Im Bereich der Veranlagungen der Betrieblichen Vorsorgekassen erfolgten seit Ausbruch der Finanzkrise Verschiebungen der Veranlagungsstruktur, die als Konsequenz der unsicheren Finanzmärkte betrachtet werden konnten. Im ersten Halbjahr 2009 wurde jedoch wieder eine Trendumkehr zurück zur Veranlagung in Fonds beobachtet. Ende Dezember 2008 waren noch 49,7% der Gelder direkt (z. B. bei Banken) veranlagt, Ende Juni 2009 betrug der Anteil nur mehr 45,7%. Gleichzeitig stieg der Anteil der indirekten Veranlagungen von 50,3% auf 54,3%.Ende Juni 2009 betrug das Volumen der Anwartschaften der neun in Österreich tätigen Betrieblichen Vorsorgekassen (BVK) 2,46 Mrd EUR, was einem Zuwachs von 16,1% gegenüber Ende Dezember 2008 entspricht.
Betriebliche Vorsorgekassen sind Institutionen, die gegründet wurden, um gemäß dem „neuen“ Abfertigungssystem monatlich eingezahlte Beiträge der Anwartschaftsberechtigten hereinzunehmen, treuhändig zu verwalten, möglichst ertragreich zu veranlagen und eine Kapitalgarantie zu leisten. Nach fast siebenjähriger Geschäftstätigkeit belief sich die Anzahl der Anwartschaftsberechtigten nach dem System „Abfertigung – NEU“ Ende Juni 2009 auf 3,16 Millionen Personen. Seit Jänner 2008 werden auch die rund 500.000 selbständigen Erwerbstätigen, freien Dienstnehmer, Freiberufler und Land- und Forstwirte in das System der Abfertigung miteinbezogen.
Das Volumen der Anwartschaften, das sind die durch die Betrieblichen Vorsorgekassen verwalteten Ansprüche der Anwartschaftsberechtigten, betrug Ende Juni 2009 insgesamt
2.459,49 Mio EUR. Es konnte ein Zuwachs von 340,56 Mio EUR oder 16,1% gegenüber Ende Dezember 2008 ausgewiesen werden.
Gesetzlich verpflichtend ist eine Kapitalgarantie zu gewähren, um die Anwartschaftsberechtigten vor dem Verlust der monatlich vom Arbeitgeber einbezahlten Beiträge (1,53% vom Bruttogehalt plus Sonderzahlungen) zu schützen. Die Rücklage für die Garantie machte zum Ende Juni 2009 einen Wert von 2,66 Mio EUR aus, um
0,65 Mio EUR oder 32,3% mehr als zum Ende Dezember 2008.
Im Bereich der Veranlagungen wurde die im Vorquartal eingeleitete Trendumkehr zurück zur indirekten Veranlagung erneut bestätigt. In den davor liegenden Quartalen war nämlich bis inkl. dem letzten Quartal 2008 – offenbar im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise – eine stetige Tendenz zur direkten Veranlagung festgestellt worden. Konkret waren Ende Dezember 2008 noch 49,7% der Gelder direkt veranlagt (z. B. bei Banken), Ende Juni 2009 sind nun nur mehr 45,7% des Vermögens der Veranlagungsgemeinschaften direkt veranlagt.
Die Bilanzsumme der neun Kassen wies zum 30.06.2009 ein Volumen von
2.508,71 Mio EUR aus, gegenüber Ende Dezember 2008 bedeutete dies einen Anstieg um 333,83 Mio EUR oder 15,3%. Das entspricht einem Anteil von 0,2% an der Bilanzsumme aller meldepflichtigen Kreditinstitute in Österreich.
