Bericht

Anstieg bei Krediten an Unternehmen, Rückgang bei privaten Haushalten (Statistiken Q1/09)

Aktuelle Entwicklung der Kredite an Nichtmonetäre Finanzinstitute (Stand November 2008)

Wien, 14.1.2009 (Mag. Michael Strommer)

Entwicklung zum Vormonat

Das Gesamtvolumen an Ausleihungen an Nichtmonetäre Finanzinstitute (Nicht- MFIs)1 im Inland sank im November 2008 gegenüber dem Vormonat um 0,9 Mrd EUR (0,3%) auf 305 Mrd EUR, wechselkursbereinigt lässt sich allerdings ein Anstieg von rund 1,4 Mrd EUR (0,5%) errechnen. Die Monatsveränderung betrug im Vergleichsmonat des Jahres 2007 +0,9 Mrd EUR, 2006: +1,2 Mrd EUR und 2005: +1,6 Mrd EUR.

 

Der Anstieg im November 2008 ging ausschließlich auf Kredite in Euro zurück; der Bestand an Euro-Ausleihungen stieg um 1,7 Mrd EUR (0,7%) auf ein aushaftendes Gesamtvolumen von 250,5 Mrd EUR.

 

Der Bestand an Fremdwährungsausleihungen lag im November 2008 bei 54,6 Mrd EUR und sank somit gegenüber dem Vormonat um 2,6 Mrd EUR. Großen Anteil hatte daran die Wechselkursentwicklung des Schweizer Franken (CHF), der im November stark abwertete (von 1 EUR = 1,4686 CHF auf 1,5455 CHF). Bei Berücksichtigung der Wechselkurseffekte konnte transaktionsbedingt lediglich ein Rückgang um 0,2 Mrd EUR verzeichnet werden.

 

Sektoral betrachtet zeigte sich bei den Ausleihungen in allen Währungen, dass der Anstieg hauptsächlich auf den Subsektor nichtfinanzielle Unternehmen zurückzuführen war. Die Zuwächse verteilten sich dabei auf breiter Front auf den Bankensektor und betrafen insbesondere Ausleihungen in Euro; diese stiegen im November 2008 um rund 2,0 Mrd EUR (1,7%) auf 120,5 Mrd EUR (im Oktober war noch ein Rückgang um 1,6 Mrd EUR bzw.–1,7% festzustellen). In den Vergleichsmonaten der Vorjahre waren die Veränderungen relativ gering (2007: +0,9 Mrd EUR; 2006: +0,3 Mrd EUR; 2005: –0,4 Mrd EUR).

 

Im Fremdwährungsbereich – der im Unternehmenssektor allerdings eine untergeordnete Rolle spielt – konnte wechselkursbereinigt hauptsächlich durch Kreditanstiege in ungarischen Forint (HUF) ebenfalls eine leichte Erhöhung um 0,2 Mrd EUR (1,6%) auf 12,6 Mrd EUR beobachtet werden. Der Bestand an Ausleihungen in Schweizer Franken veränderte sich transaktionsbedingt gegenüber dem Vormonat nicht.

 

Bei Ausleihungen an private Haushalte (inklusive Freie Berufe) konnte in Summe ein Rückgang um 2,8 Mrd EUR beobachtet werden; wechselkursbereinigt lag dieser bei rund 1 Mrd EUR. Im November 2007 betrug die wechselkursbereinigte Veränderung –0,2 Mrd EUR (2006: +0,3 Mrd EUR; 2005: +0,3 Mrd EUR).

 

Die Ausleihungen in Euro sanken in diesem Segment um 0,8 Mrd EUR (1,0%) auf einen aushaftenden Stand von 81,4 Mrd EUR. Im Fremdwährungsbereich gab es einen transaktionsbedingten Rückgang um 0,2 Mrd EUR (0,6%) auf 36,7 Mrd EUR.



Entwicklung im Jahresabstand

Das Gesamtvolumen an Ausleihungen an Nicht-MFIs im Inland stieg innerhalb der letzten zwölf Monate um 17,4 Mrd EUR (6,1%) auf 305 Mrd EUR; wechselkursbereinigt ergab sich eine Zunahme von rund 13,1 Mrd EUR bzw. +4,4% (Jahresabstand November 2007: +9,8 Mrd EUR bzw. +3,4%).

 

Der Bestand an Euro-Ausleihungen expandierte im selben Zeitraum um 10,3 Mrd EUR (4,3%) auf ein aushaftendes Gesamtvolumen von 250,5 Mrd EUR. Im Jahr 2007 war noch ein Zwölf-Monats-Wachstum von 13,3 Mrd EUR oder +5,9% zu beobachten gewesen.

 

Die Fremdwährungsausleihungen zeigten gegenüber dem Bestand Ende November 2007 eine Zunahme von 7,1 Mrd EUR bzw. 15,0%. Klammert man die Wechselkurseffekte aus, belief sich der Zuwachs nur auf 2,8 Mrd EUR bzw. 5,0% (Jahresabstand November 2007: –3,5 Mrd EUR bzw. –5,9%).

 

Sektoral betrachtet fällt im Jahresabstand auf, dass bei den nichtfinanziellen Unternehmen eine sehr dynamische Ausweitung der Ausleihungen insgesamt um 10,2 Mrd EUR oder +8,1% (jeweils bereinigt um Wechselkurseffekte) festzustellen war. Der Jahresabstand im Jahr 2007 betrug hingegen nur 4,7 Mrd EUR bzw. 3,9%.

 

Im Fremdwährungsbereich – der wie bereits erwähnt im Unternehmenssektor eine untergeordnete Rolle spielt – konnte wechselkursbereinigt ein Zwölf-Monats-Wachstum von 1,3 Mrd EUR (9,8%) beobachtet werden.

 

Bei Ausleihungen an private Haushalte (inklusive Freie Berufe) wurde in Summe ein Anstieg von 4,4 Mrd EUR oder 3,9% gemeldet, wechselkursbereinigt betrug der Zuwachs allerdings nur 1,6 Mrd EUR oder +1,4%. Äußerst schwach im Vergleich zur Vorjahresperiode zeigten sich die Ausleihungen in Euro an private Haushalte, die kaum (+0,1 Mrd EUR oder +0,1%) zunahmen.

Im Fremdwährungsbereich gab es bei den privaten Haushalten innerhalb der letzten zwölf Monate ein transaktionsbedingtes Kreditwachstum von 1,6 Mrd EUR bzw. +4,3%.



Ausleihungen des österreichischen MFI-Sektors an inländische Nicht-MFIs
 
 Ausleihungen
an inländische Nicht-MFIsdavon an inländische private Haushaltedavon an inländische nichtfinanzielle Unternehmen
Stand in Mrd EURBereinigte Veränderung Stand in Mrd EURBereinigte VeränderungStand in Mrd EURBereinigte Veränderung
zur Vor- periode in %zum Vorjahr in %zur Vor- periode in %zum Vorjahr in %zur Vor- periode in %zum Vorjahr in %
 
Nov. 07287,60,33,4113,7−0,27121,9in %3,9
Dez. 072900,84,1113,90,26,5124,11,85
Jän. 08291,1−0,14,1114,4−0,46,4125,10,65,1
Feb. 08292,10,24,2114,7−0,16,3126,10,75,4
Mär. 082940,54,51160,93,3127,10,89,2
Apr. 08293,60,24114,9−0,23,1127,40,49,2
Mai. 08293,90,24,4114,70,12,5127,50,17,9
Jun. 08298,31,25,1116,313,1129,51,57,7
Jul. 08296−0,54,4115,6−0,12,8129,70,27,6
Aug. 08297,80,44,6116,20,12,6130,20,37,4
Sep. 08304,91,95,3118,10,82,31321,17,9
Okt. 08306−1,14,3120,902,1131,4−1,27,1
Nov. 083050,54,4118,1−0,91,4133,11,78,1
 
          


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