Es gilt das gesprochene Wort.
Presseaussendung
Privatanleger suchen Sicherheit
Finanzverhalten der Österreicher 2008
Mag. Dr. Aurel Schubert
Wien, 21. 10. 2008
Gesamtüberblick


| Transaktionen in Mrd EUR | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzveranlagungen | 4,8 | 4,2 | 3,2 | 4,4 | 5,6 | 4,5 | 3,1 | 4 | 5,7 | 6,7 |
| Nettokapitalfluss | 3,9 | 2,2 | 1,2 | 3,3 | 4,4 | 3,5 | 1,4 | 2,6 | 5,1 | 5,4 |
| Bestände in Mrd EUR | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
| Geldvermögen | 380,7 | 383,1 | 390,5 | 397,9 | 405,7 | 410,7 | 412,5 | 416,1 | 415,4 | 421,5 |
| Nettogeldvermögen | 250,1 | 250,3 | 256,3 | 262,9 | 267,1 | 272 | 271,7 | 274 | 271 | 276,8 |
Private Haushalte veranlagten im ersten Halbjahr 2008 12,4 Mrd EUR gegenüber 10,1 Mrd EUR im ersten Halbjahr 2007.
Der anhaltend starke Vermögensaufbau spiegelt die hohe Ersparnisbildung, ausgedrückt in einer Sparquote über 11%, wider.
In Österreich sind private Haushalte mit einem Nettovermögen von 277 Mrd EUR die mit Abstand wichtigsten Kapitalgeber der österreichischen Volkswirtschaft; ihr Nettovermögensaufbau – im ersten Halbjahr 2008 waren dies 10,5 Mrd EUR – dient insbesondere den Banken als wichtiges Refinanzierungsmittel für ihre Finanzaktivitäten.
Geldvermögensbildung

| in Mrd EUR | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einlagen | 1,4 | 1,6 | 1,2 | 1,9 | 4,2 | 3,1 | 2,1 | 1,8 | 5,1 | 3,9 |
| Handelbare Wertpapiere | 2,1 | 1,3 | 0,3 | −0,1 | 0,4 | 0,5 | 0,1 | 1,1 | −0,3 | 1,3 |
| Lebensversicherungs- und Pensionskassenansprüche | 1,1 | 0,7 | 1,2 | 1,6 | 1,1 | 0,9 | 0,7 | 0,7 | 0,7 | 0,7 |
| sonstige Forderungen | 0,2 | 0,5 | 0,5 | 0,9 | −0,1 | 0 | 0,2 | 0,5 | 0,2 | 0,8 |
| Geldvermögensbildung insgesamt | 4,8 | 4,2 | 3,2 | 4,4 | 5,6 | 4,5 | 3,1 | 4 | 5,7 | 6,7 |
Der Vermögensaufbau war im ersten Halbjahr ausgeprägt. Dieser Verlauf entspricht wie in den vorangegangen Jahren einem starken saisonalen Muster.
Österreicher veranlagten – im ersten Semester 2008 noch mehr als im ersten Semester 2007 - ihre Ersparnisse in Bankeinlagen: 9 von 12,4 Mrd EUR, das sind 72%. Dazu kamen im zweiten Quartal 2008 hohe Nettokäufe von inländischen Bankanleihen (1,2 Mrd EUR), wodurch die Mittelzufuhr an Banken sehr ausgeprägt war.
Private Haushalte wählten damit eine Veranlagungsstruktur mit einer starken „Einlagenkomponente“, die auch in früheren „Zinsanhebungsphasen“ zu beobachten war.

| in Mrd EUR | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Banken | 0,5 | 2 | 1,4 | 2,7 | 4,6 | 3,9 | 2,5 | 2,7 | 4,6 | 5,1 |
| sonstige Finanzinstitute | 3 | 0,7 | 1,1 | 1,4 | 0,7 | 0,1 | 0,1 | 0,6 | 0,6 | 0,9 |
| Unternehmen und Staat | 0,3 | 1,1 | 0,2 | 0,2 | 0 | 0 | 0,2 | 0,7 | 0,3 | 0,3 |
| Ausland | 0,9 | 0,4 | 0,6 | 0,1 | 0,3 | 0,4 | 0,3 | 0 | 0,1 | 0,4 |
| Geldvermögensbildung insgesamt | 4,8 | 4,2 | 3,2 | 4,4 | 5,6 | 4,5 | 3,1 | 4 | 5,7 | 6,7 |
Österreichische Haushalte konzentrierten sich im ersten Halbjahr 2008 mit 9,7 Mrd EUR, das sind 78% der gesamten Geldvermögensbildung, auf Finanzprodukte der inländischen Banken. Neben Einlagen waren vor allem Anleihen stark nachgefragt.
Daneben sind die anderen Anbieter innerhalb des Finanzsektors (Investmentfonds, Lebensversicherungen und Pensionskassen) wesentliche Kapitalnehmer aus der Neuveranlagung privater Haushalte. Im ersten Semester entfielen auf diese Finanzinstitute 1,6 Mrd EUR, das sind 13%.
Kaum eine Bedeutung hat am aktuellen Zeitrand – im Vergleich zu den Boomjahren 2005 und 2006 – der Erwerb von Unternehmensaktien.
Private Anleger veranlagten relativ wenig Finanzmittel direkt im Ausland. Auslandsveranlagungen werden eher indirekt über den Erwerb von Investmentzertifikaten vorgenommen.

| in Mrd EUR | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einlagen bei Banken im Inland | 1,4 | 1,5 | 1,1 | 1,8 | 4,3 | 3 | 2 | 1,7 | 5 | 3,9 |
| Staatswertpapiere | 0 | 0,2 | −0,1 | 0 | 0,1 | 0,1 | 0,1 | 0,1 | 0,1 | 0,1 |
| Anteil an Geldvermögensbildung in % (rechte Achse) | 28 | 40 | 32 | 42 | 78 | 68 | 66 | 44 | 88 | 59 |
Private Haushalte veranlagten vor allem bei inländische Banken: Im ersten Halbjahr 2008 waren es 8,8 Mrd EUR gegenüber 7,3 Mrd EUR im ersten Semester 2007.
Von diesem Einlagenzuwachs konnten Banken in allen Bundesländern profitieren.
Dese Veranlagungsstrategie beeinflusst auch die Struktur der gesamten Geldvermögensbildung. Seit dem vierten Quartal 2006 lag der Anteil dieser Veranlagungsform – zum Teil deutlich – über 40% des gesamten Vermögensaufbaus.
Hingegen spielten Staatswertpapiere – im Hinblick auf ihre Funktion als „sicherer Hafen“ in Zeiten volatiler Entwicklungen auf den Kapitalmärkten – kaum eine Rolle. Zwischen Jahresanfang 2006 und Jahresmitte 2008 wurden von privaten Haushalten kurzfristige Titel (Bundesschatzscheine) in Höhe von insgesamt 0,6 Mrd EUR erworben. Vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2008 zeigen einen weiteren Anstieg um 0,2 Mrd EUR.

| in Mrd EUR bzw. in % | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| kurzfristige Einlagen | 0,4 | 1,4 | 1,3 | 2,1 | 3,5 | 4,5 | 3,9 | 3,7 | 4,9 | 3,9 |
| kurzfristige Wertpapiere | 0 | 0,1 | 0,1 | 0,2 | 0,1 | 0,3 | 0,2 | 0,1 | 0,1 | 0,1 |
| Anteil an Geldvermögensbildung (rechte Achse) | 7 | 36 | 43 | 53 | 64 | 108 | 132 | 92 | 86 | 60 |
Österreicher erhöhten bis zum zweiten Quartal 2008 kontinuierlich ihre kurzfristig gebundenen Veranlagungen. Die Aussicht auf steigende Zinsen seit der ersten Leitzinsanhebung im Dezember 2005 und die bereits erstmals im zweiten Quartal 2006 einsetzenden Unruhen auf den Kapitalmärkten dürften zu diesem Veranlagungsverhalten beigetragen haben.
Besonders attraktiv waren für private Anleger Einlagen bei Banken mit einer Bindungsfrist bis zu einem Jahr, da Banken die Zinsen in diesem Segment besonders stark erhöhten.
Diese Investitionspolitik war verantwortlich, dass der Anteil am gesamten Vermögensaufbau auf über 130% im Laufe des Jahres 2007 anstieg. In dieser Phase wurden langfristige Finanzierungsinstrumente wie z. B. Investmentzertifikate oder ausländische Aktien verkauft.
Ab dem ersten Quartal 2007 bewegten sich die kurzfristigen Veranlagungen der Haushalte in einer Bandbreite zwischen 3 und 5 Mrd EUR pro Quartal.
Der Rückgang der kurzfristigen Veranlagungen im Anteil am gesamten Vermögensaufbau ist vor allem durch zusätzliche Käufe von langfristigen Bankanleihen ab dem ersten Quartal 2007 (zum Teil Garantieanleihen bzw. steuerlich begünstigte Wohnbauanleihen) zu erklären.


| in Mrd EUR | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bruttokäufe handelbarer Wertpapiere | 15,1 | 15,2 | 11,3 | 11,1 | 14 | 16,2 | 11,7 | 16,1 | 9,6 | 11 |
| Bruttoverkäufe/Tilgungen handelbarer Wertpapiere | −13 | −13,9 | −11 | −11,1 | −13,5 | −15,7 | −11,6 | −15,1 | −10 | −9,6 |
| in Mrd EUR | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
| inländische Bankanleihen | 0 | 0,3 | 0,1 | 0,1 | 1 | 0,6 | 0,4 | 0,7 | 0,5 | 1,2 |
| sonstige Anleihen | 0,1 | 0,3 | 0 | 0,3 | 0,2 | 0,2 | 0,3 | 0,4 | 0,2 | 0,3 |
| inl. Unternehmensaktien | 0,1 | 0,8 | 0 | 0 | −0,2 | −0,1 | 0 | 0,4 | 0,1 | 0 |
| inl. Bankaktien | 0,2 | 0 | 0 | −0,1 | 0 | −0,1 | 0 | 0 | 0,1 | −0,1 |
| sonstige Aktien | 0,2 | −0,1 | 0 | −0,4 | −0,5 | −0,3 | −0,2 | −0,1 | 0 | 0,2 |
| Investmentzertifikate | 1,4 | 0 | 0,2 | 0 | −0,1 | 0,1 | −0,3 | −0,4 | −1,2 | −0,2 |
Die Bruttotransaktionen an Wertpapierkäufen bzw. –verkäufen lagen in den letzten zehn Quartalen konstant zwischen 10 und 15 Mrd EUR pro Quartal, das sind jeweils ca. 10 bis 15% des Marktwertes des gesamten Wertpapierportefeuilles privater Investoren (der Marktwert lag in der Beobachtungsperiode von 2006 bis erstes Halbjahr 2008 zwischen 90 und 100 Mrd EUR).
Bankanleihen wurden stark erworben, insbesondere im zweiten Quartal 2008.
Investmentzertifikate wurden hingegen tendenziell – und zwar bereits seit Anfang 2007 - verkauft.
(noch) keine nennenswerten Nettoverkäufe waren bei inländischen Bank- und Unternehmensaktien festzustellen.
Österreichische Privatanleger gingen bei der Wahl der Wertpapiere, die sie netto kauften oder verkauften, selektiv vor:
Geldvermögen

| Spareinlagen | 40.668 | Unternehmensbeteiligungen | 9.122 |
| Lebensversicherungs- und Pensionskassenansprüche | 21.523 | börsennotierte Aktien | 4.658 |
| Sichteinlagen | 10.829 | sonstige Forderungen | 4.381 |
| Investmentfondanteile | 10.811 | Bargeld | 3.693 |
| verzinsliche Wertpapiere | 10.006 | Termineinlagen | 2.567 |
| Finanzprodukte von inländischen Banken | 61.440 | ||
Das Finanzvermögen der privaten Haushalte erreichte zur Jahresmitte 2008 einen Wert von 421,5 Mrd EUR.
Rein rechnerisch, zur Veranschaulichung dieses Vermögenswertes, bedeutet das auf alle Haushalte umgelegt einen Durchschnittswert von 118.000 EUR.
Spitzenreiter ist nach wie vor das Sparbuch mit einem Wert von 41.000 EUR, gefolgt von Lebensversicherungspolizzen und Ansprüchen gegenüber betrieblichen Pensionskassen mit einem Wert von 21.500 EUR.
Diese beiden Finanzierungsinstrumente verzeichneten auch in den letzten 2 ½ Jahren mit 3.900 EUR bzw. 2.900 EUR pro Haushalt den größten Anteil am Kapitalzufluss.
Mit mehr als 50% am gesamten Finanzvermögen hat jeder Haushalt rund 61.000 EUR unmittelbar in Finanzprodukte der inländischen Banken investiert. Durch den Besitz an Investmentzertifikaten erhöht sich dieser Anteil weiter.
Auf die Passivseite der Banken umgelegt bedeutet diese Struktur, dass mehr als 20% der Verbindlichkeiten von privaten Haushalten kommen. Dieser Anteil unterstreicht die Rolle dieses Sektors im Mittelaufkommen der Banken.

| Durchschnittswert pro Haushalt in EUR | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| inländische verzinsliche Wertpapiere | 123 | 14 | 211 | 78 | 79 | −201 | 8 | −21 | 11 | −137 |
| ausländische verzinsliche Wertpapiere | −22 | −47 | −6 | −9 | 12 | −9 | −19 | −19 | −40 | −25 |
| inländische börsennotierte Aktien | 327 | −190 | 108 | 404 | 324 | −36 | −390 | −188 | −400 | 80 |
| ausländische börsennotierte Aktien | 479 | −364 | 223 | 559 | 437 | 98 | −647 | −274 | −744 | 30 |
| Investmentzertifikate | 159 | −443 | 374 | 248 | 62 | 175 | −20 | −165 | −749 | −141 |
| Summe | 1.066 | −1.031 | 909 | 1.279 | 915 | 27 | −1.067 | −667 | −1.922 | −193 |
| Anteil am WP-Vermögensbestand | 3 | −3,3 | 3,1 | 3,3 | 2,2 | 0,2 | −2,5 | −1,8 | −5,8 | −1,1 |
Das Wertpapierportefeuille der privaten Anleger belief sich zur Jahresmitte 2008 auf 91 Mrd EUR, das sind 25.500 EUR pro Haushalt bzw. 22% des gesamten Geldvermögens.
Die erstmals im zweiten Quartal 2006 einsetzenden Unruhen auf den Kapitalmärkten verringerten den Marktwert der handelbaren Wertpapiere ab dem dritten Quartal 2007 zum vierten Mal in Folge.
Betroffen waren dabei vor allem Aktienfonds und börsennotierte Aktien (insbesondere Immobilienaktien) im Besitz österreichischer Privatanleger.
Mit knapp 6% – gemessen am gesamten Wertpapierbesitz – war der bisher tiefste Einbruch des Marktwertes im ersten Quartal 2008 zu verzeichnen. Bezogen auf das gesamte Finanzvermögen betrug der Rückgang 1,3%.
Erste Berechnungen für das dritte Quartal 2008 zeigen einen – buchmäßigen – Rückgang in der Größenordnung des ersten Quartals 2008 (ca. 1 ½% des gesamten Finanzvermögens). Wie schon für das erste Halbjahr feststellbar, erwarben im dritten Quartal 2008 Privatanleger verzinsliche Wertpapiere, während Investmentzertifikate weiter verkauft wurden.

| in % | Deutschland | Österreich |
|---|---|---|
| Bargeld und Einlagen | 36,00 | 48,70 |
| verzinsliche Wertpapiere | 7,60 | 8,30 |
| Aktien und sonstige Beteiligungen | 11,90 | 11,60 |
| Investmentfonds | 11,80 | 9,40 |
| Lebensversicherungs- und Pensionskassenansprüche | 31,90 | 18,30 |
| Sonstige Forderungen | 0,90 | 3,70 |
Knapp 50% des Geldvermögens der österreichischen privaten Haushalte sind in Form von Bargeld und Einlagen veranlagt. Dieser hohe Anteil spiegelt die traditionell hohe Bedeutung des Sparbuches für österreichische Anleger wider.
In Deutschland betrug dieser Anteil per Ultimo März 2008 rund 36%. Die Altersvorsorge in Form von Produkten von Versicherungen und Pensionskassen spielt jedoch in Deutschland mit einem Anteil von 32% am gesamten Geldvermögen im Vergleich zu Österreich (18% per Ultimo März 2008) eine bedeutendere Rolle.
Veranlagungen in Form von Aktien und sonstigen Beteiligungen sowie in Form von Investmentzertifikaten haben mit einem Anteil von jeweils rund 10% in beiden Ländern eine ähnliche Bedeutung.
In beiden Ländern spielten Bargeld und Einlagen für Neuinvestitionen seit Beginn der Finanzmarktturbulenzen im Sommer 2007 eine dominierende Rolle.
Das durchschnittliche Geldvermögen pro Haushalt betrug in Österreich zum 30.6.2008 rund 118.000 EUR. In Deutschland lag das durchschnittliche Geldvermögen in der gleichen Größenordnung.
Kreditaufnahmen

| in Mrd EUR bzw. in % der Verschuldung | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wohnbaukredite | 0,7 | 1 | 1,4 | 1,1 | 1,4 | 1,2 | 1,3 | 1,3 | 0,8 | 1,3 |
| Konsumkredite | 0,1 | 0,5 | 0,2 | −0,2 | −0,1 | 0 | 0,4 | −0,1 | −0,2 | 0 |
| sonstige Kredite | 0,1 | 0,5 | 0,4 | 0,1 | 0 | −0,2 | 0,2 | 0,3 | 0 | 0 |
| Kreditaufnahmen insgesamt | 0,9 | 2 | 2 | 1 | 1,2 | 1 | 1,8 | 1,4 | 0,6 | 1,3 |
| Jahreswachstumsrate (rechte Achse) | 6,7 | 5,9 | 5,1 | 4,6 | 4,8 | 4 | 3,8 | 4,1 | 3,5 | 3,7 |
Private Haushalte nahmen im ersten Semester 2008 per Saldo (Aufnahmen minus Tilgungen) Kredite in Höhe von 1,9 Mrd EUR auf. In den zwei davor liegenden Quartalen betrug die Neuverschuldung noch 3,2 Mrd EUR.
Kontinuierlich sank die Jahreswachstumsrate der Verschuldung auf Transaktionsbasis im Verlauf der Beobachtungsperiode zwischen 2006 und erstem Halbjahr 2008 von 6,7% auf 3,7%.
Zunehmend höhere Kreditzinsen dürften die Bereitschaft zur Neuverschuldung gebremst haben.
Mit einem Anteil von mehr als 85% der gesamten Kreditaufnahmen waren die Finanzierungen von Wohnraumbeschaffung und –erhaltung Motor dieses moderaten Kreditwachstums.
Dadurch konnten auch die Bauinvestitionen in Österreich gestützt wurden.


| in Mrd EUR | 2006 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2007 Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | 2008 Q1 | Q2 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Volumenseffekt | 0 | 0,02 | 0,01 | 0,01 | 0,04 | 0,01 | 0,03 | 0,02 | 0,03 | 0 |
| Zinseffekt | 0,03 | 0,04 | 0,06 | 0,04 | 0,08 | 0,04 | 0,07 | 0,03 | 0,02 | −0,01 |
| Veränderung Zinsaufwand | 0,03 | 0,06 | 0,08 | 0,05 | 0,12 | 0,06 | 0,1 | 0,05 | 0,05 | 0 |
| Zinsaufwand absolut | 1,11 | 1,17 | 1,25 | 1,3 | 1,41 | 1,47 | 1,57 | 1,62 | 1,68 | 1,67 |
Der Zinsaufwand stieg im ersten Halbjahr 2008 auf 3,4 Mrd EUR, im ersten Halbjahr 2007 betrug der Zinsaufwand 2,9 Mrd EUR. Treibende Kraft waren die gestiegenen Interbankzinssätze, an die die variablen Kundenzinssätze gekoppelt sind.
In Österreich ist der Anteil an variabel verzinsten Krediten höher als in anderen Ländern des Euroraums:
Ein Indikator für die unterschiedlichen Anteile kann aus den Daten zum Neugeschäft der Banken per Juni 2008 gewonnen werden: So beträgt in Österreich der Anteil der variablen verzinsten Wohnbaukredite 61%, in Deutschland 14% und im Durchschnitt des Euroraums 37%.Saisonale Effekte gingen vorwiegend von den Zinsanpassungen der Bausparkassen aus.
Daneben spielten im dritten Quartal 2007 die Anhebungen der Schweizer Franken Kreditzinssätze eine wesentliche Rolle.
Verschuldung


| in Mrd EUR | Juni 08 |
|---|---|
| Wohnbaukredite | 89,9 |
| Konsumkredite | 24,8 |
| sonstige Kredite | 29,9 |
| Kredite in Euro | 110,1 |
| Kredite in Fremdwährung | 34,5 |
| Summe | 144,6 |
Die gesamte Verschuldung der österreichischen Kreditnehmer betrug zur Jahresmitte 2008 145 Mrd EUR, davon waren 123 Mrd EUR gegenüber inländische Banken aushaftend.
In Relation zum verfügbaren Einkommen der Haushalte machten die aushaftenden Kreditverbindlichkeiten 87% aus. Im Euroraum-Vergleich ist diese Quote unterdurchschnittlich.
Der hohe Anteil der Wohnbaukredite in der Neuverschuldung spiegelt sich auch im Schuldenstand mit einer Quote von 62% wider.
Drei Viertel der Verschuldung sind in EUR denominiert, die restlichen 25% sind vor allem auf Kreditfinanzierungen in Schweizer Franken zurückzuführen.

| in Mrd EUR per 30. 6. 2008 | endfällig ohne Tilgungsträger | endfällig mit Tilgungsträger | laufend fällig | Summe |
|---|---|---|---|---|
| bis 1 Jahr | 0,3 | 0,4 | 0,8 | 1,6 |
| 1 bis 2 Jahre | 0,1 | 0,2 | 0,4 | 0,7 |
| 2 bis 5 Jahre | 0,3 | 0,8 | 1 | 2,1 |
| 5 bis 7 Jahre | 0,3 | 0,9 | 0,6 | 1,8 |
| 7 bis 10 Jahre | 0,4 | 1,9 | 0,8 | 3,1 |
| 10 bis 15 Jahre | 0,8 | 5,5 | 0,9 | 7,2 |
| 15 bis 20 Jahre | 0,6 | 6,5 | 0,5 | 7,6 |
| über 20 Jahre | 0,6 | 9,4 | 0,4 | 10,4 |
Von dem gesamten aushaftenden Kreditvolumen in Fremdwährungen in Höhe von 34 Mrd EUR sind 74% endfällig und haben einen Tilgungsträger in Form von Investmentzertifikaten oder Versicherungspolizzen.
Neben dem Zins- und Wechselkursrisiko, dem die Kreditnehmer ausgesetzt sind, kommen durch die derzeit schlechte Performance der Tilgungsträger zusätzliche Risken für die Abdeckung der Kreditschuld hinzu.
Die Restlaufzeitstruktur dieser Kredite macht deutlich, dass der überwiegende Teil der endfälligen Kredite ab 2018 fällig wird. Selbst bei einem Stopp dieser Art der Kreditfinanzierung werden die Fremdwährungskredite nicht vor 2030 auslaufen.
Zum Vergleich:
Von den derzeit aushaftenden EUR-denominierten Bankkrediten (89 Mrd EUR per Ende Juni 2008) werden bis 2018 69% fällig (von den Fremdwährungskrediten nur 27%).
Zusammenfassung
Von den 12,4 Mrd EUR, die private Haushalte im ersten Semester 2008 veranlagten, wurden 9 Mrd EUR in Einlagen investiert (ein Plus von 1,7 Mrd EUR gegenüber dem ersten Halbjahr 2007).
Banken sind die erste Zieladresse bei Investitionen der Haushalte: 9,7 Mrd EUR oder 78% der Neuveranlagungen. Dazu zählen neben Einlagen auch verstärkt wieder Bankanleihen.
Private Haushalte binden sich bei der Veranlagung kürzer: fast ¾ der gesamten Veranlagungen im ersten Halbjahr 2008 gingen in Einlagen und Wertpapiere mit einer Bindungsfrist von maximal 1 Jahr.
Das Geldvermögen zum Ultimo 2008 betrug 422 Mrd EUR. Im Ranking der beliebtesten Sparformen lagen das Sparbuch und die Lebensversicherung (einschließlich Pensionskassenansprüche) voran: 34% bzw. 18% machten diese beiden Produkte vom gesamten Finanzvermögen der Österreicher Ende Juni 2008 aus.
Österreicher verschuldeten sich 2008 moderat: 1,9 Mrd EUR im ersten Halbjahr. Wichtigster Grund für die Schuldenaufnahme ist die Wohnraumbeschaffung bzw. –erhaltung.
Der Zinsaufwand für aufgenommene Kredite stieg im ersten Halbjahr 2008 auf 3,4 Mrd EUR, im ersten Halbjahr 2007 betrug der Zinsaufwand 2,9 Mrd EUR. Treibende Kraft waren die gestiegenen Interbankzinssätze, an die die variablen Kundenzinssätze gekoppelt sind.
Die Verschuldung der österreichischen Kreditnehmer betrug zur Jahresmitte 2008 145 Mrd EUR, 123 Mrd EUR davon bei inländischen Banken.
Die Fremdwährungsverbindlichkeiten machten zum selben Stichtag 34 Mrd EUR aus; 73% davon sind auf Grund des hohen Anteils von endfälligen Krediten erst ab 2018 fällig.
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