Bilanzsumme seit März 2009 rückläufig

Bilanzsumme seit März 2009 rückläufig (Statistiken Q1/10)

Wesentliche Entwicklungen im inländischen Finanzwesen in den ersten drei Quartalen 2009

Wien, 15.1.2010 (Dr. Norbert Schuh, Mag. Peter Steindl)1)

Nach einer Stagnation von September 2008 bis März 2009 war die Bilanzsumme seither rückläufig. Die Kreditvergabe an Private Haushalte und vor allem an Nichtfinanzielle Unternehmen ging stark zurück. Dies konnte durch höhere Anleiheemissionen der Unternehmen zum Teil kompensiert werden. Das unkonsolidierte Betriebsergebnis der in Österreich tätigen Banken verbesserte sich für die ersten drei Quartale 2009 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008.



1 Bilanzsummenrückgang seit März 2009

Nach starkem Bilanzsummenwachstum bis zum dritten Quartal 2008 stagnierte die Bilanzsumme der Kreditinstitute zwischen September 2008 und März 2009 bei rund 1.070 Mrd EUR. Im zweiten und dritten Quartal sank sie um jeweils rund 11 Mrd EUR und verzeichnete damit gegenüber dem -Ultimo 2008 einen Rückgang um 2,1% auf 1.047 Mrd EUR.

 

Für diese Entwicklung war zu einemgroßen Teil das Zwischenbankengeschäft im In- und Ausland verantwortlich. Beim Stand der Forderungen bzw. Verbindlichkeiten an bzw. gegenüber inländischen Kreditinstituten war in den ersten neun Monaten 2009 ein Rückgang von 9,98 Mrd EUR bzw. 27,29 Mrd EUR erkennbar. Im Geschäftssegment Ausland war das Volumen im Kundengeschäft rückläufig.

 

Zum 30. September 2009 gab es -innerhalb der Bankensektoren hinsichtlich des Bilanzsummenwachstums kein einheitliches Bild. Neben einem Rückgang bei den Aktienbanken (–26,21 Mrd EUR bzw. –8,5%) wiesen auch die Sparkassen (–6,85 Mrd EUR bzw. –3,9%), die Sonderbanken (–1,46 Mrd EUR bzw. –1,3%), die Landes-Hypothekenbanken (–0,62 Mrd EUR bzw. –0,6%) und die Zweigstellen gemäß § 9 BWG (–0,08 Mrd EUR bzw. –0,7%) Abnahmen auf. Die Raiffeisenbanken (+9,65 Mrd EUR bzw. +3,6%), die Volksbanken (+3,10 Mrd EUR bzw. +3,9%) und die Bausparkassen (+0,47 Mrd EUR bzw. +2,1%) verzeichneten hingegen einen Anstieg der Bilanzsumme.

 

Der Aktienbankensektor hielt Ende September 2009 mit 26,9% Marktanteil, gemessen an der Gesamtbilanzsumme, knapp den ersten Platz vor dem Raiffeisensektor mit 26,3% und den Sparkassen mit 16,2%. Die Sonderbanken erzielten einen Marktanteil von 10,3%, die Landes-Hypothekenbanken 9,2%, die Volksbanken 7,8%, die Bausparkassen 2,2% und die Zweigstellen gemäß § 9 BWG 1,1%.

 

Der Marktanteil der zehn größten Banken sank im Vergleich zum Ultimo 2008 um 1,3 Prozentpunkte auf 53,2%, was daran lag, dass ihr Bilanzsummenrückgang mit 4,5% stärker ausfiel als im Österreich-Durchschnitt (–2,1%). Der Anteil der Top-5-Banken, gemessen an der Bilanzsumme, ging mit 1,5 Prozentpunkten noch -etwas stärker zurück und erreichte Ende September 2009 ein Niveau von 37,6%.

 

Die Konsolidierung im österreichischen Bankwesen fand auch ihren -Niederschlag in der Finanzierung des privaten Sektors in Form von Krediten an Private Haushalte und Nichtfinan-zielle Unternehmen.

Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute

2 Rückgang der Bankkredite an den privaten Sektor

Die um Wechselkurseffekte, Wertberichtigungen und Reklassifikationen bereinigte Kreditvergabe (sogenannte transaktionsbedingte Veränderungen) an Private Haushalte und Nichtfinan-zielle Unternehmen in Summe ging in den ersten neun Monaten 2009 um 0,4 Mrd EUR zurück, während sie in den Vergleichsperioden der letzten drei Jahre (2006 bis 2008) um  jeweils rund 11 Mrd EUR angestiegen war. Dabei war der Rückgang im Vorjahresvergleich bei den Nichtfinanziellen Unternehmen ausgeprägter als bei den Privaten Haushalten. Während die Nicht-finanziellen Unternehmen von Jänner bis September 2008 ihr Kreditvolumen um 7,7 Mrd EUR erhöhten, gab es in den ersten drei Quartalen 2009 einen Rückgang um 0,8 Mrd EUR. Die Kredite an Private Haushalte stiegen in den ersten neun Monaten 2009 um 0,4 Mrd EUR, nachdem sie von Jänner bis September 2008 noch um 3 Mrd EUR angestiegen waren.

 

Im Jahresabstand ist das Wachstum der Privaten Haushalte im Verlauf der letzten drei Jahre kontinuierlich von 5,5% (September 2006), über 4,9% (September 2007) und 3,6% (September 2008), auf 0,3% Ende September 2009 zurückgegangen. Für die Nicht-finanziellen Unternehmen war ein starker Rückgang der Wachstumsrate im Zwölf-Monats-Abstand von ihrem Höhepunkt mit 9,1% im Dezember 2008 auf 2,1% im September 2009 festzustellen.

 

Die schleppende Kreditvergabe der Banken an den privaten Sektor (Private Haushalte und Nichtfinanzielle Unternehmen) wurde durch ein höheres Anleihevolumen der Nichtfinanziellen Unternehmen zum Teil kompensiert. Die Finanzierung der Unternehmen über den Anleihemarkt verdreifachte sich von 1,2 Mrd EUR (Jänner bis September 2008) auf 3,6 Mrd EUR (Jänner bis September 2009). Damit wurde der bisherige Rekordwert für Unternehmensanleihen von 2,7 Mrd EUR in den ersten drei Quartalen 2007 um fast 1 Mrd EUR übertroffen.

Kredite an private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen
Zwölf-Monats-Wachstumsraten der Kredite an private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen

3 Zunahme der Sicht- und -Spareinlagen – Rückgang der Termineinlagen

Die Einlagen inländischer Nichtbanken bei allen in Österreich meldepflichtigen Kreditinstituten nahmen gegenüber dem Jahresende 2008 um 0,4%  (+1,15 Mrd EUR) auf 276,89 Mrd EUR zu. Hervorzuheben war die Entwicklung der Sichteinlagen, die um 7,25 Mrd EUR bzw. 9,6% anstiegen. Im Gegensatz dazu war bei den Termineinlagen ein deutlicher Rückgang im Ausmaß von 8,58 Mrd EUR (–19,1%) zu verzeichnen; diese Entwicklung war bei allen Banken erkennbar.

 

Ein moderates Wachstum konnte weiterhin bei den Spareinlagen (+1,6%) verzeichnet werden, woraus ein Stand von 157,86 Mrd EUR -resultierte. Ende September 2009 verteilten sich die Einlagen auf 57,0% Spareinlagen, 29,9% Sichteinlagen (82,75 Mrd EUR) und 13,1% Termineinlagen (36,28 Mrd EUR).

 

Das Einlagenwachstum war sektoral mehrheitlich auf die Privaten Haushalte (+4,41 Mrd EUR) zurückzuführen. Bei den Nichtfinanziellen Unternehmen war insgesamt nur eine Veränderung von +0,22 Mrd EUR erkennbar. Das Gesamteinlagenwachstum wurde durch Rückgänge bei den Nichtbanken-Finanzintermediären und im Sektor Staat deutlich geschmälert.


Einlagenfinanzierung der Kredite

4 Refinanzierung der Kredite durch Einlagen erhöhte sich gegenüber dem Ultimo 2008

Rückläufige Kreditvergabe an inländische Nichtbanken bei schwach ansteigenden Einlagen führte Ende September 2009 im Vergleich zum Ultimo 2008 zu einer um 1,3 Prozentpunkte höheren Refinanzierungsquote der Kredite durch Einlagen; diese erreichte Ende September 2009 91,3% und lag damit um fast 9 Prozentpunkte höher als im langjährigen Durchschnitt von 1995 bis Mitte 2007, dem Beginn der Finanzmarktkrise. Diese Entwicklung verlief jedoch im Jahresverlauf nicht kontinuierlich. So stieg die Refinanzierungsquote der Kredite im ersten Quartal 2009 auf 92,7%, um in der Folge vor allem durch rückläufige Einlagen zu sinken.



5 Verbessertes Betriebsergebnis

Das unkonsolidierte Betriebsergebnis der in Österreich tätigen Kreditinstitute belief sich in den ersten drei Quartalen 2009 auf 4,91 Mrd EUR. Verglichen mit der entsprechenden Vorjahresperiode entsprach dies einer Steigerung um 0,61 Mrd EUR bzw. 14,1%. Grundlage dafür waren einerseits die um 0,37 Mrd EUR bzw. 2,9% gewachsenen Betriebserträge und andererseits die leicht gesunkenen Betriebsaufwendungen (–0,24 Mrd EUR bzw. –2,9%). Der deutliche Anstieg des Betriebsergebnisses basierte hauptsächlich auf den Zuwächsen von vier Großbanken (Erste Group Bank, RZB, UniCredit CAIB und UniCredit Bank Austria).

 

Die unkonsolidierte Cost-Income-Ratio der in Österreich tätigen Kreditinstitute verbesserte sich auf 62,2% und lag damit unter dem langjährigen Bestwert der ersten drei Quartale eines Jahres (63,2% im Jahr 2007). Die beste Relation im sektoralen Vergleich wiesen die Raiffeisenbanken mit 53,9% auf.

Die unkonsolidierten Betriebserträge der Kreditinstitute insgesamt betrugen in den ersten drei Quartalen 2009 12,98 Mrd EUR (+0,37 Mrd EUR bzw. +2,9%). Das Wachstum des Betriebsergebnisses war hauptsächlich auf den Nettozinsertrag, der 6,56 Mrd EUR betrug (+0,55 Mrd EUR bzw. +9,2% gegenüber der Vergleichsperiode 2008), und auf den wieder positiven Saldo aus dem Finanzgeschäft, der sich auf 0,37 Mrd EUR belief (+0,69 Mrd EUR), zurückzuführen.

 

Die restlichen Bestandteile der Betriebserträge waren im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2008 rückläufig. Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen verringerten sich um 0,35 Mrd EUR bzw. 13,7% auf 2,23 Mrd EUR. Weiters konnte beim Saldo aus dem Provisionsgeschäft ein Rückgang um 0,52 Mrd EUR bzw. 16,1% auf 2,68 Mrd EUR beobachtet werden. In dieser Position wirkte sich vor allem der rückläufige Saldo aus dem Wertpapierprovisionsgeschäft aus (–0,29 Mrd EUR bzw. –25,7% auf 0,83 Mrd EUR). Die sonstigen betrieblichen Erträge nahmen geringfügig um 0,01 Mrd EUR bzw. 0,5% ab.

 

Aufgrund der beschriebenen Entwicklungen erhöhte sich auf Ebene aller in Österreich tätigen Kreditinstitute der Anteil des Nettozinsertrags an den gesamten Betriebserträgen auf 50,6% (47,7% in den ersten drei Quartalen 2008).

 

Die Betriebsaufwendungen der inländischen Kreditinstitute sanken im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2008 um 0,24 Mrd EUR bzw. 2,9% auf 8,08 Mrd EUR. Die absolut gesehen größten Rückgänge wurden beim Sachaufwand (–0,12 Mrd EUR bzw. –4,1%  auf 2,72 Mrd EUR) verzeichnet. Die Personalaufwendungen gingen um 2,1% bzw. 0,09 Mrd EUR auf  4,23 Mrd EUR zurück. Allerdings kam es in den Unterpositionen zu Verschiebungen. Die größte Änderung betraf die Dotierung der Pensionsrückstellung (–0,10 Mrd EUR bzw. –75,8% auf 0,03 Mrd EUR). Die Personalaufwendungen machten somit weiterhin mit einem Anteil von 52,4% den Großteil der Betriebsaufwendungen aus.

 

Für das Gesamtjahr 2009 erwarten die in Österreich tätigen Kreditinstitute auf Basis der ersten drei Quartale ein Betriebsergebnis von 6,27 Mrd EUR. Zum Berichtstermin 30. Juni 2009 wurde mit einem Jahresbetriebsergebnis von 6,21 Mrd EUR gerechnet, das – verglichen mit dem aktuellen Vorschauwert – um 0,07 Mrd EUR bzw. 1,1% geringer war.


Cost-Income-Ratio der in Österreich tätigen Kreditinstitute
Entwicklung des erwarteten Jahresbetriebsergebnisses und des Jahresüberschusses

6 Verringerung der Anzahl der Bankstellen

Aufgrund von acht Schließungen (American Express Bank Ltd., Bank Medici AG, Eurotours GmbH und fünf §-9-Instituten) sowie sechs Fusionen (Sparda Bank AG und fünf Raiffeisenbanken) bei vier Neugründungen (Erste Asset Management GmbH, eine Wechselstube und zwei §-9-Institute) verringerte sich die Anzahl der Hauptanstalten in den ersten drei Quartalen 2009 von 867 auf 857.

 

Die Anzahl der Zweigstellen wurde gleichzeitig um 62 reduziert. Somit gab es in den ersten neun Monaten 2009 im österreichischen Bankstellennetz einen Rückgang um 72 auf 5.049 Standorte.

 

Die insgesamt 94 Schließungen von Bankstellen betrafen – regional betrachtet – folgende Bundesländer: In Wien wurden 34, in der Steiermark 17, in Niederösterreich zehn, in Tirol neun, in Kärnten sieben, in Oberösterreich sechs, in Salzburg fünf, sowie im Burgenland und in Vorarlberg je drei Bankstellen geschlossen. Die neu hinzugekommenen Bankstellen (22) betrafen Wien mit acht, Oberösterreich mit vier, Niederösterreich und -Tirol mit je drei, Kärnten mit zwei, -sowie Salzburg und die Steiermark mit jeweils einer.



7 Erholung im Investmentfondsgeschäft setzt sich fort

Im dritten Quartal 2009 verringerten die österreichischen Anbieter von Investmentfonds ihre Angebotspalette um weitere 40 Fonds. Per Ende September 2009 legten 30 Kapitalanlagegesellschaften 2.230 Investmentfonds auf.

 

Das Fondsvolumen der Investmentfonds (inklusive „Fonds in Fonds“-Veranlagungen) verzeichnete im März 2009 mit 123,0 Mrd EUR seinen Tiefststand und stieg danach bis September 2009 wieder kontinuierlich an. Insgesamt erhöhte sich das Fondsvolumen im dritten Quartal 2009 mit 8,18 Mrd EUR bzw. 6,3% wieder relativ kräftig und erreichte per Ende September 2009 137,4 Mrd EUR. Damit entspricht das aktuell verwaltete Volumen in etwa dem Stand im zweiten Quartal 2005.

 

Die Zunahme war vor allem bei Investitionen im Ausland festzustellen. So stiegen die ausländischen Rentenwerte um 3,38 Mrd EUR, gefolgt von ausländischen Aktien und Beteiligungs-papieren mit 2,16 Mrd EUR sowie ausländischen Investmentzertifikaten mit 2,00 Mrd EUR. Einen relativ kräftigen -Anstieg zeigten mit +0,44 Mrd EUR bzw. 20,6% auch österreichische -Aktien,während inländische Rentenwerte leicht rückgeführt wurden. Bei den Immobilienveranlagungen wurde keine Bewegung festgestellt.

 

Unter Ausklammerung der „Fonds in Fonds“-Veranlagungen errechnete sich für das konsolidierte Fondsvolumen Ende September 2009 ein Bestand von 114,2 Mrd EUR, der in etwa dem Niveau, das zuletzt im ersten Quartal 2005 erreicht wurde, entspricht.

 

Mit 1,73 Mrd EUR wurden im -dritten Quartal 2009 wieder verstärkt österreichische Investmentfondsanteile nachgefragt. Abzüglich Ausschüttungen in Höhe von 0,38 Mrd EUR ergab sich daher ein Nettokapitalzufluss von 1,35 Mrd EUR. Das Ergebnis des Gesamtjahres wurde jedoch durch die -hohen Abflüsse im ersten Quartal 2009 gedrückt, sodass sich abzüglich Ausschüttungen von 1,31 Mrd EUR ein Nettokapitalabfluss von 0,36 Mrd EUR für die ersten neun Monate 2009 ergab. Die Kursgewinne (inklusive Erträge/Aufwendungen) fielen mit 5,78 Mrd EUR im dritten Quartal erneut kräftig aus. Insgesamt verzeichneten die österreichischen Investmentfonds seit Jahresbeginn Nettokursgewinne und -erträge von 8,95 Mrd EUR, sodass der erwähnte geringe Kapitalabfluss bei -weitem kompensiert und von Ende -Dezember 2008 bis Ende September 2009 das veranlagte Kapital um 8,59 Mrd EUR bzw. 8,1% erhöht werden konnte.

 

Per Ende September 2009 wurden in den Ländern der WWU (exklusive Österreich) 60,81 Mrd EUR (53,2%), im Inland 26,37 Mrd EUR (23,1%) und in Ländern der übrigen Welt 27,04 Mrd EUR (23,7%) veranlagt.


Veranlagungsvolumen und Anzahl der Investmentfonds

8 Deutliche Erhöhung des -Vermögensbestands der -Pensionskassen

Der Vermögensbestand der 19 Pensionskassen erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2009 deutlich (um 1,4 Mrd EUR oder 11,6%) auf 13,3 Mrd EUR.

 

Diese Erhöhung ist nicht nur auf Wertsteigerungen bei den vorhandenen Aktiva, sondern auch auf Neukunden sowie auf Nachschüsse bei bestehenden Verträgen einiger Pensionskassen zurückzuführen.

 

In den ersten drei Quartalen 2009 gab es für die Pensionskassen vor allem ein deutliches Plus bei den inländischen Investmentzertifikaten (um 1,7 Mrd EUR oder 18,0%). Die Guthaben bei inländischen Banken sanken hingegen um 0,4 Mrd EUR bzw. 46,4%. Auch die Sonstigen Aktiva nahmen um 0,1 Mrd EUR oder 41,0% ab.

 

Diese Entwicklungen zeigen, dass die Pensionskassen im Verlauf der ersten drei Quartale 2009 von den geparkten Geldern wieder in echte Investments – in Investmentzertifikate – wechselten. Dabei profitierten sie von den steigenden Kursen im zweiten und dritten Quartal.

 

Per 30. September 2009 waren die inländischen Investmentzertifikate mit 84,5% Anteil am gesamten Vermögensbestand unverändert die bei weitem wichtigste einzelne Anlageform. Es folgten die ausländischen Investmentzertifikate mit 6,5% und – immer noch – die Guthaben bei inländischen Banken mit einem Anteil von 3,2%.

 

Laut Oesterreichischer Kontrollbank AG haben die Aktivpositionen der Pensionskassen in den ersten drei Quartalen 2009 einen Wertzuwachs von 7,6% erfahren.



9 Betriebliche Vorsorgekassen: Volumen von 2,66 Mrd EUR

Nach siebenjähriger Geschäftstätigkeit der neun BV-Kassen ist die Anzahl der Anwartschaftsberechtigten mittlerweile auf 3,25 Millionen per Ende September 2009 gestiegen. Zu diesem Stichtag konnte ein Volumen von 2,66 Mrd EUR verzeichnet werden, woraus sich ein Anstieg um 0,54 Mrd EUR oder 25,5% gegenüber dem Ultimo 2008 ergab.

 

Die BV-Kassen verzeichneten bei den anrechenbaren Eigenmitteln zum Ende des dritten Quartals 2009 ein Volumen von 27,52 Mio EUR, das entsprach einer geringen Reduktion um 0,39 Mio EUR oder 1,4% gegenüber dem Jahresultimo 2008.

 

Für die Erfüllung der Kapitalgarantie haben die neun BV-Kassen eine Rücklage zur Sicherung gebildet. Diese belief sich Ende September 2009 auf 2,84 Mio EUR (2,01 Mio EUR am -Jahresende 2008).

 

Ende September 2009 erreichten die direkten Veranlagungen ein Volumen in Höhe von 1,04 Mrd EUR. Das bedeutete eine Reduktion um 0,03 Mrd EUR oder 2,4% gegenüber dem -Ultimo 2008. Die indirekten Veranlagungen lagen Ende September 2009 bei -einem Wert von 1,63 Mrd EUR; das entsprach einer Erhöhung um 0,55 Mrd EUR oder 51,2% gegenüber dem Jahresende 2008.



Ausgewählte Kennzahlen aus dem Bereich der Finanzstatistikunkonsolidiert 
 Stand Sep. 09Kumulative Veränderung
 Q3 09Q3 08
 
Anzahl der Hauptanstalten857–101
Anzahl der Auslandstöchter (>25 %)10523
 
 in Mio EURin %
 
Bilanzsumme1.047.096–2,119,1
Direktkredite303.204–1,05,2
Spareinlagen157.8641,61,4
Vermögensbestand Pensionskassen13.32111,6–5,6
Verwaltetes Vermögen Investmentfonds137.3527,8–15,0
 
 in %in Prozentpunkten 
 
Anteil der FW−Kredite an Gesamtkrediten17,4–0,71,4
Anteil der Kredite in JPY an FW−Krediten insgesamt5,50,01,2
Anteil der Kredite in CHF an FW−Krediten insgesamt85,9–0,2–1,5
Anteil Auslandsaktiva an der Bilanzsumme34,3–0,9–1,7
Anteil Auslandspassiva an der Bilanzsumme25,20,0–1,9
Volumen Derivativgeschäfte in % der Bilanzsumme222,011,0–11,8
Cost−Income−Ratio62,26,74,0
Relation Nettozinsertrag/Betriebserträge50,610,45,4
Relation Personalaufwand/Betriebsaufwendungen52,41,81,6
Kernkapital unkonsoldiert13,70,9–0,8
 

1) Christian.Probst@oenb.at; Norbert.Schuh@oenb.at; Peter.Steindl@oenb.at. Die Autoren danken den Mitarbeitern der Abteilung für Aufsichts- und Monetärstatistik für wertvolle Vorarbeiten.

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