Vor allem durch die Halbierung der Wachstumsrate der Betriebsaufwendungen erzielte die Aufwands-Ertrags-Relation mit 61,7% einen historischen Spitzenwert. Das Wachstum der unkonsolidierten Bilanzsumme erreichte mit 4,4% im ersten Quartal 2007 ein ähnlich hohes Niveau wie im ersten Quartal 2006 (4,6%). Da die Auslandsforderungen der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute nach wie vor stärker wachsen als deren Auslandsverbindlichkeiten, stieg die Nettoauslandsforderungsposition weiter stark an. Ebenso setzte sich der Rückzug österreichischer Kreditnehmer aus Fremdwährungskrediten, der zur Jahresmitte 2006 begonnen hatte, weiter fort.
Bericht
Deutlich verbesserte Cost-Income-Ratio (Statistiken Q3/07)
Wesentliche Entwicklungen im inländischen Finanzwesen im ersten Quartal 2007
Wien, 20. 7. 2007 (Dr. Norbert Schuh)1)
1 Kräftiges Bilanzsummenwachstum
Die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute stieg im ersten Quartal 2007 deutlich an. Die aggregierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute belief sich per Ende März 2007 auf 833,01 Mrd EUR und lag damit um 35,25 Mrd EUR oder 4,4% über dem Wert zu Jahresbeginn, was einer Jahreswachstumsrate von fast 19% entsprach. Im ersten Quartal 2006 war allerdings die Wachstumsrate mit 4,6% (+33,28 Mrd EUR) sogar noch geringfügig höher gewesen. Im gesamten Jahr 2006 konnte schließlich ein Bilanzsummenwachstum von 9,9% erzielt werden.
Der Marktanteil der zehn größten Kreditinstitute stieg im Vergleich zum Vorquartal leicht um 0,4 Prozentpunkte und erreichte ein Niveau von 56,9%.
Die Reihenfolge der zehn größten Kreditinstitute, gereiht nach der Bilanzsumme per 31. März 2007, ist aus Tabelle 1 ersichtlich.

| Tabelle 1 | |
|---|---|
| Reihung nach Bilanzsumme | |
| Stand März 2007 | |
| 1. | Bank Austria Creditanstalt AG |
| 2. | Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG |
| 3. | Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft |
| 4. | BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und
Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft |
| 5. | Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft |
| 6. | Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft |
| 7. | Hypo Alpe-Adria-Bank International AG |
| 8. | Kommunalkredit Austria AG |
| 9. | Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft |
| 10. | Raffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG |
| Quelle: OeNB. | |
Am Ende des ersten Quartals 2007 konnte bei allen Bankensektoren bis auf den Bausparkassensektor (−1,3%) ein Anstieg der Bilanzsumme festgestellt werden. Innerhalb der einzelnen Kreditinstitutssektoren erzielten die Landes-Hypothekenbanken (+15,3%) das größte Bilanzsummenwachstum, gefolgt von den Zweigstellen gemäß § 9 BWG (+14,2%) und den Volksbanken mit 7,1%.
Der Aktienbankensektor hielt im März 2007 mit einem Marktanteil von 28,3% gemessen an der Gesamtbilanzsumme den ersten Platz. An zweiter Stelle folgte der Raiffeisensektor mit 23,9%, vor den Sparkassen mit 17,4%. Die Sonderbanken erzielten einen Marktanteil von 10,6%, die Landes-Hypothekenbanken 10,3%, die Volksbanken 5,9%, die Bausparkassen 2,4% und die Zweigstellen gemäß § 9 BWG 1,2%.
2 Deutlich verbesserte Cost-Income-Ratio
Im ersten Quartal 2007 wurde mit 1,66 Mrd EUR ein um 10,8% bzw. 0,16 Mrd EUR höheres unkonsolidiertes Betriebsergebnis als in der Vergleichsperiode des Jahres 2006 verzeichnet. Die Betriebserträge erhöhten sich um 6,9 % bzw. 0,28 Mrd EUR und beliefen sich auf 4,32 Mrd EUR. Diese Veränderungsrate lag unterhalb jener des ersten Quartals 2006, als sie 9,3 % betrug. Positiv hingegen gestaltete sich die Entwicklung der Betriebsaufwendungen. Diese -erhöhten sich im ersten Quartal 2006 um 8,1% bzw. 0,19 Mrd EUR, heuer lag der Anstieg nur bei 4,6% bzw. 0,12 Mrd EUR. Im ersten Quartal 2007 betrugen die Betriebsaufwendungen 2,66 Mrd EUR. Aufgrund des schwächeren Anstiegs der Betriebsaufwendungen verbesserte sich die Cost-Income-Ratio im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozentpunkte und erreichte mit 61,7% einen neuen Spitzenwert für das erste Quartal.
Im ersten Quartal 2007 beliefen sich die Zinsen und ähnlichen Erträge auf 8,55 Mrd EUR, die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betrugen 6,75 Mrd EUR. Sowohl bei den Zinserträgen (+31,6% bzw. 2,05 Mrd EUR) als auch bei den Zinsaufwendungen (+42,4% bzw. 2,01 Mrd EUR) kam es im Vergleich zum Vorjahr zu signifikanten Erhöhungen. Daraus ergab sich ein Nettozinsertrag von 1,80 Mrd EUR, der um 2,6% über dem Vergleichswert 2006 lag.
Wesentlich dynamischer entwickelte sich der Saldo aus dem Provisionsgeschäft. Dieser belief sich im ersten Quartal 2007 auf 1,28 Mrd EUR (+15,2%). Dadurch erhöhte sich der Anteil des Saldos aus dem Provisionsgeschäft an den gesamten Betriebserträgen um 2,1 Prozentpunkte auf rund 30%. Hauptverantwortlich dafür war eine erstmalige Reduktion bei den Provisionsaufwendungen im ersten Quartal 2007 um 9,8% bzw. 0,05 Mrd EUR nach dem starken Anstieg im ersten Quartal 2006 (+48,6% bzw. 0,15 Mrd EUR).

Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen beliefen sich auf 0,64 Mrd EUR und erhöhten sich um 8,2% gegenüber dem ersten Quartal 2006. Die Erträge aus Beteiligungen stiegen um 35,9% und betrugen im ersten Quartal 2007 0,07 Mrd EUR, davon entfielen 33,7% auf Erträge, die aus Beteiligungen an anderen Kreditinstituten2) erwirtschaftet wurden. Die Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen beliefen sich auf 0,36 Mrd EUR (davon entfielen 23,4% auf Kreditinstitute) und erhöhten sich im Vergleich zum ersten Quartal 2006 um 7,7%.
Nach einem bemerkenswerten Anstieg des Saldos aus Finanzgeschäften um 31,4% auf 0,26 Mrd EUR im ersten Quartal 2006 blieb dieser Wert im ersten Quartal 2007 nahezu unverändert bei 0,25 Mrd EUR (–0,4%). Auch bei den sonstigen betrieblichen Erträgen konnte mit einem Anstieg um 5,1% auf 0,35 Mrd EUR nicht mehr an die Wachstumsrate im ersten Quartal 2006 (+12,9%) angeschlossen werden.
Positiv gestaltete sich die Entwicklung der Betriebsaufwendungen im ersten Quartal 2007. Verglichen mit dem ersten Quartal 2006 konnten durchwegs niedrigere Wachstumsraten festgestellt werden. Bei den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen wurde ein Anstieg um 5,4% bzw. 0,12 Mrd EUR auf 2,26 Mrd EUR verzeichnet (erstes Quartal 2006: +8,5% bzw. 0,17 Mrd EUR). Der Personalaufwand erhöhte sich um 6,9% auf 1,38 Mrd EUR (erstes Quartal 2006: 8,3%), der Sachaufwand blieb mit einer Zuwachsrate von 3,2% auf 0,88 Mrd EUR weit unter jener der ersten drei Monate 2006 (+8,9%). Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände beliefen sich auf 0,15 Mrd EUR, hier wurde wie bereits in den Vergleichsperioden der Vorjahre ein Rückgang festgestellt, wobei dieser mit 10,3% bzw. 0,02 Mrd EUR doppelt so hoch war wie im ersten Quartal 2006. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 0,25 Mrd EUR und wiesen mit 8,1% ebenfalls eine niedrigere Wachstumsrate als in der Vergleichsperiode 2006 (+15,1%) aus.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2007 rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute mit einem Betriebsergebnis von 5,99 Mrd EUR, das mit 16,8% über dem geschätzten Wert der Vergleichsperiode 2006 liegt. Dabei ist zu beachten, dass nach dem ersten Quartal Vorschauwerte nur erste Anhaltspunkte für die Entwicklung des laufenden Jahres liefern können.3) Die Genauigkeit der Schätzung nimmt üblicherweise im Jahresverlauf stetig zu.
Unter Einbeziehung sämtlicher Bewertungsmaßnahmen und Risikokosten ergibt sich für das Jahr 2006
ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 4,75 Mrd EUR, das mit 9,9% über dem Vergleichswert des Vorjahres liegt.
3 Wachstumsschwerpunkt im Auslandsgeschäft liegt bei den Forderungen
Das Geschäft mit dem Ausland entwickelte sich in den ersten drei Monaten 2007 weiterhin expansiv. Dabei erhöhten sich die Auslandsforderungen mit 10,4% (erstes Quartal 2006: +10,5%) mehr als doppelt so rasch wie die Auslandsverbindlichkeiten, die um 4,3% (erstes Quartal 2006: +9,6 %) anstiegen. Die dynamischere Entwicklung der Auslandsforderungen im Vergleich zu den Auslandsverbindlichkeiten hält nunmehr schon seit drei Jahren an. Dadurch hat sich seit Ende des Jahres 2003, als die Auslandsverbindlichkeiten zuletzt die Auslandsforderungen überstiegen hatten, eine Nettoforderungsposition der in Österrreich meldepflichtigen Kreditinstitute gegen das Ausland aufgebaut. Diese erhöhte sich im ersten Quartal 2007 um 19,52 auf 53,79 Mrd EUR. Ende März 2007 standen Auslandsforderungen in Höhe von 324,10 Mrd EUR Auslandsverbindlichkeiten von 270,31 Mrd EUR gegenüber.
Die Anteile der Auslandsgeschäfte gemessen an der Bilanzsumme lagen per 31. März 2007 auf der Aktivseite bei 38,9% und auf der Passivseite bei 32,5%.

4 Rückgang der Fremdwährungskredite setzt sich fort
Die Kredite an inländische Nichtbanken verzeichneten im ersten Quartal 2007 einen leichten Rückgang (−0,1% bzw. −0,22 Mrd EUR). Sie beliefen sich Ende des ersten Quartals 2007 auf 274,99 Mrd EUR. Der Rückgang der Ausleihungen in Fremdwährungen in Höhe von 1,11 Mrd EUR (−2,1%)4) setzte sich, wie schon seit Mitte des Jahres 2006 erkennbar, auch 2007 fort und führte dazu, dass der Anteil der Fremdwährungskredite an allen Krediten mit 18,5% das Niveau von 2003 erreichte. Die Hälfte des Rückgangs kann allerdings durch Wechselkurseffekte (vor allem durch die Abwertung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro) erklärt werden. Das Euro-Kreditgeschäft stieg dagegen leicht um 0,90 Mrd EUR (+0,4%). Ende des ersten Quartals 2007 konnte somit ein Gesamtstand der Euro-Direktkredite von 224,17 Mrd EUR ausgewiesen werden.
Der Rückgang bei den Fremdwährungsausleihungen war größtenteils auf die Ausleihungen in Schweizer Franken (CHF) – die unverändert unter den Fremdwährungausleihungen dominieren – zurückzuführen. In diesem Segment setzte sich der Trend zur Konvertierung in Euro – aufgrund der anhaltenden Abwertungen des Schweizer Franken – weiter fort. Das Gesamtvolumen an CHF-Krediten sank gegenüber Dezember 2006 um 1 Mrd EUR (oder 2,2%) auf 46,4 Mrd EUR. Diese Entwicklung zeigte sich auch bei Betrachtung der um Wechselkurseffekte bereinigten Wachstumsrate zum Jahres-ende 2006, die erstmals seit Dezember 2001 negativ war (–1,1%).
Die im ersten Quartal 2007 gesamt aushaftenden Volumina der Ausleihungen in japanischen Yen (JPY) und in US-Dollar (USD) in Summe (4,1 Mrd EUR) hatten im ersten Quartal 2007 einen Gesamtanteil an allen vergebenen Fremdwährungskrediten von nur mehr 8%.

Auch bei den USD-Ausleihungen ließ sich im ersten Quartal 2007 ein Rückgang um 10,1% (bzw. 0,3 Mrd EUR) verzeichnen. Die kumulierte, um Wechselkurseffekte bereinigte Veränderung seit dem Jahresbeginn betrug –9,1%. Die JPY-Ausleihungen stagnieren nun schon seit September 2006 auf einem gesamten aushaftenden Volumen von 1,5 Mrd EUR. Im Vergleich zu Ende Dezember 2006 gab es allerdings einen marginalen Anstieg um 4,1%. Wechselkursbereinigt lag der Anstieg – der fast schon bedeutungslos gewordenen JPY-Ausleihungen – bei 4,4%.
Der generelle Rückgang bei den Fremdwährungsausleihungen war im ersten Quartal 2007 insbesondere auf den Unternehmensbereich zurückzuführen. Während es im Dezember 2006 noch ein aushaftendes Gesamtvolumen von 12,7 Mrd EUR an Fremdwährungskrediten gegeben hatte, sank der Bestand im ersten Quartal 2007 um 1,3 auf 11,4 Mrd EUR; dies entsprach nur noch einem Anteil von 22,2%, gemessen an allen Fremdwährungskrediten.
Anders war die Entwicklung bei den privaten Haushalten. Gegenüber dem Jahresende 2006 konnte in diesem Sektor ein leichter Anstieg von 0,7 Mrd EUR (oder +2%) verzeichnet werden. Mit 34,5 Mrd EUR wurden somit 67,2% aller Fremdwährungsausleihungen von privaten Haushalten in Anspruch genommen. Auf die anderen volkswirtschaftlichen Sektoren – Staat, Nichtbanken-Finanzintermediäre und Private Organisationen ohne Erwerbszweck – entfielen in Summe 5,5 Mrd EUR oder 10,7%.
Betrachtet man den Anteil der Fremdwährungen gemessen am gesamten aushaftenden Kreditvolumen nach den einzelnen volkswirtschaftlichen Sektoren, lässt sich allerdings erkennen, dass diese im März 2007 durchwegs etwas niedriger lagen als im Dezember 2006. Bei Krediten an private Haushalte wurden 31,1% (Dezember: 31,4%) aller Kredite in Fremdwährungen vergeben. Geringer waren die Fremdwährungsanteile bei den Ausleihungen an Private Organisationen ohne Erwerbszweck mit 14,2% (Dezember: 15,0%), an nichtfinanzielle Unternehmen mit 9,8% (Dezember: 10,8%) und an den Sektor Staat mit 6,8 % (Dezember: 7,1 %).
Bei Betrachtung gegliedert nach Verwendungszweck lässt sich weiterhin die hohe Bedeutung der Fremdwährungskredite für Wohnbauzwecke erkennen. Von allen Fremdwährungsausleihungen, die an private Haushalte (34,5 Mrd EUR) vergeben wurden, entfielen 67,5% (oder 23,3 Mrd EUR) auf den Verwendungszweck Wohnbau. Zu 97,4% (22,7 Mrd EUR) wurden diese in Schweizer Franken aufgenommen. Von allen aushaftenden Krediten für Wohnbauzwecke waren per Berichtstermin März 2007 39,2% in Fremdwährungen denominiert. 21,9% der Fremdwährungsausleihungen wurden für sonstige und 10,6% für Konsumzwecke aufgenommen.
Regional betrachtet lag der Anteil der Fremdwährungskredite am gesamten Kreditvolumen weiterhin in Vorarlberg mit knapp 40% am höchsten, gefolgt von Tirol mit rund 29%. In den restlichen Bundesländern schwankte der Fremdwährungsanteil innerhalb der Bandbreite von 11,9% (Oberösterreich) bis 20,6% (Kärnten).
Bei sektoraler Betrachtung fällt auf, dass die Volksbanken mit einem Fremdwährungskreditanteil von 27% in diesem Bereich am aktivsten waren. Die restliche Streuungsbreite reichte von 4,5% (Sonderbanken) bis 25,3% (Sparkassen). Die mit Ab-
stand höchste Fremdwährungskreditgewährung wurde jedoch von den Aktienbanken mit 18,32 Mrd EUR realisiert. Der Sparkassensektor und der Raiffeisensektor folgten mit
11,45 Mrd EUR bzw. 10,83 Mrd EUR. Auch die Landes-Hypothekenbanken lagen mit einem aushaftenden Volumen von 5,36 Mrd EUR noch vor den Volksbanken, die 4,07 Mrd EUR an Fremdwährungskrediten gewährten.
5 Durchgängiger Einlagen-anstieg im ersten Quartal 2007
Die Gesamteinlagen bei allen in Österreich tätigen Kreditinstituten nahmen gegenüber dem Jahresende 2006 in Summe um 1,8% (+4,09 Mrd EUR) auf 235,24 Mrd EUR zu. Im ersten Quartal 2006 belief sich der Zuwachs auf rund die Hälfte (+0,9% bzw. +1,89 Mrd EUR). Die Einlagen wurden weiterhin fast zur Gänze (98,3%) in Euro getätigt.
Den stärksten Einlagenzuwachs hatten die Aktienbanken (+1,37 Mrd EUR), gefolgt von den § 9-Instituten (+0,83 Mrd EUR; wurde großteils durch den Zuwachs eines Instituts hervorgerufen), den Volksbanken (+0,74 Mrd EUR), den Landes-Hypothekenbanken (+0,63 Mrd EUR), den Sparkassen (+0,53 Mrd EUR), den Raiffeisenbanken (+0,20 Mrd EUR) und den Sonderbanken (+0,11 Mrd EUR) aufzuweisen. Einlagenrückgänge hatten nur die Bausparkassen (–0,32 Mrd EUR) zu verzeichnen.
Im ersten Quartal 2007 konnten in allen Einlagenkategorien Zuwächse verzeichnet werden. Im Einzelnen stiegen die Termineinlagen mit 2,22 Mrd EUR am stärksten, die Spareinlagen mit 1,03 Mrd EUR relativ stark und die Sichteinlagen kamen immerhin auf 0,84 Mrd EUR Zuwachs. Ende März 2007 waren die Spareinlagen weiterhin mit 140,84 Mrd EUR die bedeutendste Einlagenkategorie. Dahinter folgten die Sichteinlagen mit 65,23 Mrd EUR und die Termineinlagen mit 29,17 Mrd EUR.

Die Bedeutung der Spareinlagen ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Ihr Anteil an den Einlagen sank von rund 66% Ende März 2004 auf 60% (Grafik 5).
6 Solvency Ratio steigt im Zuge der Umstellung auf Basel II kräftig
Die unkonsolidierten anrechenbaren Eigenmittel betrugen im März 2007 73,04 Mrd EUR; dies bedeutete eine Erhöhung in den ersten drei Monaten 2007 um 12,61 Mrd EUR bzw. 20,9%. Dadurch ergab sich im Berichtsmonat März 2007 ein Eigenmittelüberschuss5) von 39,02 Mrd EUR.
Mit 51,52 Mrd EUR entfielen rund 71% der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage (Solvency Ratio6)) betrug 17,8% (+2,8 Prozentpunkte gegenüber dem Ultimo 2006).
Vergleiche mit den Vorjahren sind allerdings nur bedingt möglich, da im Lauf des Jahres 2007 die Umstellung auf Basel II durchgeführt wird. Grundsätzlich haben österreichische Kreditinstitute gemäß Bankwesengesetz (BWG) im Lauf des Kalenderjahres 2007 die Möglichkeit, die aufsichtsrechtlichen Ordnungsnormen nach Basel I oder nach Basel II zu -melden. Spätestens mit 1. Jänner 2008 haben alle Kreditinstitute die neuen Eigenmittelvereinbarungen nach Basel II, die mit 11. August 2006 im österreichischen BWG im Bundesgesetzblatt (unter BGBl. I Nr. 141/2006) kundgemacht wurden, zu melden.
Mit Berichtstermin März 2007 stiegen von 856 meldepflichtigen Kreditinstituten 74 auf die Basel II-Bestimmungen um und übermittelten den neuen Ordnungsnormenausweis unkonsolidiert gemäß Ordnungsnormenausweis-Verordnung. 782 Kreditinstitute wendeten zum Berichtstermin März 2007 die auslaufenden Basel I-Bestimmungen an und meldeten den Monatsausweis Teil C.
7 Leichte Zunahme der Bankstellen
Im ersten Quartal 2007 erhöhte sich die Anzahl der Bankstellen um vier auf 5.154. Diese Veränderung resultierte aus zehn Neugründungen und sechs Schließungen. Die Bankstellendichte liegt mit 1.6107) Einwohner pro Bankstelle im internationalen Vergleich relativ hoch. Für den Dezember 2006 beliefen sich die Vergleichswerte für Deutschland und die Schweiz8) auf 2.240 bzw. 2.161 Einwohner pro Bankstelle.
Aufgrund von drei Neugründungen (LGT Bank (Österreich) AG, Wien, Coinstar Money Transfer (Austria) GmbH, Wien, und CREDITSUISSE (LUXEMBOURG) S.A. Zweigniederlassung Österreich, Wien) ist die Anzahl der Hauptanstalten im ersten Quartal 2007 auf 874 angestiegen. Die Anzahl der Zweigstellen erhöhte sich per 31. März 2007 durch sieben Neugründungen, denen sechs Schließungen gegenüberstanden, auf 4.280.
Regional wirkten sich die neu hinzugekommenen Bankstellen auf Wien mit vier, die Steiermark mit drei, Kärnten mit zwei sowie Oberösterreich mit einer aus. In Oberösterreich und in Tirol wurden jeweils zwei Bankstellen sowie in Salzburg und in Niederösterreich jeweils eine geschlossen.
Die Anzahl der Bankstellen nahm im Sparkassensektor und bei den § 9-Instituten um je zwei und im Aktienbankensektor, im Sonderbankensektor und bei den Volksbanken um je eine Bankstelle zu, während der Raiffeisensektor drei Bankstellen -weniger auswies als Ende Dezember 2006.
8 Pensionskassen erhöhen Vermögensbestand
Durch die Auflösung der betrieblichen Philips-Pensionskasse AG und Einbringung in die überbetriebliche ÖPAG-Pensionskasse AG verringerte sich die Anzahl der Pensionskassen in Österreich im Berichtsquartal um 1 auf nunmehr 19, davon noch 13 betriebliche und – unverändert – 6 über-betriebliche.
Der Vermögensbestand der Pensionskassen erhöhte sich im ersten Quartal 2007 gegenüber dem Jahresultimostand 2006 um 1,5% (oder 0,2 Mrd EUR) auf insgesamt 12,7 Mrd EUR. Damit setzte sich der seit dem vierten Quartal 2002 nur im zweiten Quartal 2006 unterbrochene Anstieg des Vermögensbestands der Pensionskassen fort und brachte zum Berichtsquartalsende einen neuerlichen Höchstwert seit Beginn der Statistik im Jahr 1991.
Das Verhältnis Euro zu Fremdwährung des Vermögensbestands veränderte sich im Berichtsquartal ganz leicht in Richtung Fremdwährung. Per Ende März 2007 waren 95,5% des Vermögensbestands der Pensionskassen in Euro und 4,5% in Fremdwährung veranlagt.
Die Investmentzertifikate sind mit einem Wert von zuletzt (per 31. März 2007) 11,8 Mrd EUR die bei weitem wichtigste Anlageform der Pensionskassen. Gemessen am Gesamtvermögensbestand entfielen per Ende März 2007 83,9% auf Zertifikate inländischer Emittenten und 9,4% auf Zertifikate ausländischer Emittenten, was insgesamt einem Anteil von 93,3% entsprach.

In der längerfristigen Betrachtung ist festzustellen, dass sich der Anteil der Investmentzertifikate am gesamten Vermögensbestand seit dem Jahr 2000 in der Größenordnung von 95% bewegt. Verändert hat sich hingegen seit 2002/03 das Verhältnis zwischen in- und ausländischen Investmentzertifikaten: Der Anteil der ausländischen Investmentzertifikate am Gesamtvermögensbestand hat sich in den letzten vier Jahren von 3,5% auf die zuvor erwähnten 9,4% fast verdreifacht und damit – sowohl als Anteil am Gesamtvermögensbestand als auch im Absolutbetrag – per Ende März 2007 seinen historischen Höchststand erreicht.
9 Abfertigungsanwartschaften steigen um fast 55 %
Im Bereich der seit Jänner 2003 im Zuge der Neugestaltung des österreichischen Abfertigungssystems gegründeten Mitarbeitervorsorgekassen (MV-Kassen) stieg die Gesamtsumme der Abfertigungsanwartschaften inzwischen auf 1.255 Mio EUR. Gegenüber Dezember 2006 ließ sich somit ein Wachstum um 129 Mio EUR oder 11,5% – Jahreswachstumsrate von fast 55% – erkennen. Die Höhe der besonderen Rücklage für die Erfüllung der Kapitalgarantie9) belief sich zum 31. März 2007 auf 1,32 Mio EUR (Jahresende 2006: 1,18 Mio EUR).
Die Bilanzsumme betrug zum Ende des ersten Quartals 2007 1.291 Mio EUR (Ende 2006: 1.161 Mio EUR). Gegenüber dem Ultimo 2006 konnte somit eine Steigerung um 130 Mio EUR oder rund 11,2% verzeichnet werden. Daraus resultierte ein prozentueller Anteil von 1,5% am Sonderbankensektor (Bilanzsummezum 31. März 2007: 88,59 Mrd EUR).

| Tabelle 2 | |||
|---|---|---|---|
| Ausgewählte Kennzahlen aus dem Bereich der Finanzstatistik | |||
| unkonsolidiert | Stand März 2007 | Kumulative Veränderung | |
| Q1 07 | Q1 06 | ||
| Anzahl der Hauptanstalten | 874 | 3 | 0 |
| Anzahl der Auslandstöchter (>25%) | 105 | 9 | 4 |
| in Mio EUR | in % | ||
| Bilanzsumme | 833.007 | 4,4 | 4,6 |
| Direktkredite | 274.991 | −0,1 | 1,0 |
| Spareinlagen | 140.841 | 0,7 | 1,2 |
| Vermögensbestand Pensionskassen | 12.690 | 1,5 | 2,7 |
| Verwaltetes Vermögen Investmentfonds | 169.968 | 0,7 | 5,1 |
| in % | in Prozentpunkten | ||
| Anteil der FW-Kredite an Gesamtkrediten | 18,5 | −0,4 | −0,3 |
| Anteil der Kredite in USD an FW-Krediten insgesamt | 5,0 | −0,5 | 1,3 |
| Anteil der Kredite in CHF an FW-Krediten insgesamt | 90,4 | −0,3 | −0,9 |
| Anteil Auslandsaktiva an der Bilanzsumme | 38,9 | 2,1 | 1,9 |
| Anteil Auslandspassiva an der Bilanzsumme | 32,5 | 0,0 | 1,5 |
| Volumen Derivativgeschäfte in % der Bilanzsumme | 204,7 | −3,4 | 1,6 |
| Cost-Income-Ratio | 61,7 | −1,3 | 1,1 |
| Relation Nettozinsertrag/Betriebserträge | 41,7 | −1,7 | −1,7 |
| Relation Personalaufwand/Betriebsaufwendungen | 51,7 | 1,1 | 0,5 |
| Solvency Ratio | 17,8 | 2,8 | 1,1 |
| Quelle: OeNB. | |||
Rückfragehinweis:
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Verleger, Herausgeber und Hersteller:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Günther Thonabauer
Tel.: (+43-1) 404 20-6666
1) Der Autor dankt den Mitarbeitern der Abteilung für Bankenstatistik und Mindestreserve für wertvolle Vorarbeiten.
2) Seit dem Berichtstermin 31. März 2007 melden die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute bei Inlandserträgen aus Beteiligungen sowie aus Anteilen an verbundenen Unternehmen die Zusatzinformation „hievon Kreditinstitute“.
3) Im Jahr 2006 wurden beispielsweise zu den einzelnen Berichtsterminen für das Jahresbetriebsergebnis folgende Schätzungen abgegeben: 1. Quartal: 5,13 Mrd EUR; 2. Quartal: 5,39 Mrd EUR; 3. Quartal: 5,57 Mrd EUR; 4. Quartal: 5,75 Mrd EUR. Definitive Jahresabschlusswerte liegen derzeit für das Jahr 2006 noch nicht vor, da diese nach Beendigung der Jahresabschlussprüfung im Zuge des 5. Quartalsberichts an die Oesterreichische Nationalbank übermittelt werden.
4) Nicht um Wechselkurseffekte bereinigt
5) Eigenmittel/Ist minus Eigenmittel/Soll.
6) Die Capital Ratio wurde ab Jänner 2007 auf die Solvency Ratio umgestellt.
7) Hochrechnung der Einwohnerzahl mit den Bevölkerungsdaten vom Dezember 2006.
8) Hochgerechnete Bevölkerungsdaten für Deutschland und die Schweiz vom September 2006.
9) Gesetzlich sind die MV-Kassen verpflichtet, eine Kapitalgarantie zu gewähren.
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