Im Lauf des Jahres 2006 stieg der Konzentrationsgrad der heimischen Bankstellen, wie auch schon in den Vorjahren beobachtet, an. Die Anzahl der Hauptanstalten verringerte sich im Vergleich zum Jahresultimo 2005 um 9 auf 871. Diese Veränderung war auf 13 Fusionen (im Sparkassen-, Raiffeisen- und Volksbankensektor) sowie 2 Konzessionsrücklegungen bei den Sonderbanken (Wechselstuben) und 6 Neugründungen (2 im Sparkassensektor, 1 im Raiffeisen- und 3 im Sonderbankensektor) zurückzuführen. Damit wurde die Fusionsanzahl des Jahres 2005 (insgesamt 9) übertroffen.
Bericht
Weniger Bankstellen – Mehr Mitarbeiter (Statistiken Q2/07)
Strukturdaten zum 31. Dezember 2006
Rückgang der Bankstellen um rund 1%
Die Anzahl der Zweigstellen hat sich im Jahr 2006 um 38 (rund 1%) auf 4.279 reduziert. Somit hat sich gegenüber Dezember 2005 im Bankstellennetz (Hauptanstalten und Zweigstellen) ein Rückgang um 47 (ebenfalls rund 1%) auf 5.150 ergeben. Diese Veränderung resultiert aus 83 Schließungen und 36 Neugründungen.
Regional wirkten sich die neu hinzugekommenen Bankstellen auf Wien mit +15, Tirol mit +5, die Steiermark mit +4, Kärnten und Niederösterreich mit jeweils +3 sowie Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg mit jeweils +2 aus. Die Schließungen verteilten sich folgendermaßen: In Wien wurden 17, in Oberösterreich 13, in der Steiermark 12, in Niederösterreich und Tirol jeweils 11, in Kärnten 9, im Burgenland 5, in Vorarlberg 3 und in Salzburg 2 Bankstellen geschlossen.
Von den 13 Fusionen fanden 9 im Raiffeisensektor (8 in Oberösterreich und 1 in Niederösterreich), 3 im Sparkassensektor (2 in Niederösterreich und 1 in der Steiermark) sowie 1 im Volksbankensektor in Niederösterreich statt.
Mehr Einwohner pro Bankstelle
Die Bankstellendichte veränderte sich 2006 von 1.591 auf rund 1.605 Einwohner/Bankstelle.1)
International hat Österreich eine vergleichsweise hohe Bankstellendichte. Die Vergleichswerte für Deutschland und die Schweiz beliefen sich auf 2.240 bzw.2.161 Einwohner/Bankstelle. Im Durchschnitt der letzten 15 Jahre stieg die Kennzahl Einwohner/Bankstelle in Österreich um 1,1%, in Deutschland um 2,0% und in der Schweiz um 3,7% p. a.
Mehr Auslandsstandorte
Die Gesamtzahl der Auslandsstandorte der inländischen Kreditinstitute (130) hat sich um 22 Plätze erhöht. Zum 31. Dezember 2006 wurden 78 Filialen (+22) und unverändert 52 Repräsentanzen betrieben. Die Anzahl der Auslandsbanken, die mehrheitlich in österreichischem Anteilsbesitz stehen, reduzierte sich um 1 auf 80.
Anstieg der Beschäftigten
Die Anzahl der Beschäftigten 2) im österreichischen Bankwesen hat sich zum 31. Dezember 2006 gegenüber dem Jahresultimo 2005 von 76.446 um 1.215 Mitarbeiter (bzw. 1,6%) auf 77.661 erhöht. Die Zunahme verteilte sich über alle Sektoren des österreichischen Bankwesens mit Ausnahme des Sparkassen- und des Bausparkassensektors.
Gegliedert nach Art der Beschäftigung verteilte sich der Zuwachs auf: Hauptbeschäftigte (+605), Teilzeitbeschäftigte (+536) und geringfügig Beschäftigte (+74) (insgesamt somit 1.215). 1,3% der Arbeitsplätze im österreichischen Bankwesen waren zum Ultimo 2006 mit geringfügig Beschäftigten besetzt. Insgesamt wurden 972 derartige Arbeitsplätze angeboten; 39,9% davon entfielen allein auf den Sektor Aktienbanken und Bankiers. Von diesen 972 geringfügig Beschäftigten sind 736 oder drei Viertel weiblich.
Bei kapazitätsorientierter Betrachtung,3) wo für 31. Dezember 2006 66.507 Mitarbeiter ausgewiesen wurden, ergab sich gegenüber 2005 eine Erhöhung um 1.082 Beschäftigte.
Die Kennzahl Mitarbeiter pro Bankstelle lag im Durchschnitt aller Kreditinstitute bei 15. Am unteren Ende des Spektrums lag der Raiffeisensektor mit 10 Mitarbeitern pro Bankstelle. Die Bausparkassen lagen mit einer Kennzahl von 38 am oberen Ende.
Zuwächse im Sektor Aktienbanken und Bankiers
Die sektorale Betrachtung der Anzahl der Beschäftigten zeigte mit Ausnahme des Sparkassensektors (–0,2%) und des Bausparkassensektors (–5,7%) Zuwächse mit unterschiedlichem Ausmaß. Die größte absolute Zunahme (+659 Mitarbeiter bzw. 2,9%) verzeichnete der Sektor Aktienbanken und Bankiers. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass mehr als die Hälfte dieser Erhöhung aus den zum 31. Dezember 2006 durchgeführten Sektorumreihungen resultierte. Bei den Zweigstellen gemäß § 9 BWG kam es zur größten prozentuellen Ausweitung des Mitarbeiterstands (+5,3%). Weitere nennenswerte Erhöhungen verzeichnete der Volksbankensektor (+3,0%), der Sektor Landes-Hypothekenbanken (+2,1%) und der Raiffeisensektor (+1,8%).
Größter Arbeitsplatzanstieg in Wien
Bei der Verteilung der Beschäftigten auf die einzelnen Bundesländer hat es 2006 keine nennenswerten Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gegeben. Den größten absoluten Anstieg(862 Mitarbeiter bzw. +3,4%) konnte Wien verzeichnen. Damit stieg der Anteil der in Wien beschäftigten Mitarbeiter an den Gesamtbeschäftigten auf knapp über ein Drittel (34,2%). Das einzige Bundesland mit einem Rückgang war Oberösterreich (192 Mitarbeiter bzw. –1,8%).
Weiters waren im Berichtsjahr in den Auslandsfilialen und -repräsentanzen der österreichischen Kreditinstitute 1.394 Personen bzw. 1,8% der insgesamt Beschäftigten tätig. Regional gesehen gab es hier den größten relativen Anstieg zum Vorjahr (7,1% bzw. 93 Mitarbeiter).
Löhne und Gehälter steigen moderat
Die durchschnittlichen Löhne und Gehälter haben im Jahr 2006 über alle Bankensektoren gesehen um rund 3% zugenommen. Dies gilt sowohl für die kapazitätsorientierte Betrachtung, wo eine Mitarbeiterkapazität rund 54.000 EUR (brutto) im Jahr 2006 verdiente, als auch für die Betrachtung nach Personen, wo im Jahr 2006 ein Bruttolohn bzw. -gehalt von rund 46.000 EUR pro Mitarbeiter ausbezahlt wurde.
Rückfragehinweis:
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Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Günther Thonabauer
Tel.: (+43-1) 404 20-6666
1) Werte für Österreich, Deutschland und die Schweiz basieren auf einer Hochrechnung der Bevölkerungsdaten von September 2006.
2) Die meldepflichtigen österreichischen Kreditinstitute haben jeweils zum Jahresultimo die Anzahl ihrer Beschäftigten (nach Köpfen – inklusive Teilzeit, Karenzierte und Präsenzdiener, ohne Arbeiter) zu übermitteln. Seit 2005 werden auch die geringfügig Beschäftigten erhoben.
3) Im Quartalsbericht der Kreditinstitute an die Oesterreichische Nationalbank werden auch Arbeiter zu den Mitarbeitern gerechnet.
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