Dem Melderkreis der Direktbanken sind folgende Institute zuzuordnen:
- 14200 KI easybank AG
- 18400 KI Generali Bank AG
- 18700 KI ecetra Central Europeane-Finance AG
- 19210 ZW ING DiBa Direktbank AG(Niederlassung der Allgemeinen Deutschen Direktbank AG)
- 19250 KI direktanlage.at AG
Im Gegensatz zu traditionellen Kreditinstituten fungieren die fünf beobachteten Banken als Direktbanken. „Direktbank“ bedeutet, dass auf einen stationären Vertrieb verzichtet wird, die Geschäftsabwicklung erfolgt dabei ausschließlich über Internet, Telefon und Postweg.
Das Angebot an Produkten ist sehr unterschiedlich. Es reicht von Spezialisierung auf Wertpapierveranlagungen über wenige ausgewählte Produkte im Spar- bzw. Kreditbereich, bis zu einem sehr weit gefächerten Dienstleistungsangebot, wie man es nur von klassischen Universalbanken kennt.
Als Zweigstelle der Allgemeinen Deutschen Direktbank AG untersteht die „ING DiBa Direktbank Austria“ der Aufsicht des Herkunftslandes Deutschland. Für die Beurteilung der Einlagensicherung sind somit die Bestimmungen des deutschen Kreditwesengesetzes heranzuziehen. Gemäß § 6 Abs. 1 des Statuts des Einlagensicherungsfonds sind die Sicht-, Termin- und Spareinlagen einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe jedes einzelnen Kunden bis zur Sicherungsgrenze von 284.055.000 EUR voll geschützt. In Österreich muss jedes Kreditinstitut, das die Berechtigung zur Entgegennahme gesicherter Einlagen hat, einer Einlagensicherung im Rahmen des jeweiligen Fachverbands angehören. Die Höchstgrenze der gesicherten Einlagen beträgt 20.000,- EUR pro Einleger. Die restlichen vier Banken haben alle ihren Hauptsitz im Inland und sind Mitglieder der österreichischen Einlagensicherung der Banken und Bankiers GmbH.
Die easybank AG ist seit 31. Jänner 1997 meldepflichtig, die ING DiBa Direktbank AG folgte im Jahr 1999, zwei Institute (ecetra Central European e-Finance AG und direktanlage.at AG) wurden während des Jahres 2001 gegründet und das bis dato letzte Kreditinstitut (Generali Bank AG) nahm seine Geschäftstätigkeit mit 31. Dezember 2002 auf.
Seit der zweiten Jahreshälfte 2004 konnten kontinuierliche monatliche Bilanzsummenwachstumsraten von über 3% festgestellt werden (meist sogar deutlich über 5%). Dies führte dazu, dass sich die jährliche Wachstumsrate im Juni 2005 auf 102,02% belief – was quasi einer Verdoppelung innerhalb eines Jahres gleichkam. Im Vergleich dazu lag die monatliche Spannungsbreite im selben Beobachtungszeitraum bei Betrachtung aller Banken zwischen –0,55% und +1,80%. Die jährliche Wachstumsrate der Bilanzsumme aller Banken im Juni 2005 lag bei 9,66%.
Der Anteil der Direktbanken gemessen an der Bilanzsumme stieg im Zeitraum Juni 2003 bis Juni 2005 von 0,12% auf 0,26%. In absoluten Zahlen ausgedrückt kamen die Direktbanken auf eine aggregierte Bilanzsumme von 1,84 Mrd EUR (Bilanzsumme aller Banken per Ende Juni 2005: 697,51 Mrd EUR).
Zielgruppe der Direktbanken ist das Kundensegment der Nichtbanken (insbesondere die privaten Haushalte). Das Kerngeschäft der Direktbanken liegt primär im Einlagengeschäft und hier wiederum im Sichteinlagenbereich, wo auch das stärkste Wachstum zu beobachten ist. Während die Sichteinlagen aller Banken um bemerkenswerte 10,88% im Jahresabstand stiegen, kam es bei den Direktbanken zu einer außergewöhnlichen Wachstumsrate von 148,52% im selben Zeitraum. Dies hatte zur Folge, dass der Anteil der Sichteinlagen der Direktbanken an allen Sichteinlagen Ende Juni 2005 bei 2,50% (+1,64 Prozentpunkte gegenüber Juni 2003) lag.
Der Anteil der gesamten Einlagen von inländischen Nichtbanken expandierte von 0,29% (Juni 2003) auf 0,75% (Juni 2005). Im Vergleich zur globalen Entwicklung aller Banken (+5,19%) wiesen die Einlagen eine jährliche Wachstumsrate von 114,42% auf.
Das aktivseitige Geschäft (insbesondere Direktkredite; Anteil im Juni 2005: 0,11%) mit Nichtbanken verzeichnete demgegenüber bei weitem nicht so starke Zuwächse.
Rund 60% der Bilanzsumme werden aktivseitig in Geschäfte mit dem Ausland veranlagt. Der Großteil davon betrifft ausländische Interbankengeschäfte.