Weiterer Bilanzsummenrückgang

Weiterer Bilanzsummenrückgang (Statistiken Q3/10)

Wesentliche Entwicklungen im inländischen Finanzwesen im ersten Quartal 2010

Wien, 13.7.2010 (Dr. Norbert Schuh, Mag. Peter Steindl)1)

Der Rückgang der Bilanzsumme setzte sich auch im ersten Quartal 2010 fort. Hauptverantwortlich dafür war das inländische Interbankengeschäft. Auslandsforderungen und -verbindlichkeiten stiegen hingegen wieder an. Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen und private Haushalte stabilisierten sich. Die Zinssätze für Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen erreichten ein Rekordtief.



1 Leichter Rückgang der Bilanzsumme

Die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute verringerte sich im ersten Quartal 2010 um 5,68 Mrd EUR (–0,5 %) und belief sich Ende März 2010 auf 1.028,27 Mrd EUR. Seit März 2009 ging die Bilanzsumme kontinuierlich um 41,25 Mrd EUR oder 3,9 % zurück. Verantwortlich dafür war im ersten Quartal 2010, wie bereits im Jahr 2009, das rückläufige Interbankengeschäft. Die Forderungen an inländische Kreditinstitute gingen um 17,18 Mrd EUR bzw. 7,1 % zurück, während die Forderungen gegenüber ausländischen Kreditinstituten um 9,70 Mrd EUR oder 6,1 % anstiegen. Auch auf der Passivseite übertrafen die Rückgänge der Verbindlichkeiten gegenüber inländischen Kreditinstituten (–16,36 Mrd EUR bzw. –6,8 %) den Zuwachs bei den Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Kreditinstituten (+6,25 Mrd EUR bzw. +6,6 %).

Bei Betrachtung der aggregierten Bilanzsumme der einzelnen Bankensektoren konnten die markanten Rückgänge der Aktienbanken (–5,85 Mrd EUR bzw. –2,0 %) und Raiffeisenbanken (–4,53 Mrd EUR bzw. –1,6 %) durch Bestandszuwächse der Bankensektoren Sparkassen (+4,90 Mrd EUR bzw. +2,9 %) und Sonderbanken (+1,17 Mrd EUR bzw. +10,5 %) nicht vollkommen kompensiert werden.

Der Aktienbankensektor hatte Ende März 2010 mit 27,4 % Marktanteil gemessen an der Gesamtbilanzsumme weiterhin die Marktführerposition inne. Danach folgte der Raiffeisensektor (26,7 %), vor den Sparkassen mit 16,9 %. Die Landes-Hypothekenbanken erzielten einen Marktanteil von 9,2 %, die Sonderbanken 8,8 %, die Volksbanken 7,7 %, die Bausparkassen 2,2 % und die Zweigstellen gemäß § 9 BWG 1,1 %.

Der Marktanteil der zehn größten Banken stieg leicht um 0,8 Prozentpunkte im Vergleich zum Ultimo 2009. Die Top-Ten-Banken gemessen an der Bilanzsumme erreichten Ende März 2010 ein Niveau von 52,8 % und wiesen damit allerdings einen Rückgang von 1,2 Prozentpunkten gegenüber März 2009 aus.


Unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute

2 Anstieg im Auslandsgeschäft

Nachdem im Jahr 2009 sowohl die Auslandsforderungen (–38,73 Mrd EUR bzw. –10,3 %) als auch die Auslandsverbindlichkeiten (–21,11 Mrd EUR bzw. –7,8 %) rückläufig waren, wurden im Verlauf des ersten Quartals 2010 wieder Anstiege verzeichnet. Dabei wuchsen die Forderungen stärker (+11,76 Mrd EUR bzw. +3,5 %) als die Verbindlichkeiten (+5,90 Mrd EUR bzw. +2,4 %). Bei Betrachtung der beiden Geschäftssegmente war auffällig, dass das Interbankengeschäft für das Wachstum verantwortlich war, der Stand der Forderungen an ausländische Kreditinstitute stieg um 9,70 Mrd EUR und die Gegenposition auf der Passivseite um 6,25 Mrd EUR. Der Stand im ausländischen Kundengeschäft erhöhte sich auf der Aktivseite um 3,09 Mrd EUR, während sich der Stand der Verbindlichkeiten um 0,78 Mrd EUR reduzierte.

Zum Ende des ersten Quartals 2010 standen in Summe 349,34 Mrd EUR an Forderungen 255,27 Mrd EUR an Verbindlichkeiten im Auslandsgeschäft gegenüber. Durch die unterschiedlichen Wachstumsraten im ersten Quartal 2010 weitete sich die Nettoforderungsposition österreichischer Kreditinstitute gegenüber dem Ausland wieder auf 94,07 Mrd EUR aus.

Der Anteil der Auslandsaktiva gemessen an der Bilanzsumme lag Ende März 2010 – nach einem Höchstwert von 40,1 % Ende Juni 2008 – bei 34,0 %, jener der Passivseite bei 24,8 %.


Auslandsgeschäft der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute

3 Kredite an privaten Sektor stabilisierten sich

Die um Wechselkurseffekte, Abschreibungen und Reklassifikationen bereinigte Kreditvergabe (sogenannte transaktionsbedingte Veränderungen) an private Haushalte ging im Vergleich zum Ultimo 2009 um 0,2 Mrd EUR zurück, während die Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen um 0,2 Mrd EUR anstiegen. Das ausstehende Kreditvolumen an die beiden Sektoren belief sich auf 257,7 Mrd EUR. Etwas mehr als die Hälfte (133,3 Mrd EUR) entfiel auf Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen.

Im Vergleich zum Jahr 2009 gab es einen etwas geringeren Rückgang der Kreditvergabe an private Haushalte: Im ersten Quartal 2010 war dieser mit den erwähnten –0,2 Mrd EUR niedriger als im ersten Quartal 2009 mit –0,8 Mrd EUR. Die Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen wuchsen mit 0,2 Mrd EUR im ersten Quartal 2010 im gleichen Ausmaß wie in den ersten drei Monaten 2009. In den Vergleichsperioden der Jahre 2007 und 2008 hatten die Zuwächse von Krediten an private Haushalte jeweils 0,8 Mrd EUR und jene an nichtfinanzielle Unternehmen 1,4 Mrd EUR bzw. 2,6 Mrd EUR betragen.

Die Entwicklung der Jahreswachstumsraten lässt ebenfalls erkennen, dass die Phase stark sinkender Kreditwachstumsraten an den privaten Sektor überwunden zu sein scheint. Für nichtfinanzielle Unternehmen sind seit Dezember 2008 Rückgänge der Kredite im Zwölf-Monats-Abstand zu beobachten. Der Trend zu sich beschleunigenden Rückgängen der Wachstumsraten, wie er im Verlauf des Jahres 2009 (von +7,9 % im Jänner auf –1,7 % im Dezember) festzustellen war, scheint aber gebrochen zu sein. Die Rückgänge der Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen lagen im ersten Quartal 2010 zwischen 1,1 % und 1,7 %. Die Zwölf-Monats-Wachstumsrate für Kredite an private Haushalte lag im ersten Quartal 2010 konstant über 1 %, nachdem sie im Verlauf des Jahres 2009 von über 2 % auf 0,4 % im Oktober zurückgegangen war und dies vor dem Hintergrund einer zunehmend restriktiveren Fremdwährungskreditvergabe an private Haushalte. Die Jahreswachstumsrate der Fremdwährungskredite an private Haushalte drehte von einem Zuwachs in Höhe von 5,9 % Ende Dezember 2008 auf einen Rückgang von 5,4 % per Ende März 2010. Dabei handelt es sich um einen durchaus erwünschten Struktureffekt. Der Anteil der Fremdwährungskredite an den gesamten ausstehenden Krediten von privaten Haushalten lag aber immer noch bei 29,8 %. Für die nichtfinanziellen Unternehmen macht der Anteil der Fremdwährungskredite an den gesamten ausstehenden Krediten per Ende März 2010 nur 8,9 % aus.

Die Daten in den Tabellen zur Geschäftsstruktur enthalten bei den Krediten an Nichtbanken (inklusive Sektor Staat und Nichtbanken-Finanzintermediären) Wertberichtigungen und sind zum jeweiligen Ultimokurs bewertet. Die dort ausgewiesene Zunahme der Fremdwährungskredite an Nichtbanken im Ausmaß von 2,3 Mrd EUR geht zu rund 90 % auf den Anstieg der Wechselkurse, insbesondere des Schweizer Franken, des US-Dollar und des Yen gegenüber dem Euro, zurück.


Veränderung der Kredite an private Haushalte und nichtfinazielle Unternehmen
Zwölf-Monats-Wachstumsraten der Kredite an private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen

4 Zinssätze für Unternehmenskredite auf Rekordtief

Der Zinssatz für Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen im Neugeschäft sank im Verlauf des ersten Quartals 2010 zum ersten Mal seit Bestehen der Statistik unter 2 %. Seit seinem letzten Höhepunkt im Oktober 2008 sank dieser Zinssatz um 3,78 Prozentpunkte auf 1,87 % im März 2010. Der Zinssatz für Kredite an private Haushalte halbierte sich im selben Zeitraum nahezu und erreichte im Monatsdurchschnitt März 2010 3,08 %. Im Zwölf-Monats-Abstand gingen die Zinssätze für private Haushalte (–1,31 Prozentpunkte) rascher zurück als jene der nichtfinanziellen Unternehmen (–0,89 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür war der Rückgang der Zinssätze für Wohnbaukredite um 1,46 Prozentpunkte, die aufgrund der vertraglichen Konstruktion bei Bausparkassen langsamer auf Leitzinsänderungen reagieren als die Unternehmenskredite. Damit reduzierte sich die Zinssatzdifferenz von Haushalts- und Unternehmenskrediten auf 1,21 Prozentpunkte per Ende März 2010, nachdem sie Ende März 2009 noch bei 1,63 Prozentpunkten gelegen war. Die Zinssatzdifferenz war damit fast doppelt so hoch wie im Fünf-Jahres-Durchschnitt bis Ende 2009. Über das aushaftende Gesamtvolumen führte der hohe Anteil an variabel verzinsten Krediten in Österreich dazu, dass österreichische Kreditnehmer die Rückgänge des Zinsniveaus schneller in ihren Konditionen wiederfanden als der durchschnittliche Kunde im Euroraum.


Kreditzinssätze für nichtfinanzielle Unternehmen und private Haushalte – Neugeschäft

5 Leicht gesunkenes Betriebsergebnis

Das unkonsolidierte Betriebsergebnis der in Österreich tätigen Kreditinstitute belief sich im ersten Quartal 2010 auf 1,63 Mrd EUR. Verglichen mit der Vorjahresperiode entsprach dies einer geringfügigen Abnahme um 0,04 Mrd EUR bzw. 2,2 %. Ausschlaggebend dafür waren die um 0,01 Mrd EUR bzw. 0,2 % auf 4,33 Mrd EUR gesunkenen Betriebserträge und die um 0,03 Mrd EUR bzw. 1,0 % auf 2,70 Mrd EUR angestiegenen Betriebsaufwendungen.

Die unkonsolidierte Cost-Income-Ratio aller österreichischen Banken betrug im ersten Quartal 2010 62,3 %. In der Vorjahresperiode fiel diese Kennzahl mit 61,5 % etwas besser aus.

Die unkonsolidierten Betriebserträge der in Österreich tätigen Kreditinstitute sanken im Vergleich zum ersten Quartal 2009 geringfügig um 0,01 Mrd EUR bzw. 0,2 % auf 4,33 Mrd EUR. Die deutlichsten Rückgänge (–0,11 Mrd EUR bzw. –16,4 % auf 0,55 Mrd EUR) wurden bei den Erträgen aus Wertpapieren und Beteiligungen beobachtet. Hier wirkte sich vor allem die Abnahme bei den Erträgen aus in Fremdwährung notierten Anteilen an verbundenen Unternehmen im Ausland aus. Ebenfalls rückläufig war der Saldo aus Erträgen und Aufwendungen aus Finanzgeschäften, der sich auf +0,20 Mrd EUR belief (–0,03 Mrd EUR bzw. –12,3 % gegenüber der Vergleichsperiode 2009). Der Saldo aus sonstigen Finanzgeschäften nahm mit –0,14 Mrd EUR bzw. –103,2 % am stärksten ab. Die anderen Bestandteile des Finanzgeschäfts nahmen zu. Bei den Wertpapiergeschäften bzw. bei Devisen-, Sorten- und Edelmetallgeschäften wurden +0,09 Mrd EUR bzw. +0,02 Mrd EUR verzeichnet.

Zunahmen konnten bei den übrigen Bestandteilen der Betriebserträge beobachtet werden. Absolut betrachtet am deutlichsten wuchs der Nettozinsertrag (+0,08 Mrd EUR bzw. +3,5 % auf 2,26 Mrd EUR). Das ergab sich daraus, dass die Zinsaufwendungen stärker abnahmen (–3,38 Mrd EUR bzw. –43,5 %) als die Zinserträge (–3,30 Mrd EUR bzw. –33,2 %). Der Saldo aus Auslandszinsgeschäften war im Vorjahresvergleich rückläufig (–0,70 Mrd EUR bzw. –36,5 %), während jener aus Inlandszinsgeschäften zunahm (+0,77 Mrd EUR bzw. +285,5 %). Es handelte sich dabei um die erste Zunahme in einem ersten Quartal seit 2002. Beim Auslandssaldo konnte seit 1998 im betroffenen Betrachtungszeitraum kein Rückgang mehr beobachtet werden. Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft belief sich auf 0,97 Mrd EUR (+0,04 Mrd EUR bzw. +4,3 %) und die sonstigen betrieblichen Erträge machten 0,36 Mrd EUR aus (+0,01 Mrd EUR bzw. +2,2 %).

Entsprechend den vorab beschriebenen Entwicklungen veränderten sich die Anteile der einzelnen Posten an den gesamten Betriebserträgen. Das Zinsgeschäft festigte seinen Status als wichtigste Einkommensquelle der österreichischen Banken und machte 52,1 % aus (+1,9 Prozentpunkte gegenüber dem ersten Quartal 2009; gegenüber dem ersten Quartal 2006 sogar +8,7 Prozentpunkte). Danach blieb weiterhin das Provisionsgeschäft mit 22,4 % Anteil (+1,0 Prozentpunkte gegenüber dem ersten Quartal 2009) an zweiter Stelle. 12,6 % (–2,4 Prozentpunkte) der unkonsolidierten Betriebserträge wurden durch das Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft und 8,3 % (+0,2 Prozentpunkte) durch die sonstigen betrieblichen Erträge erwirtschaftet. Der geringste Beitrag kam aus dem Bereich der Finanzgeschäfte mit 4,6 % (–0,6 Prozentpunkte).

Die unkonsolidierten Betriebsaufwendungen der heimischen Institute stiegen geringfügig um 0,03 Mrd EUR bzw. 1,0 % auf 2,70 Mrd EUR an. Dies war großteils auf den Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (+0,03 Mrd EUR bzw. +12,5 % auf 0,25 Mrd EUR) zurückzuführen. Die restlichen Posten veränderten sich kaum.

Anteilsmäßig machte der Personalaufwand aber nach wie vor mehr als die Hälfte der Betriebsaufwendungen aus (51,9 %). Gegenüber dem ersten Quartal 2009 nahm er jedoch um 0,9 Prozentpunkte ab. Der Sachaufwand war mit 33,8 % (+0,2 Prozentpunkte) der zweitgrößte Teil der Betriebsaufwendungen.


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Strukur der Betriebserträge

6 Bankstellen: Anzahl der Hauptanstalten unverändert

Aufgrund einer Neugründung (fair-finance Vorsorgekasse AG) und einer Schließung (Bergland Tirol Reisebüro Oberreiter Ges.m.b.H.) ist die Anzahl der Hauptanstalten im ersten Quartal 2010 mit 855 konstant geblieben.

Die Anzahl der Zweigstellen wurde gleichzeitig um 37 erhöht; bedingt durch 58 Neugründungen und 21 Schließungen. Bei den Neugründungen ist auffällig, dass 49 davon auf die Nachmeldung von Beratungszentren durch die Bausparkasse Wüstenrot AG entfielen.

Somit ergab sich gegenüber Dezember 2009 im Bankstellennetz insgesamt eine Ausweitung um 37 auf 5.069 Standorte.

Regional wirkten sich die neu hinzugekommenen Bankstellen (58) auf Oberösterreich mit zwölf, die Steiermark mit elf, Niederösterreich mit neun, Wien mit sieben, Tirol mit sechs, Salzburg mit fünf, das Burgenland mit vier, Kärnten mit drei und Vorarlberg mit einer aus. Die 21 Schließungen betrafen regional betrachtet die folgenden Bundesländer: in Oberösterreich wurden sechs, in Tirol vier, in Wien und Niederösterreich jeweils drei, in der Steiermark und in Vorarlberg jeweils zwei Bankstellen und in Salzburg eine geschlossen.



7 Erhöhung des Vermögensbestands der Pensionskassen

Zwei betriebliche Pensionskassen, die Unilever Pensionskasse AG und die Wüstenrot Pensionskasse AG, beendeten per Ende 2009 die eigene Verwaltung und Veranlagung der angesparten Pensionsbeiträge für die Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens und brachten diese in überbetriebliche Pensionskassen zur weiteren Verwaltung und Veranlagung ein. Damit gab es zum Berichtsstichtag 31. März 2010 sechs überbetriebliche und nur mehr elf betriebliche Pensionskassen in Österreich. An den Gesamtvermögensvolumina ändert sich dadurch nichts, da die Bestände der beiden aufgelösten Betriebspensionskassen jetzt über die Meldungen der jeweiligen überbetrieblichen Pensionskassen in die Gesamtsumme einfließen.

Der Vermögensbestand der nunmehr 17 Pensionskassen erhöhte sich im ersten Quartal 2010 um 4,1 % oder 0,6 Mrd EUR) auf insgesamt 14,3 Mrd EUR. Diese Erhöhung fand mehr als zur Gänze bei den inländischen Investmentzertifikaten statt (+0,7 Mrd EUR). Wichtigster Gegenposten waren die Guthaben bei inländischen Banken, die erneut um 0,3 Mrd EUR zurückgingen.

Diese Entwicklung zeigt, dass die Pensionskassen – wie im Jahr 2009 – auch im ersten Quartal 2010 aus den im Jahr 2008 zwischenzeitlich risiko- und ertragsarm geparkten Beträgen wieder in echte Investments – konkret in inländische Investmentzertifikate – gingen. Damit kehren sie weiterhin zu einem Veranlagungsverhalten im eigentlichen Sinn zurück.

Per 31. März 2010 waren die inländischen Investmentzertifikate mit 85,6 % Anteil am gesamten Vermögensbestand weiterhin die bei weitem wichtigste einzelne Anlageform. Es folgten die ausländischen Investmentzertifikate mit 6,7 % und an dritter Stelle – immer noch – die Guthaben bei inländischen Banken mit einem Anteil von 1,9 %.


Pensionskassen – Vermögensbestand

8 Betriebliche Vorsorgekassen: 3,37 Millionen Anwartschaftsberechtigte

Zum Berichtstermin 31. März 2010 meldete die zehnte Betriebliche Vorsorgekasse (BV-Kasse) Daten zum Quartalsausweis. Es handelt sich dabei um die „fair-finance BVK“. Gegründet wurde die BV-Kasse von einem Experten für betriebliche Altersvorsorge. Gesellschafter sind 17 Personen, sowie zwei institutionelle Pioniere im Bereich alternativer Finanzdienstleistungen, die sozial-ökologische Genossenschaftsbank GLS und die oeco capital Lebensversicherung, eine Tochter der Concordia Versicherungsgruppe.

Ende März 2010 ist die Anzahl der Anwartschaftsberechtigten auf mittlerweile 3,37 Millionen gestiegen und es konnte ein Volumen von 3,03 Mrd EUR verzeichnet werden. Dies bedeutete einen Anstieg um 0,20 Mrd EUR oder 7,2 % gegenüber dem Ultimo 2009.

Die BV-Kassen verzeichneten bei den anrechenbaren Eigenmitteln zum Ende des ersten Quartals 2010 ein Volumen von 33,48 Mio EUR, das entsprach einer Erhöhung von 5,16 Mio EUR oder 18,2 % gegenüber dem 31. Dezember 2009.

Für die Erfüllung der Kapitalgarantie haben alle zehn BV-Kassen eine Rücklage zur Sicherung gebildet. Diese belief sich Ende März 2010 auf 5,21 Mio EUR (Ultimo 2009: 2,99 Mio EUR). Die gesamten Verwaltungskosten betrugen Ende März 2010 4,80 Mio EUR (Ultimo 2009: 5,68 Mio EUR).

Ende März 2010 erreichten die direkten Veranlagungen ein Volumen in Höhe von 0,90 Mrd EUR. Das bedeutete eine geringfügige Erhöhung um 0,02 Mrd EUR oder 2,2 % gegenüber dem Ultimo 2009. Die indirek-ten Veranlagungen verzeichneten Ende März 2010 einen Wert von 2,14 Mrd EUR, das entsprach einer Erhöhung um 0,19 Mrd EUR oder 10,0 % gegenüber Ende 2009.

Auch im ersten Quartal 2010 setzte sich der Trend zur indirekten Veranlagung, der bereits 2009 erkennbar war, fort. Dies wird beim Vergleich der indirekten und direkten Veranlagungen ersichtlich, da die indirekten Veranlagungen in Relation gesehen 70,3 % des Vermögens der Veranlagungsgemeinschaften betrugen (Ende 2009: 68,8 %), die direkten 29,7 % (Ende 2009: 31,2 %). Das Vermögen der Veranlagungsgemeinschaften betrug Ende März 2010 3,04 Mrd EUR und erhöhte sich gegenüber dem Jahresende 2009 um 0,21 Mrd EUR bzw. 7,6 %.



Ausgewählte Kennzahlen aus dem Bereich der Finanzstatistikunkonsolidiert    
 Stand März 10Kumulative Veränderung
  Q1 10Q1 09
 
Anzahl der Hauptanstalten8550–2
Anzahl der Auslandstöchter (>25%)1030–1
 
 in Mio EURin %
 
Bilanzsumme1.028.272–0,50
Direktkredite303.6920,5–0,8
Spareinlagen158.796–0,11,8
Vermögensbestand Pensionskassen14.3014,10,9
Verwaltetes Vermögen Investmentfonds144.1594–3,4
 
 in %in Prozentpunkten
 
Anteil der FW−Kredite an Gesamtkrediten180,7–0,3
Anteil der Kredite in JPY an FW−Krediten insgesamt5,50,10
Anteil der Kredite in CHF an FW−Krediten insgesamt86,1–0,2–0,3
Anteil Auslandsaktiva an der Bilanzsumme341,3–0,3
Anteil Auslandspassiva an der Bilanzsumme24,80,70,6
Volumen Derivativgeschäfte in % der Bilanzsumme260,740,20,3
Cost−Income−Ratio62,30,26
Relation Nettozinsertrag/Betriebserträge52,12,910,1
Relation Personalaufwand/Betriebsaufwendungen51,90,52,2
Kernkapitalquote unkonsolidiert140,11,3
 


Verleger, Herausgeber und Hersteller:

Oesterreichische Nationalbank

Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

Mag. Günther Thonabauer 

Tel.: (+43-1) 404 20-6666

1) Oesterreichische Nationalbank, Abteilung für Aufsichts- und Monetärstatistik, Norbert.Schuh@oenb.at, Peter.Steindl@oenb.at. Die Autoren danken den Mitarbeitern der Abteilung für Aufsichts- und Monetärstatistik für wertvolle Vorarbeiten.