Bericht

Kreditentwicklung der volkswirtschaftlichen Sektoren im Zeitraum September 2004 bis September 2005 (Statistiken Q1/06)

Geschäftsentwicklung der in Österreich tätigen Kreditinstitute

Wien, 23. 1. 2006 (Mag. Nikolaus Böck)

Basierend auf den Daten des Monatsausweises Teil A1 wird die Kreditentwicklung im Jahresabstand zum Stichtag 30. September 2005 beleuchtet. Es werden in der Folge allerdings nur die Forderungen an inländische Kunden näher erläutert, da die Forderungen an ausländische Kunden lediglich in Summe gemeldet werden.

Die Kreditnachfrage an inländische Nichtbanken in Euro und Fremdwährung erlebte zwischen September 2004 und September 2005 eine deutliche Belebung und erhöhte sich um 4,7% bzw. 11,71 Mrd EUR. Dieses Kreditwachstum war vor allem durch eine verstärkte Kreditnachfrage der privaten Haushalte getrieben. Mit 6,84 Mrd EUR Zuwachs entfielen rund 60% auf diesen Sektor. In den übrigen volkswirtschaftlichen Sektoren konnte ebenfalls fast überall eine ansteigende Kreditnachfrage festgestellt werden. Während nichtfinanzielle Unternehmen (+2,95 Mrd EUR) und Nichtbanken-Finanzintermediäre (+2,00 Mrd EUR) auch relativ stark zulegten, stagnierte der Sektor Staat (inklusive Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen) mit einem Wachstum von 0,4%. Lediglich die privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (z. B. Vereine, Kirchen, Parteien) wiesen einen Rückgang ihrer Nachfrage im Ausmaß von 7,3% (–0,21 Mrd EUR) aus. Insgesamt betrugen die Forderungen an inländische Kunden in Euro und Fremdwährung 261,55 Mrd EUR.

Betrachtet man die Kreditentwicklung im Inland getrennt nach Währungen, zeigte sich kein einheitliches Entwicklungsschema. Von den 11,71 Mrd EUR Gesamtwachstum entfielen rund zwei Drittel (+7,70 Mrd EUR) auf die Forderungen in Euro. Im Jahresabstand betrachtet waren erneut die privaten Haushalte (+3,22 Mrd EUR) und die nichtfinanziellen Unternehmen (+3,21 Mrd EUR) mit fast identen Wachstumszahlen die dominanten Sektoren. Die Nichtbanken-Finanzintermediäre wiesen noch eine ansteigende Nachfrage aus, während die volkswirtschaftlichen Sektoren Staat (–0,6%) und private Organisationen ohne Erwerbszweck (–6,3%) marginale absolute Rückgänge verzeichneten. Insgesamt betrug der Stand der Euro-Kredite an inländische Nichtbanken zum 30.September 2005 210,49 Mrd EUR. Davon entfielen auf nichtfinanzielle Unternehmen 96,85 Mrd EUR bzw. auf private Haushalte 68,60 Mrd EUR, also rund 46% bzw. 33%. Der Staat nahm 28,90 Mrd EUR auf, gefolgt von den Nichtbanken-Finanzintermediären mit 13,89 Mrd EUR und den privaten Organisationen ohne Erwerbszweck mit 2,27 Mrd EUR.

Bei den Fremdwährungskrediten zeigte sich folgendes Bild: Von den 4,01 Mrd EUR Wachstum in Fremdwährungen wurde der wesentlichste Teil von den privaten Haushalten (+3,63 Mrd EUR) aufgenommen. Tendenziell ansteigende Nachfragevermeldeten noch die Sektoren Nichtbanken-Finanzintermediäre (+0,39 Mrd EUR) sowie der Staat (+0,33 Mrd EUR). Die restlichen Sektoren verzeichneten Rückgänge im Kreditvolumen. Etwas mehr als 90% der gesamten Fremdwährungsforderungen entfielen auf die beiden Sektoren private Haushalte (60,1%) bzw. nichtfinanzielle Untenehmen (31,1%). Der Stand der Fremdwährungsforderungen betrug Ende September 2005 51,06 Mrd EUR.



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