Anhand quartalsmäßig erhobener unkonsolidierter Geschäftsstrukturdaten (VERA A1a) wird die Entwicklung der Einlagenstände von inländischen Nichtbanken in den ersten drei Quartalen 2009 beschrieben.
842 in Österreich meldepflichtige Banken übermittelten ein Einlagenvolumen von 276,89 Mrd EUR.
Dieses teilte sich prozentuell auf die folgenden Kategorien auf: 57% Spareinlagen (Einlage dient nicht dem Zahlungsverkehr und bedarf einer besonderen Urkunde), 13% Termineinlagen (Einlagen mit einer Bindungsfrist) und 30% Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlage). Zum Jahresende 2000 lag der Spareinlagenanteil an allen Einlagen noch bei 68%. Die Spareinlagen erfuhren in den letzten Jahren eine abnehmende Bedeutung, die Ende September 2008 zu einem Tiefststand (54,8% Anteil) führte. Seit diesem Zeitpunkt konnte aufgrund unsicherer Finanzmärkte wieder ein kontinuierlicher Zuwachs verzeichnet werden und die Spareinlagen blieben die bedeutendste „Sparform“. Ende Juni 2009 (halbjährliche Erhebung) wurden rund 24 Millionen Spareinlagekonten gemeldet, das heißt im Durchschnitt besitzt jeder Österreicher fast drei Sparbücher. Weiters waren rund 9,4 Millionen Sichteinlage- und 0,4 Millionen Termineinlagekonten eingerichtet.
Das Einlagenwachstum fiel in den ersten drei Quartalen 2009 mit 0,4% (bzw. +1,15 Mrd EUR) eher gering aus. Der Stand der Sichteinlagen erhöhte sich zwar um 7,25 Mrd EUR (+9,6%), jedoch war bei den Termineinlagen ein noch stärkerer Rückgang von 8,58 Mrd EUR (–19,1%) erkennbar. Der Trend zur kurzfristigeren Bindung (zu Sicht- und ungebundenen Spareinlagen) wurde durch den deutlichen Rückgang der Termineinlagen unterstrichen. Das moderate Wachstum der Spareinlagen (+1,6%) führte insgesamt zum allgemeinen leichten Anstieg der Einlagen.
Verschiebt man den Fokus auf die volkswirtschaftliche Betrachtung, so ist erkennbar, dass das Einlagenwachstum mehrheitlich auf Private Haushalte (+4,41 Mrd EUR) zurückzuführen war. Ihr Anteil an allen Einlagen stieg dadurch auf rund 72% (198,98 Mrd EUR). Im Gegensatz dazu war bei Nichtbanken-Finanzintermediären (u. a. Versicherungsunternehmen) und beim Sektor Staat ein Rückgang von 2,91 Mrd EUR bzw. 1,20 Mrd EUR erkennbar. Der Zuwachs bei den Privaten Haushalten war nicht mehrheitlich auf Spareinlagen (+0,56 Mrd EUR bzw. +0,4%) zurückzuführen, sondern auf ein Plus von 7,71 Mrd EUR (+22,5%) im Sichteinlagensegment. Bei den Termineinlagen wurde in den ersten drei Quartalen 2009 insgesamt ein Bestandsrückgang von 8,58 Mrd EUR festgestellt. Kein volkswirtschaftlicher Sektor wies einen Bestandszu-wachs in diesem Zeitraum auf. Die größten Veränderungen wiesen Private Haushalte mit –3,85 Mrd EUR und Nichtbanken-Finanzintermediäre mit –2,33 Mrd EUR auf.
Bei den Nichtfinanziellen Unternehmen war dagegen nur eine geringe Erhöhung des Einlagenvolumens festzustellen. Der Anteil der Nichtfinanziellen Unternehmen (Stand Ende September 2009: 44,56 Mrd EUR) an allen Einlagen blieb mit 16,1% auf konstantem Niveau.
Bei den Direktbanken (Kreditinstitute ohne Filialnetz und Schalterbetrieb) stieg der Anteil an allen kurzfristigen Sichteinlagen (Direktbanken geben keine Sparbücher aus) von 4,9% (Dezember 2008) auf 7,1% (September 2009). Auch bei diesen Instituten war der Rückgang der Termineinlagen ersichtlich. Ihr Anteil verringerte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 2,9%.
Bei den Primärbanken1) war der beschriebene Termineinlagenrückgang mit –25,3% markant. Durch Zuwächse bei den Sicht- (+11,1%) und Spareinlagen (+0,1%) wurde insgesamt eine moderate Zunahme von 0,5% gemeldet. Ende September 2009 bezifferte sich der Stand der Einlagen bei den Primärbanken auf 116,87 Mrd EUR, davon waren rund 71% Spareinlagen.