Die Bilanzsumme war 2009 erstmals seit 2002 in einem Kalenderjahr rückläufig. Hauptverantwortlich dafür war das in- und ausländische Interbankengeschäft. Das Kreditwachstum an private Haushalte und vor allem an nichtfinanzielle Unternehmen ging ebenfalls deutlich zurück. Dies konnte durch höhere Anleiheemissionen der Unternehmen zum Teil kompensiert werden. Der Überschuss des unkonsolidierten Betriebsergebnisses der in Österreich tätigen Banken fiel im Jahr 2009 geringer aus als 2008.
Rückläufiges Interbankengeschäft lässt die Bilanzsumme sinken
Rückläufiges Interbankengeschäft lässt die Bilanzsumme sinken (Statistiken Q2/10)
Wesentliche Entwicklungen im inländischen Finanzwesen im Jahr 2009
1 Erstmaliger Rückgang der Bilanzsumme seit 2002
Nach dem Rekordwachstum der Bilanzsumme im Jahr 2008, ging diese im Jahr 2009 erstmals in einem Kalenderjahr seit 2002, als der Rückgang 2,4 % betrug, um 3,3 % zurück. Ende Dezember 2009 belief sich die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute auf 1.034,15 Mrd EUR. Unter anderem bedingt durch eine Abnahme des in- und ausländischen Interbankengeschäfts kam es zu einem Rückgang im Jahr 2009 von 34,94 Mrd EUR. Beim Stand der Forderungen bzw. Verbindlichkeiten an bzw. gegenüber inländische(n) Kreditinstitute(n) war ein Rückgang von 8,96 Mrd EUR bzw. 29,20 Mrd EUR erkennbar. Auch im Bankgeschäft mit ausländischen Kunden war das Volumen deutlich rückläufig.
Im Jahr 2009 wiesen fast alle Bankensektoren ein negatives Bilanzsummenwachstum auf. Neben einem Rückgang bei den Aktienbanken (–20,39 Mrd EUR bzw. –6,6 %) wiesen auch die Sonderbanken (–17,49 Mrd EUR bzw. –16,0 %), die Sparkassen (–7,42 Mrd EUR bzw. –4,2 %), die Landes-Hypothekenbanken (–1,95 Mrd EUR bzw. –1,2 %), die Volksbanken (–0,88 Mrd EUR bzw. –1,1 %) und die Zweigstellen gemäß § 9 BWG (–0,67 Mrd EUR bzw. –5,6 %) Abnahmen auf. Nur die Raiffeisenbanken (+12,72 Mrd EUR bzw. +4,8 %) und die Bausparkassen (+0,38 Mrd EUR bzw. +1,7 %) verzeichneten einen Anstieg der Bilanzsumme.
Durch die beschriebene Entwicklung behielt der Aktienbankensektor Ende Dezember 2009 mit 27,8 % Marktanteil gemessen an der Gesamtbilanzsumme nur noch knapp den ersten Platz vor dem Raiffeisensektor mit 27,0 %. Danach folgten die Sparkassen mit 16,3 %. Die Landes-Hypothekenbanken erzielten einen Marktanteil von 9,2 %, die Sonderbanken 8,9 %, die Volksbanken 7,5 %, die Bausparkassen 2,2 % und die Zweigstellen gemäß § 9 BWG 1,1 %.
Der Marktanteil der zehn größten Banken sank im Vergleich zum Ultimo 2008 um 2,5 Prozentpunkte, da deren Bilanzsummenrückgang mit 7,7 % stärker ausfiel als im Österreich-Durchschnitt (–3,3 %). Die Top-Ten-Banken gemessen an der Bilanzsumme erreichten Ende Dezember 2009 ein Niveau von 52,0 %.

2 Starker Rückgang des Auslandsgeschäfts
Im Vergleich zum Ultimo 2008 reduzierte sich der Stand der Auslandsforderungen um –10,3 % bzw. –38,73 Mrd EUR und das Volumen der Auslandsverbindlichkeiten um –7,8 % bzw. –21,11 Mrd EUR. Der Rückgangder Auslandsforderungen ging unter anderem auf „Forderungen an ausländische Kreditinstitute“ (–18,42 Mrd EUR), „sonstige Auslandsforderungen“ (–11,53 Mrd EUR) und „Forderungen an ausländische Kunden“ (–8,00 Mrd EUR) zurück. Auf der Passivseite war die Abnahme mehrheitlich auf „ausländische verbriefte Verbindlichkeiten“ (–8,58 Mrd EUR) und „Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Kreditinstituten“ (–8,18 Mrd EUR) zurückzuführen.
Durch die unterschiedlichen Wachstumsraten reduzierte sich die unkonsolidierte Nettoforderungsposition österreichischer Kreditinstitute gegenüber dem Ausland von ihrem bisherigen Höchststand von 106,88 Mrd EUR im Dezember 2008 auf 89,27 Mrd EUR Ende 2009. Im September 2004 war die Nettoforderungsposition noch annähernd ausgeglichen gewesen. Ende Dezember 2009 lag der Anteil der Auslandsaktiva (337,80 Mrd EUR) an der Bilanzsumme bei 32,7 % und jener der Auslandspassiva (248,54 Mrd EUR) bei 24,0 %. Im Juni 2008 erreichte derAnteil der Auslandsaktiva mit 40,1 % an der Bilanzsumme seinen Höchststand.
Die Konsolidierung im österreichischen Bankwesen fand auch ihrenNiederschlag in der Finanzierung des privaten Sektors in Form von Krediten an private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen.

3 Starker Wachstumsrückgang der Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen und private Haushalte
Die um Wechselkurseffekte, Abschreibungen und Reklassifikationen bereinigte Kreditvergabe (sogenannte transaktionsbedingte Veränderungen) an private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen in Summe ging im Jahr 2009 um 1,5 Mrd EUR zurück, während sie in den Jahren 2007 und 2008 um jeweils über 14 Mrd EUR und im Jahr 2006 um fast 13 Mrd EUR angestiegen war. Dabei war der Rückgang bei den nichtfinanziellen Unternehmen ausgeprägter als bei den privaten Haushalten. Während die nichtfinanziellen Unternehmen im Jahr 2008 ihr Kreditvolumen um 11,3 Mrd EUR erhöhten, verzeichnete dieses im Jahr 2009 einen Rückgang von 2,3 Mrd EUR. Die Kredite an private Haushalte konnten im Jahr 2009 nur noch einen Anstieg von 0,7 Mrd EUR ausweisen. Im Jahr 2008 betrug die Zunahme noch fast 2,9 Mrd EUR.
Die starke Wachstumsverlangsamung der Kredite, insbesondere an nicht¬finanzielle Unternehmen, verdeutlichen auch die Jahreswachstumsraten. Das jährliche Wachstum der Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen stieg von 6,1 % im Jahr 2006 auf 8,1 % im Jahr 2007 und 9,1 % im Jahr 2008. 2009 musste dagegen ein Rückgang von 1,7 % hingenommen werden. Dabei gingen die Kredite in Euro um 1,4 % und jene in Fremdwährung um 7,4 % zurück. Das ausstehende Kreditvolumen nichtfinanzieller Unternehmen reduzierte sich demnach auf rund 133 Mrd EUR. Der Anteil der Fremdwährungskredite machte Ende 2009 rund 8,5 % aus.
Die Entwicklung bei den Krediten an private Haushalte fiel dagegen weniger dramatisch aus. 2009 konnte noch ein Kreditwachstum von rund 0,6 % ausgewiesen werden. Der Zuwachs an Krediten an private Haushalte verlangsamte sich stetig von 5,6 % im Jahr 2006 auf 4,4 % im Jahr 2007 und auf 2,5 % im Jahr 2008. Einem Rückgang der Fremdwährungskredite von 4,8 % stand ein Zuwachs der in Euro denominierten Kredite in Höhe von 3,1 % gegenüber. Trotzdem sind die privaten Haushalte nach wie vor einem ¬beträchtlichen Wechselkursrisiko ausgesetzt. Bei den privaten Haushalten lag der Anteil der Fremdwährungskredite Ende 2009 immer noch bei knapp 30 % der ausstehenden Kredite. Mehr als 80 % der Fremdwährungskredite der privaten Haushalte lauten auf Schweizer Franken.
Die schleppende Kreditvergabe der Banken an den privaten Sektor (private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen) wurde durch ein höheres Anleihevolumen der nichtfinanziellen Unternehmen zum Teil kompensiert. Die Nettoaufnahmen der Unternehmen auf dem Kapitalmarkt stiegen im Jahr 2009 im Vergleich zum Jahr 2008 um fast 50 % auf 4,7 Mrd EUR.2)

4 Starker Zuwachs der Einlagen des privaten Sektors
Die Entwicklung der Einlagen war von einer starken Dynamik bei den privaten Haushalten (+7,0 Mrd EUR bzw. +3,6 %) und den nichtfinanziellen ¬Unternehmen (+3,0 Mrd EUR bzw. +6,6 %) gekennzeichnet. Demgegenüber standen bedeutende Rückgänge bei den Nichtbanken-Finanzintermediären (vor allem Finanzholdings, Versicherungen und Pensionskassen) und dem Sektor Staat. Die Nichtbanken-Finanzintermediäre reduzierten ihre Einlagen um 4,6 Mrd EUR oder 25,7 %.
Rund ein Drittel des Rückgangs (–1,5 Mrd EUR bzw. –25,2 %) entfiel auf Versicherungen und Pensionskassen, die ihre Vorsichtskasse reduzierten und 2009 zu einem normalen Anlageverhalten zurückkehrten. Die Einlagen des Sektors Staat gingen um 2,4 Mrd EUR (–18,2 %) zurück. Dabei war das Verhalten des Bundes ausschlaggebend, der seine Einlagen um 1,8 Mrd EUR oder 42,0 % zurücknahm.
Durch die einschneidenden Zinsrückgänge reduzierten sich die Opportunitätskosten der liquiden Geldhaltung der privaten Haushalte und nichtfinanziellen Unternehmen. Dadurch kam es zu einer gegenläufigen Entwicklung der Termin- und Sichteinlagen und zu einem langsameren Wachstum der Spareinlagen. Die Termineinlagen der privaten Haushalte gingen um 4,5 Mrd EUR zurück und jene der nichtfinanziellen Unternehmen um 0,9 Mrd EUR. Demgegenüber standen Zuwächse bei den Sichteinlagen in Höhe von 9,9 Mrd EUR bei den privaten Haushalten und von 2,4 Mrd EUR bei den nichtfinanziellen Unternehmen. Die Spareinlagen der privaten Haushalte wuchsen 2009 um 1,6 Mrd EUR (+1,1 %) gegenüber 9,9 Mrd EUR (+7,0 %) im Jahr 2008. Der Zuwachs der Spareinlagen aller Nichtbanken ging von 9,3 Mrd EUR (+6,3 %) im Jahr 2008 auf 3,6 Mrd EUR (+2,3 %) im Jahr 2009 zurück.

5 Verringertes Betriebsergebnis
Das unkonsolidierte Betriebsergebnis der in Österreich tätigen Kreditinstitute belief sich im Jahr 2009 auf 6,82 Mrd EUR. Gegenüber 2008 stellte dies eine Abnahme um 2,32 Mrd EUR bzw. 25,4 % dar. Allerdings war das Betriebsergebnis im Jahr 2008 vor allem von einem Sondereffekt3) im Beteiligungsgeschäft stark beeinflusst, wodurch ein Vergleich des Jahres 2009 mit 2008 nur bedingt aussagekräftig ist. Gegenüber dem Jahr 2007 konnte jedoch ein Anstieg beobachtet werden. Die Betriebsaufwendungen 2009 fielen zwar mit 11,07 Mrd EUR leicht höher aus als im Jahr 2007 (10,85 Mrd EUR), die Betriebserträge stiegen jedoch um 0,38 Mrd EUR bzw. 2,2 % gegenüber 2007. Im Vergleich zum Jahr 2008 wurde bei Letzteren – aufgrund des erwähnten Sondereffekts – ein Rückgang um 2,66 Mrd EUR bzw. 13,0 % verzeichnet.
Nachdem von den in Österreich tätigen Kreditinstituten im Jahr 2008 – vor allem aufgrund des erwähnten Sondereffekts – ein Bestwert der unkonsolidierten Cost-Income-Ratio für ein Gesamtjahr erreicht worden war, verschlechterte sich diese Kennzahl für die österreichischen Kreditinstitute im Jahr 2009 um 6,4 Prozentpunkte auf 61,9 %. Die beste Relation im sektoralen Vergleich konnte bei den Raiffeisenbanken (55,0 %), knapp gefolgt von den Sparkassen (55,1 %), beobachtet werden. Danach reihten sich die Volksbanken (63,3 %), die Landes-Hypothekenbanken (63,5 %), die Aktienbanken (64,3 %), die Bausparkassen (75,0 %), die Sonderbanken (84,2 %) und schließlich die Zweigstellen gemäß § 9 BWG (87,5 %).
Die unkonsolidierten Betriebserträge der in Österreich tätigen Kreditinstitute waren im Jahr 2009 um 2,66 Mrd EUR bzw. 13,0 % geringer als noch 2008. Dies ließ sich großteils auf die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen zurückführen, da im Jahr 2008 ein Sondereffekt zu tragen kam, der bewirkte, dass diese Position auf 7,19 Mrd EUR anwuchs. In der aktuellen Betrachtungsperiode beliefen sich die Erträge aus diesem Bereich auf 3,33 Mrd EUR (–3,87 Mrd EUR bzw. –53,7 %). 2007 hatten die Banken 3,52 Mrd EUR über Wertpapiere und Beteiligungen erwirtschaftet. Weiters verzeichneten die österreichischen Kreditinstitute Rückgänge beim Saldo aus dem Provisionsgeschäft (–0,57 Mrd EUR bzw. –13,6 % auf 3,65 Mrd EUR) – die größte Abnahme wurde beim Wertpapierprovisionsgeschäft beobachtet. Auch bei den sonstigen betrieblichen Erträgen kam es zu einer leichten Abnahme (–0,07 Mrd EUR bzw. –4,1 % auf 1,64 Mrd EUR). Zuwächse konnten beim Saldo aus dem Finanzgeschäft, der 2008 noch einen Aufwand von –0,81 Mrd EUR darstellte und 2009 wieder ins Positive drehte (0,50 Mrd EUR), und beim Nettozinsertrag (+0,53 Mrd EUR bzw. +6,4 % auf 8,78 Mrd EUR) beobachtet werden.
Das Zinsgeschäft blieb auch 2009 die wichtigste Einkommensquelle für die in Österreich tätigen Kreditinstitute. An zweiter Stelle folgte das Provisionsgeschäft, das 2008 – bedingt durch den erwähnten Sondereffekt – an dritter Stelle hinter dem Beteiligungsgeschäft stand.
Die unkonsolidierten Betriebsaufwendungen der heimischen Kreditinstitute sanken im Vergleich zum Jahr 2008 um 0,34 Mrd EUR bzw. 3,0 % auf 11,07 Mrd EUR. Der absolut gesehen größte Rückgang wurde beim Sachaufwand (–0,19 Mrd EUR bzw. –4,8 % auf 3,76 Mrd EUR) verzeichnet. Die Personalaufwendungen veränderten sich nur geringfügig (–0,08 Mrd EUR bzw. –1,4 % auf 5,70 Mrd EUR). Im Bereich der Personalaufwendungen betraf die größte Veränderung die Dotierung der Pensionsrückstellungen (–0,08 Mrd EUR bzw. –58,9 % auf 0,05 Mrd EUR). Die Personalaufwendungen machten trotz der Abnahme weiterhin etwas mehr als die Hälfte der Betriebsaufwendungen aus (51,4 %).

6 Niedriger erwarteter Jahresüberschuss
Die im Folgenden beschriebenen Zahlen stellen Prognosewerte für die Jahresabschlusszahlen dar. Diese Werte werden mit den Vorschauwerten per 31. Dezember 2008 verglichen, da ein Vergleich mit den tatsächlichen Werten für 2008 aufgrund unterschiedlicher Sektorzusammensetzungen und unterschiedlicher Strukturen zu den unkonsolidierten Jahresabschlussmeldungen nicht möglich ist.
Die in Österreich tätigen Kreditinstitute rechnen damit, dass sich das geprüfte Jahresbetriebsergebnis auf 6,77 Mrd EUR belaufen wird (–2,35 Mrd EUR bzw. –25,8 % gegenüber 2008). Die gesamten Risikokosten werden laut Bankenprognosen für 2009 8,32 Mrd EUR betragen, woraus gegenüber 2008 ein Anstieg von 1,32 Mrd EUR bzw. 18,9 % resultiert. Daraus ergibt sich ein unkonsolidiertes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von –1,55 Mrd EUR. Im Jahr 2008 war dieses mit +2,12 Mrd EUR beziffert worden.
Die österreichischen Kreditinstitute gehen aber davon aus, dass durch das außerordentliche Ergebnis, das mit +2,23 Mrd EUR gemeldet wurde (+0,03 Mrd EUR im Jahr 2008), dieser Verlust mehr als kompensiert wird. Nach Steuern (–0,40 Mrd EUR) wird ein Jahresüberschuss von +0,25 Mrd EUR (–1,64 Mrd EUR bzw. –86,9 % gegenüber 2008) erwartet – das niedrigste Ergebnis seit 1989.

7 Weitere Verringerung der Anzahl der Bankstellen
Aufgrund von neun Schließungen (eine Aktienbank, zwei Sonderbanken und sechs §-9-Institute), zehn Fusionen (zwei im Aktienbankensektor, eine im Sonderbanken- und sieben im Raiffeisensektor) sowie sieben Neugründungen (zwei Aktienbanken, eine Raiffeisenbank, zwei Sonderbanken und zwei §-9-Institute) verringerte sich die Anzahl der Hauptanstalten im Jahr 2009 von 867 auf 855.
Die Anzahl der Zweigstellen wurde gleichzeitig um 77 reduziert. Somit gab es im Jahr 2009 im österreichischen Bankstellennetz einen Rückgang um 89 auf 5.032 Standorte.
Die Bankstellendichte verringerte sich von 1.632 (Ende 2008) auf 1.664 Einwohner pro Bankstelle Ende 2009. Die Vergleichswerte für Deutschland und die Schweiz per Ende 2009 beliefen sich schätzungsweise auf 1.970 bzw. 2.210 Einwohner pro Bankstelle.
Die Gesamtzahl der Auslandsstandorte der inländischen Kreditinstitute (170) hat sich um drei Plätze verringert. Zum 31. Dezember 2009 wurden 119 Filialen (–2) und 51 Repräsentanzen (–1) betrieben.
8 Deutliche Erhöhung des Vermögensbestands der Pensionskassen
Der Vermögensbestand der 19 Pensionskassen erhöhte sich – nach dem per Ende 2008 ausgewiesenen tiefsten Stand seit Mitte 2006 – im Jahr 2009 deutlich (um 1,9 Mrd EUR oder 15,7 %) auf insgesamt 13,8 Mrd EUR. Diese Erhöhung ist zum einen Teil auf Wertsteigerungen bei den vorhandenen Aktiva, zum anderen auf Neukunden sowie auf Nachschüsse bei bestehenden Verträgen zurückzuführen.
Die Erhöhung des Vermögensbestands im Jahr 2009 spielte sich zu mehr als 100 % bei den inländischen Investmentzertifikaten (+2,0 Mrd EUR oder +20,7 %) ab. Wichtigster Gegenposten waren die Guthaben bei inländischen Banken, die um 0,3 Mrd EUR bzw. 31,7 % sanken. Daneben verringerten sich auch die Sonstigen Aktiva wieder (um 0,2 Mrd EUR oder 49,0 %).
Diese Entwicklungen zeigen, dass die Pensionskassen im Jahr 2009 aus den 2008 zwischenzeitlich risiko- und ertragsarm geparkten Beträgen wieder in echte Investments – konkret in Investmentzertifikate – umstiegen. Damit kehrten sie zu einem Veranlagungsverhalten im eigentlichen Sinn zurück und nutzten auch die steigenden Kurse des Jahres 2009.
Per 31. Dezember 2009 waren die inländischen Investmentzertifikate mit 83,4 % Anteil am gesamten Vermögensbestand unverändert die bei weitem wichtigste einzelne Anlageform. Es folgten die ausländischen Investmentzertifikate mit 6,7 % und – immer noch – die Guthaben bei inländischen Banken mit einem Anteil von 3,9 %.
Gemäß den von der Oesterreichischen Kontrollbank AG veröffentlichten Veranlagungsergebnissen haben die Aktivpositionen der Pensionskassen im Jahr 2009 einen Wertzuwachs von 9,00 % erfahren. Der durchschnittliche Jahreswert für die letzten drei Jahre (2007 bis 2009) war mit 1,09 % aber weiterhin negativ.
9 Betriebliche Vorsorgekassen: Trend zur indirekten Veranlagung
Im achten Jahr der Geschäftstätigkeit belief sich die Anzahl der Anwartschaftsberechtigten Ende Dezember 2009 auf 3,31 Millionen Personen. Das Volumen der Anwartschaften, das sind die durch die Betrieblichen Vorsorgekassen (BV-Kassen) verwalteten Ansprüche der Arbeitnehmer, betrug Ende Dezember 2009 insgesamt 2.829,93 Mio EUR. Das bedeutet einen Zuwachs von 711 Mio EUR oder 33,5 % gegenüber Ende Dezember 2008.
Gesetzlich verpflichtend ist eine Kapitalgarantie zu gewähren, um die Anwartschaftsberechtigten vor dem Verlust der monatlich vom Arbeitgeber einbezahlten Beiträge (1,53 % vom Bruttogehalt plus Sonderzahlungen) zu schützen. Die Rücklage für die Ga¬rantie machte Ende Dezember 2009 einen Wert von 2,99 Mio EUR aus, um 0,98 Mio EUR oder 48,8 % mehr als Ende Dezember 2008.
Im Jahr 2009 war im Bereich der Veranlagungen eine Trendumkehr zur indirekten Veranlagung zu beobachten: Waren Ende Dezember 2008 noch 49,7 % der Gelder direkt veranlagt, waren es Ende Dezember 2009 nur mehr 31,2 % des Vermögens der Veranlagungsgemeinschaften. Entsprechend stieg der Anteil der indirekten Veranlagungen um 18,5 Prozentpunkte von 50,3 % Ende Dezember 2008 auf 68,8 % Ende Dezember 2009.
Die Bilanzsumme der neun BV-Kassen wies zum 31. Dezember 2009 ein Volumen von 2.889,44 Mio EUR auf; das entsprach einer Jahreserhöhung um 714,56 Mio EUR oder 32,9 %.
| Stand Dez. 09 | Veränderung im Jahr | ||
|---|---|---|---|
| 2009 | 2008 | ||
| Anzahl der Hauptanstalten | 855 | –12 | –3 |
| Anzahl der Auslandstöchter (>25%) | 99 | –4 | 1 |
| in Mio EUR | in % | ||
| Bilanzsumme | 1.034.154 | –3,3 | 18,9 |
| Direktkredite | 302.257 | –1,3 | 7,4 |
| Spareinlagen | 158.988 | 2,3 | 6,3 |
| Vermögensbestand Pensionskassen | 13.807 | 15,7 | –7,6 |
| Verwaltetes Vermögen Investmentfonds | 138.610 | 8,8 | –23,1 |
| in % | in Prozentpunkten | ||
| Anteil der FW−Kredite an Gesamtkrediten | 17,3 | –0,8 | 1,8 |
| Anteil der Kredite in JPY an FW−Krediten insgesamt | 5,4 | –0,1 | 1,9 |
| Anteil der Kredite in CHF an FW−Krediten insgesamt | 86,3 | 0,2 | –2,4 |
| Anteil Auslandsaktiva an der Bilanzsumme | 32,7 | –2,6 | –3,8 |
| Anteil Auslandspassiva an der Bilanzsumme | 24,0 | –1,2 | –4,8 |
| Volumen Derivativgeschäfte in % der Bilanzsumme | 220,5 | 9,4 | –15,7 |
| Cost−Income−Ratio | 61,9 | 6,4 | –6,4 |
| Relation Nettozinsertrag/Betriebserträge | 49,1 | 8,9 | –2,1 |
| Relation Personalaufwand/Betriebsaufwendungen | 51,4 | 0,9 | 0,2 |
| Kernkapital unkonsolidiert | 13,9 | 1,3 | 0,2 |
| Quelle: OeNB. | |||
1) Norbert.Schuh@oenb.at; Peter.Steindl@oenb.at. Die Autoren danken den Mitarbeitern der Abteilung für Aufsichts- und Monetärstatistik für wertvolle Vorarbeiten.
2) Siehe dazu den Beitrag „Nettoabsatz von Bankanleihen stark rückläufig“ in diesem Heft.
3) Sonderausschüttungen im Raiffeisensektor aufgrund von Anteilsaufwertungen.
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