Fremdwährungskredite deutlich angestiegen, Einlagen stagnieren
Geschäftsentwicklung der in Österreich tätigen Kreditinstitute im ersten Quartal 2004
Der vorliegende Bericht basiert auf unkonsolidierten Geschäftsstrukturdaten der
in Österreich tätigen Kreditinstitute
- Anstieg der Gesamtbilanzsumme der Kreditinstitute im ersten Quartal 2004 um 3,3% auf neuen Höchststand von 625,3 Mrd EUR
- Rückgang der Eurokredite (-0,8%), deutlicher Anstieg der Fremdwährungsausleihungen (+3,1%), insgesamt jedoch Rückgang des Kreditvolumens (-0,1%)
- Fremdwährungskredite zum überwiegenden Teil in Schweizer Franken denominiert (83,4% CHF-Anteil an allen Krediten in FW)
- Schwache Wachstumsdynamik im Einlagengeschäft: +0,5%
- Deutlicher Anstieg der Auslandsforderungen (+10,3%) und -verbindlichkeiten (+6,8%)
Bilanzsummenwachstum: 3,3%
Im ersten Quartal 2004 stieg die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich tätigen Kreditinstitute um 3,3% von 605,1 Mrd EUR zum Jahresende 2003 auf nunmehr 625,3 Mrd EUR per 31.3.2004.
Der Marktanteil der 10 größten Banken an der Gesamtbilanzsumme stieg im Vergleich zum Vorquartal wieder leicht um 0,6 Prozentpunkte und erreichte ein Niveau von 55,1%.
Rückgang des Kreditvolumens (insgesamt), aber Anstieg der FW-Kredite
Bei den Direktkrediten an inländische Nichtbanken war seit Beginn 2004 ein marginaler Rückgang um 0,1% auf einen neuen Stand von 239,2 Mrd EUR zu verzeichnen.
Während aber die Eurokredite gegenüber Dezember 2003 um 1,7 Mrd EUR oder
0,8% – etwa gleich stark wie in der Vergleichsperiode 2003 – sanken, entwickelten sich die Fremdwährungsausleihungen entgegen dem Vorjahrestrend: Diese stiegen im ersten Quartal 2004 um 3,1%, während im Vergleichsquartal des Vorjahres noch ein Rückgang um 0,2% zu beobachten war. Im Jahresabstand nahmen die Eurokredite um 4,3 Mrd EUR (+2,3%) und die Fremdwährungsausleihungen um 1,1 Mrd EUR (+2,4%) zu.
Nach Größenklassen gegliedert, befanden sich Ende März 2004 rund 72% aller Eurokredite im Bereich bis 10.000 Euro, ein Eurokredit belief sich auf durchschnittlich 32.000 Euro. Die meisten Fremdwährungskredite (32,4%) befanden sich hingegen im Segment zwischen 50.000 und 100.000 EUR; im Durchschnitt lautete ein Fremdwährungskredit auf rund 139.000 Euro.
Kräftige FW-Kreditaufnahmen in Schweizer Franken bei gleichzeitig massiven Rückführungen von Yen Krediten
Im ersten Quartal 2004 stiegen die Ausleihungen in Schweizer Franken um 5,6% bzw. 2,0 Mrd EUR. Durch dieses kräftige Wachstum konnte ein neuer Höchststand von 37,8 Mrd EUR festgestellt werden. Im Jahresvergleich wurde gar ein Plus von 40% (+10,7 Mrd EUR) verzeichnet. Dadurch erhöhte sich 2004 der Anteil der CHF-Kredite am gesamten Kreditvolumen in Fremdwährung auf beachtliche 83,4% (Anteil Dez. 2003: 81,5%), wogegen sich im Bereich der JPY-Kredite der Trend der letzten Monate fortsetzte und sich der Anteil auf sehr niedrige 9,5% (Anteil Dez. 2003: 12,1%) reduzierte. Im Quartalsabstand sanken die JPY-Kredite weiters um markante 18,9% (-1,0 Mrd EUR), im Jahresabstand wurde sogar ein Minus von 70% (-10,1 Mrd EUR) beobachtet. Der Kurs des Schweizer Franken blieb im Vergleich zum Jahresultimo 2003 gegenüber dem Euro praktisch konstant, während der japanische Yen im Vergleich zum Euro um rund 6% stieg.
Mehr als die Hälfte aller Kredite (53,4%) wurden nach wie vor von Unternehmen in Anspruch genommen. Ähnlich zum 1.Quartal 2003 (-0,9%) war wiederum ein Rückgang um 0,1% festzustellen, der jedoch deutlich geringer ausfiel. Der Fremdwährungsanteil lag bei 18,2%. Die privaten Haushalte , die rund 29% am Kreditvolumen innehatten, nahmen 2004 hingegen um 0,9 Mrd EUR (+1,2%) mehr Kredite auf. Im 1.Quartal 2003 hatte der Anstieg nur 0,2% betragen. Der Fremdwährungsanteil innerhalb der Kredite an private Haushalte belief sich auf 27,3%. Die in den letzten Jahren stagnierenden Forderungen an den Staat (rund 29 Mrd EUR) reduzierten sich im ersten Quartal 2004 weiter um 3,0%. Der Fremdwährungsanteil lag dabei traditionell niedrig und belief sich auf 5,1%.
Schwache Entwicklung im Einlagengeschäft
Nach einem geringen Einlagenaufkommen der inländischen Nichtbanken im ersten Quartal 2003 (+1,0%) fiel der Zuwachs mit 0,5% im heurigen Quartal noch geringer aus. Im März 2004 erreichten die Einlagen von inländischen Nichtbanken einen Stand von
202,0 Mrd EUR.
Die Spareinlagen machten mit 133,5 Mrd EUR weiterhin den größten Teil der Einlagen (rund 2/3) aus. Bei den Spareinlagen konnte, wie auch schon in der Vergleichsperiode des Vorjahres (+1,2%), ein leichter Zuwachs von 1,0% festgestellt werden. Sowohl bei den Termin- als auch bei den Sichteinlagen wurde der Vorjahrestrend jedoch widerlegt. So stiegen die Termineinlagen um 1,0% an (Vorjahr: -3,8%), während die Sichteinlagen um 1,0% abnahmen (Vorjahr: +3,1%).
Zunahme des Auslandsgeschäfts aktiv- als auch passivseitig: 10,3% bzw. 6,8%
Analog zum Vorjahr wurde das Auslandsgeschäft seitens der österreichischen Kreditinstitute auch in den ersten drei Monaten 2004 massiv forciert. So erhöhten sich die Auslandsforderungen heuer bereits um 17,9 Mrd EUR bzw. 10,3% (1. Quartal 2003: +13,8 Mrd EUR bzw. +8,9%). Allein die Forderungen an ausländische Kreditinstitute expandierten um 12,9 Mrd EUR oder 14,9%. In den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres war der Zuwachs bei 12,8 Mrd EUR (+17,1%) gelegen. Die Forderungen an ausländische Kunden stiegen im Vergleich dazu gering um 2,3 Mrd EUR oder 4,4%. Im Vorjahr waren sie allerdings nur um 0,3 Mrd EUR oder 0,6% gewachsen.
Die Verbindlichkeiten der in Österreich tätigen Kreditinstitute gegenüber dem Ausland erhöhten sich im ersten Quartal 2004 zwar nicht so stark wie die entsprechende Gegenposition auf der Aktivseite, verglichen mit dem Vorjahr (+6,2 Mrd EUR oder +3,7%) war das Plus von 12,2 Mrd EUR bzw. 6,8% aber doch recht beachtlich. Passivseitig beruhten diese Zuwächse vor allem auf verbrieften Verbindlichkeiten (+5,9 Mrd EUR oder 8,5%). Die Verbindlichkeiten gegenüber den ausländischen Kreditinstituten stiegen um 4,1 Mrd EUR bzw. 5,6%.
Starker Anstieg der Eigenmittel gegenüber dem Vorjahr
Die Eigenmittel beliefen sich Ende März 2004 auf 46,5 Mrd EUR – ein kräftiger Anstieg von 2,1 Mrd EUR (4,7%) seit Jahresbeginn. Im Vergleich dazu sanken die Eigenmittel im selben Beobachtungszeitraum des Jahres 2003 leicht um 0,1%.
Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage wuchs seit Jahresbeginn um 0,6 Prozentpunkte und erreichte einen Wert von 15,3%.
