Im Zuge einer Pressekonferenz Ende Mai in Linz wurde das neue Datenangebot der Oesterreichischen Nationalbank, nämlich regionale Informationen zur Entwicklung der österreichischen Kreditinstitute, vorgestellt. Per Ende 2005 wurden in Österreich 5.197 Bankstellen gezählt. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt 76.446 Beschäftigte im österreichischen Bankwesen tätig. Der größte Anteil gemessen an der Bilanzsumme (725,04 Mrd EUR) entfiel auf Wien. Für das gute Betriebsergebnis von 5,65 Mrd EUR im Jahr 2005 (2004: 4,74 Mrd EUR) waren vor allem die steigenden Betriebserträge der in Wien ansässigen Kreditinstitute verantwortlich sowie die sinkenden Betriebsaufwendungen im Burgenland und in Oberösterreich.
Bericht
Regionale Bankendaten (Statistiken Q3/06)
Ein neues Informationsangebot der Oesterreichischen Nationalbank
1 Einleitung
Die Erhebung, Erstellung und Verbreitung von vorwiegend finanzmarktrelevanten Statistiken ist ein zentrales Aufgabenfeld der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Aufgrund der starken Nachfrage nach Informationen zur Entwicklung österreichischer Kreditinstitute auf regionaler Ebene stellt die OeNB auf ihrer Website künftig regelmäßig ausgewählte Daten über die Kreditwirtschaft nach Bundesländern zur Verfügung.
Die OeNB präsentierte dieses neue Datenangebot am 31. Mai 2006 in Linz der Öffentlichkeit. Das neue Informationsangebot kann auf der Website der OeNB im Bereich „Statistik und Melderservice“ unter „Statistische Daten“, „Finanzinstitutionen“, „Kreditinstitute“ sowie „Regionaltabellen“ abgerufen werden. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert.
2 Stammdaten
Per 31. Dezember 2005 konnten in Österreich 5.197 Bankstellen gezählt werden. 880 Hauptanstalten bzw. 4.317 Zweigstellen verteilten sich wie folgt:
Die Erhebung der Anzahl der Beschäftigten im österreichischen Bankwesen wurde per Ende 2005 auch für Zwecke der Leistungs- und Strukturerhebung im Sinn genauerer Zuordnung umgestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden sämtliche Mitarbeiter eines Kreditinstituts dem Bundesland zugeordnet, in dem die Hauptanstalt liegt. Dies führte bei überregional tätigen Banken mitunter zu Verzerrungen.
Erwartungsgemäß ging daher der Anteil an den Gesamtbeschäftigten in Wien von 41,1% (2004) auf 33,6% (2005) zurück, während in allen anderen Bundesländern Zuwächse verzeichnet werden konnten. Insgesamt waren Ende 2005 76.446 Beschäftigte im österreichischen Bankwesen tätig, davon 1.301 im Ausland.


3 Bilanzsumme
Ende Dezember 2005 wurde eine unkonsolidierte Bilanzsumme aller in Österreich tätigen Banken von 725,04 Mrd EUR festgestellt: Den größten Anteil wiesen die Wiener Banken mit 62,1% auf. Die Banken der restlichen Bundesländer blieben mit ihren Anteilen im einstelligen Bereich.

4 Ertragslage der in Österreich tätigen Kreditinstitute
Im Jahr 2005 betrug das Betriebsergebnis der in Österreich tätigen Kreditinstitute 5,65 Mrd EUR (2004: 4,74 Mrd EUR). Den größten Anteil am Gesamtergebnis hatten die Wiener Banken mit 3,18 Mrd EUR, gefolgt von jenen aus Oberösterreich mit 0,60 Mrd EUR und der Steiermark mit 0,38 Mrd EUR.
Die Betriebserträge erhöhten sich gegenüber 2004 um 1,25 Mrd EUR bzw. 8,7% und beliefen sich im Jahr 2005 auf 15,71 Mrd EUR. Die größten Zuwächse wurden in den Bundesländern Wien (+12,3% bzw. 0,92 Mrd EUR) und Kärnten (+12,5% bzw. 0,08 Mrd EUR) festgestellt. Dabei ist anzumerken, dass in Kärnten auch der höchste Zuwachs– gemessen an allen Bundesländern – bei den Betriebsaufwendungen mit 8,3% bzw. 0,03 Mrd EUR gemeldet wurde. Rückgänge bei den Betriebserträgen wurden nur bei den im Burgenland ansässigen Kreditinstituten (–2,4%) und marginal mit –0,6% auch in Tirol verzeichnet. Die sinkenden Erträge konnte das Burgenland mit einer höheren Reduktion der Betriebsaufwendungen (–6,2%) ausgleichen. In Oberösterreich wurden 2005 ebenfalls Einsparungen bei den Betriebsaufwendungen (–1,1%) verzeichnet.

Die Cost-Income-Ratio der in Österreich tätigen Kreditinstitute lag 2005 bei 64,1%. Über dem Durchschnitt lagen die Banken in Vorarlberg (53,3%), Oberösterreich (61,9%), Wien (62,2%) und Kärnten (63,0%).
| Tabelle 1 | |||
|---|---|---|---|
| Reihung der Bundesländer nach Ertragskennzahlen | |||
| 2005 | Betriebserträge | Betriebsaufwendungen | Cost-Income-Ratio |
| in Tsd EUR | in Tsd EUR | in % | |
| Global | 15.709.797 | 10.062.823 | 64,05 |
| Wien | 8.406.062 | 5.229.726 | 62,21 |
| Oberösterreich | 1.585.223 | 981.535 | 61,92 |
| Salzburg | 1.169.283 | 936.196 | 80,07 |
| Steiermark | 1.110.340 | 728.429 | 65,60 |
| Niederösterreich | 1.026.125 | 696.661 | 67,89 |
| Tirol | 990.468 | 649.360 | 65,56 |
| Kärnten | 709.697 | 447.208 | 63,01 |
| Vorarlberg | 538.063 | 286.758 | 53,29 |
| Burgenland | 174.536 | 106.950 | 61,28 |
| Quelle: OeNB. | |||
Für das Jahr 2005 rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute mit einem um 30,1% höheren Jahresüberschuss von 3,88 Mrd EUR. Die größten Zuwächse wurden bei den in Wien ansässigen Kreditinstituten mit 0,74 Mrd EUR und den steirischen Kreditinstituten mit 0,59 Mrd EUR verzeichnet. Den höchsten Rückgang beim erwarteten Jahresüberschuss für 2005 im Vergleich zum Schätzwert vom Jahr 2004 mussten die Banken in Oberösterreich mit 66,6% oder 0,61 Mrd EUR verbuchen.

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