Bericht

Ertragslage der österreichischen Bankkonzerne im Jahr 2006 (Statistiken Q3/07)

Wien, 20. 7. 2007 (Mag. Attila Hucker)


Einleitung

Basierend auf den Daten des Vermögens- und Erfolgsausweises wird die Ertragslage der österreichischen Bankkonzerne im Berichtsjahr 2006 beleuchtet. Insgesamt 39 österreichische Bankkonzerne übermittelten ihre Daten zum Stichtag 31. Dezember 2006. Von 39 Bankkonzernen -erstellten 22 ihren Konzernabschluss gemäß Unternehmensgesetzbuch/Bankwesengesetz – UGB/BWG (§ 59 BWG) und 17 gemäß den Regelungen von IFRS (§ 59a BWG). Für eine -nähere Analyse wurden sämtliche nach § 59a BWG (IFRS)-bilanzierenden Konzerne und nach § 59 BWG (UGB/BWG)-bilanzierenden Konzerne zusammengeführt. Im Berichtsjahr 2006 konnten die österreichischen Konzerne bei sämtlichen Ertragszahlen Anstiege erzielen.



Zinsergebnis

Das Zinsergebnis vor Risikovorsorgen der Konzerne stieg gegenüber dem Vergleichsjahr 2005 auf 12,13 Mrd EUR; das entsprach einem Plus von 16,0% (+1,67 Mrd EUR).



Betriebserträge

Die Betriebserträge (inklusive Risiko) der meldepflichtigen Konzerne betrugen in der Konzerndarstellung 17,52 Mrd EUR und lagen mit 17,9% bzw. 2,66 Mrd EUR weit über dem Wert des Jahres 2005. Der Anstieg war bei den Konzernen wieder auf ein auffallend gutes Provisionsergebnis zurückzuführen. Das Provisionsergebnis belief sich bei den Konzernen auf 5,76 Mrd EUR (+22,5%). Beim Handelsergebnis wurde ein leichter Anstieg auf Konzernebene um 4,4% auf 1,04 Mrd EUR verzeichnet.



Verwaltungsaufwendungen

Auch die Verwaltungsaufwendungen stiegen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005. Sie erhöhten sich bei den Konzernen auf 11,75 Mrd EUR (+12,6% bzw. +1,31 Mrd EUR).Hauptverantwortlich für dieses Wachs-tum waren bei den Konzernen die höheren Personal- und Sachaufwendungen. Die Sachaufwendungen betrugen 3,78 Mrd EUR und erhöhten sich mit 11,5% um 0,39 Mrd EUR gegenüber dem Jahr 2005. Noch stärker entwickelten sich die Personalaufwendungen, die mit 14,3% auf 6,26 Mrd EUR (+0,78 Mrd EUR) stiegen.



Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis (inklusive Risiko) der in Österreich meldepflichtigen Konzerne wuchs im Berichtsjahr 2006 robust weiter. Die Bankkonzerne erwirtschafteten im Jahr 2006 ein Betriebsergebnis von 5,76 Mrd EUR. Dieser Wert erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005 um beträchtliche 30,5% oder 1,35 Mrd EUR.



Entwicklung der Cost-Income-Ratio

Verglichen mit 2004 und 2005 konnten die in Österreich meldepflichtigen Konzerne im Jahr 2006 stark steigende Betriebserträge – im Verhältnis zu den Betriebsaufwendungen – verbuchen. Dieser Trend lässt sich auch in der Entwicklung der Cost- Income-Ratio (CIR) darstellen, die in den letzten Jahren kontinuierlich sank und im Jahr 2006 erstmals unter 60% lag. Mit diesem Ergebnis verbesserten die Konzerne ihre CIR um nennenswerte 2,7% gegenüber dem Vorjahr. Anders war die Entwicklung bei den Konzernmüttern. Hier stieg die Cost-Income-Ratio um 2,64% auf 63,7% gegenüber dem Vergleichsjahr 2005.



Jahresergebnis

Das Periodenergebnis stieg bei den Konzernen, wie auch schon in den Vergleichsperioden, markant. Der Konzernperiodenüberschuss nach Abzug der Steuern und Fremdanteile betrug im Berichtsjahr 2006 6,77 Mrd EUR und war damit um wesentliche 102,8% höher als im Vergleichszeitraum 2005 (+3,43 Mrd EUR). Diese sehr hohe Steigerung des Periodenergebnisses ist auf einen Einmaleffekt (bereits realisierte Veräußerungserträge aus Beteiligungen) im Sektor Aktienbanken zurückzuführen. Nach Bereinigung des einmaligen Sondereffekts belief sich der Zuwachs des Periodenergebnisses der Konzerne noch immer auf rund 40%.



Verleger, Herausgeber und Hersteller:

Oesterreichische Nationalbank

Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

Mag. Günther Thonabauer 

Tel.: (+43-1) 404 20-6666

Mehr zu dieser Seite

Weiterführende Informationen