwand darstellte. Im Hinblick auf die für das Gesamtjahr erwarteten Risikokosten relativiert sich dieses Wachstum allerdings und zeigt ein weiterhin angespanntes Bild.

 

Das unkonsolidierte Betriebsergebnis belief sich im 1. Quartal 2009 auf 1,67 Mrd EUR und stieg gegenüber der Vergleichsperiode 2008 um 17,7%. Dieser Anstieg war auf die um 5,5% auf 4,34 Mrd EUR gestiegenen Betriebserträge und die um 0,9% leicht gesunkenen Betriebsaufwendungen zurückzuführen. Im Betriebsergebnis wurden allerdings noch keine Risikokosten berücksichtigt.

 

Grund für das Wachstum der Betriebserträge war einerseits das Zinsgeschäft. Der Nettozinsertrag stieg im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres um 13,8% auf 2,18 Mrd EUR. Andererseits wirkte sich der nun wieder positive Saldo aus dem Finanzgeschäft in Höhe von 0,23 Mrd EUR ertragsstärkend aus. Dieser stellte über alle Quartale des Vorjahres hinweg einen Aufwand dar. Die übrigen Positionen, die in die Betriebserträge einfließen, waren rückläufig. Relativ betrachtet am stärksten nahmen das Provisionsgeschäft (-16,9%) und das Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft (-16,2%) ab.

 

Die wichtigste Einkommensquelle für die in Österreich tätigen Kreditinstitute stellte im 1. Quartal 2009 nach wie vor das Zinsgeschäft mit einem Anteil an den gesamten Betriebserträgen von 50,3% dar. Zum 31.03.2008 machte dieser nur 46,6% aus. Mit einer Veränderung von rund -5,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres verlor das Provisionsgeschäft merkbar an Anteil, blieb aber mit 21,4% weiterhin die zweitgrößte Ertragsquelle.

 

Die unkonsolidierte Cost-Income-Ratio sank von 65,5% zum 1. Quartal 2008 auf 61,5% und fiel marginal besser aus als in der Vergleichsperiode 2007 (61,7%).

 

Bei Betrachtung der von den in Österreich tätigen Kreditinstituten für das Gesamtjahr 2009 erwarteten Werte relativiert sich das positive Bild des 1. Quartals. Zwar rechnen die Banken mit einem Jahres-Betriebsergebnis von 5,90 Mrd EUR, das sich somit auf einem ähnlichen Niveau wie die tatsächlichen Ergebnisse der letzten Jahre befinden würde, doch die geschätzten Risikokosten reduzieren die Prognose für den unkonsolidierten Jahresüberschuss um mehr als die Hälfte. Weiters zeigten die Vorschauwerte des Vorjahres, dass die Institute in der aktuellen Situation Schwierigkeiten haben, das Gesamtjahr zu einem so frühen Zeitpunkt zuverlässig vorherzusagen. Daher sind die derzeit prognostizierten Werte mit großen Unsicherheiten behaftet.

 

Abschließend wird darauf hingewiesen, dass nun die endgültigen Ertragslagedaten für die Österreichische Bankenlandschaft insgesamt (hierfür werden Daten von Bankkonzernen und Einzelkreditinstituten zusammengeführt) für das Gesamtjahr 2008 zur Verfügung stehen. Das Periodenergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen belief sich entsprechend diesen Daten auf 0,59 Mrd EUR.



Ertragslage der Österreichischen Kreditinstitute1. Quartal 2009
 1. Quartal 20091. Quartal 20081. Quartal 2007
 Mrd EUR% VJ 1)Mrd EUR% VJ 1)Mrd EUR% VJ 1)
 
1. Zinsen und zinsähnliche Erträge9,96−5,010,4922,78,5531,6
2. Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen7,78−9,28,5727,16,7542,4
I. NETTOZINSERTRAG (1. − 2.)2,1813,81,926,51,802,6
3. Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen0,65−16,20,7821,80,648,2
4. Saldo Ertrag/Aufwand aus Provisionen0,93−16,91,12−12,61,2815,2
5. Saldo Ertrag/Aufwand aus Finanzgeschäften0,23535,3−0,05−120,50,25−0,4
6. Sonstige betriebliche Erträge0,35−0,10,351,90,355,1
II. BETRIEBSERTRÄGE (I. + 3. + 4. + 5. + 6.)4,345,54,12−4,74,326,9
7. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen2,31−1,02,333,22,265,4
      hv. Personalaufwand1,41−0,61,423,11,386,9
      hv. Sachaufwand0,90−1,50,913,50,883,2
8. Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände0,14−5,90,15−1,80,15−10,3
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen0,223,90,21−15,00,258,1
III. BETRIEBSAUFWENDUNGEN (7. + 8. + 9.)2,67−0,92,701,22,664,6
IV BETRIEBSERGEBNIS (II. − III.)1,6717,71,42−14,31,6610,8
QUARTALSWEISE AKTUALISIERTE VORSCHAUWERTE FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR
IV. ERWARTETES JAHRES−BETRIEBSERGEBNIS5,90−3,86,142,36,0017,0
10. Saldo aus Wertberichtigungen auf Forderungen und Zuführungen zu Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und für Kreditrisken gegenüber den entsprechenden Erträgen aus deren Auflösung (exkl. Wertpapiere)2,6176,41,4814,41,29−12,1
11. Saldo aus Wertberichtigungen auf Wertpapiere und Beteiligungen gegenüber den entsprechenden Erträgen aus deren Auflösung0,351.684,40,02142,1−0,0592,9
V. ERWARTETES ERGEBNIS der gewöhnl. Geschäftstätigkeit (IV. − 10. − 11.)2,94−36,64,64−2,44,7510,0
12. Erwartetes a.o Ergebnis (Ertrag + / Aufwand −)0,07459,1−0,0226,6−0,0363,3
13. Erwartete Steuern von Einkommen, Ertrag und sonstige Steuern0,30−32,40,45−13,40,5227,5
VI. ERWARTETER JAHRESÜBERSCHUß (+)/−FEHLBETRAG (−) (V.+ 12. − 13.)2,71−35,14,17−0,94,219,5
 

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