Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) organisiert alle drei Jahre eine Erhebung der weltweiten Umsätze im Devisen- und Derivativhandel, die in Österreich von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) durchgeführt wird. Da in der Erhebung nur reine Umsatzdaten erfasst werden, wird keine Aussage über etwaige Risiken getroffen. Die jüngste Befragung fand im April 2010 in 53 Ländern statt. Die nunmehr vorliegenden Gesamtergebnisse zeigen, dass die Umsätze in beiden Geschäftsfeldern weltweit signifikant anstiegen, während sich in Österreich die Umsätze der Devisengeschäfte moderat erhöhten und die Umsätze der Zinsderivativgeschäfte sogar leicht verringerten. In Österreich lag der durchschnittliche Tagesumsatz auf dem Devisenmarkt bei 19,55 Mrd USD und hat sich damit gegenüber 2007 um 4,0%erhöht. Dies entspricht einem Weltmarktanteil von unverändert 0,4%gegenüber dem Jahr 2007. Auf den Zinsderivativmärkten wurde mit einem Tagesumsatz von durchschnittlich 4,83 Mrd USD gegenüber 2007 eine leichte Verringerung um 1,5%verzeichnet. Der österreichische Weltmarktanteil liegt wie im Jahr 2007 bei 0,2%. Weltweit stiegen nach Angabe der BIZ die Umsätze auf den Devisenmärkten um 20%, auf den Derivativmärkten um 24%.
Bericht
Triennial Central Bank Survey 2010 über die Entwicklung auf den internationalen Devisen- und Derivativmärkten – Ergebnisse der BIZ-Studie für Österreich (Statistiken Q4/10)
1 Einleitung
1.1 Alle drei Jahre wieder!
Die BIZ führt seit dem Jahr 1995 auf Beschluss der G-10-Notenbankpräsidenten in Drei-Jahres-Abständen regelmäßige Erhebungen über die Aktivitäten auf den internationalen Finanzmärkten durch. Das Interesse gilt insbesondere den Umsätzen, die mit Devisen- und Derivativgeschäften erzielt werden. Die ErhebungTriennial Central Bank Surveywird von rund 50 Zentralbanken koordiniert, die für die Überprüfung und Aggregation der gemeldeten Daten verantwortlich sind. Die darauf aufbauende Statistik dient vor allem der Erhöhung der Markttransparenz und somit dazu, den Zentralbanken, Finanzmarktaufsichtsbehörden und Marktteilnehmern einen besseren Überblick über die Handelsstrukturen im globalen Finanzsystem zu verschaffen.
1.2 Inhalt der Devisen- und Derivativerhebung
Die Erhebung umfasst die Umsätze von Devisengeschäften und OTC-Zinsderivativgeschäften2) in Nominalwerten für den Monat April3) 2010. Von börsengehandelten Derivaten wurden keine Umsätze erhoben, da diese Informationen direkt von den Börsen abgerufen werden können.
Umsatzangaben liefern einen Maßstab für Marktaktivitäten und geben Auskunft über die Marktliquidität. „Umsatz“ wird von der BIZ als Bruttowert aller Neugeschäfte, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums abgeschlossen wurden, definiert. Die Umsätze wurden für den Zeitraum eines Monats erhoben, das heißt, es wurden alle Transaktionen erfasst, unabhängig davon, ob die Lieferung oder Abrechnung in diesem Monat erfolgt ist. Als Meldebasis fungiert der Ort der Niederlassung, an dem ein bestimmtes Geschäft abgeschlossen wurde („sales desk“). Bei Geschäften, bei denen kein „sales desk“ involviert ist, bestimmt die Niederlassung des „trading desk“ den Ort des Geschäftsabschlusses.
Im Vergleich mit der Erhebung 2007 kommt es zu einer Veränderung in der Betrachtung, da die BIZ nun eine Unterteilung in Devisengeschäfte und in OTC-Zinsderivate vorgibt. Seit der diesjährigen Erhebung umfassen die Devisengeschäfte alle fünf Deviseninstrumente: Kassageschäfte, Termingeschäfte, Fremdwährungs-Swapgeschäfte, Currency Swaps und Devisenoptionen. Im BIZ-Survey 2007 wurden die Currency Swaps und die Devisenoptionen nicht den Devisengeschäften, sondern den OTC-Derivaten zugeordnet.
Unter Kassageschäften werden einzelne Outright-Geschäfte (Sologeschäfte) über den Austausch von zwei Währungen zu einem am Abschlusstag vereinbarten Kurs zum Gegenwert oder zur Lieferung (Barabwicklung) innerhalb von zwei Geschäftstagen verstanden. Termingeschäfte stellen Vereinbarungen über die Lieferung von Finanzinstrumenten oder Waren zu einem späteren Zeitpunkt dar, bei denen sich der Käufer zur Abnahme und der Verkäufer zur Lieferung eines Finanzinstruments oder einer Ware zu einem bestimmten zukünftigen Termin verpflichten. Currency Swaps sind Transaktionen, bei denen zwei Parteien den Austausch von Zahlungsströmen auf Basis eines bestimmten fiktiven Betrags für einen bestimmten Zeitraum vereinbaren.
Bei den OTC-Zinsderivativgeschäften werden Angaben über Forward Rate Agreements (Zinstermingeschäfte),Zinsswapgeschäfte, außerbörsliche Zinsoptionen und „sonstige Produkte“ erhoben. Unter OTC-Optionsgeschäften versteht man das Recht oder die Verpflichtung, bis zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt ein Finanzinstrument oder eine Ware zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. OTC-Optionsgeschäfte umfassen alle nicht auf einem geregelten Markt gehandelten Optionsgeschäfte. Zu den „sonstigen Produkten“ werden jene Instrumente gezählt, bei denen eine Aufspaltung in einzelne Standardkomponenten, wie z. B. Termingeschäfte, Swapgeschäfte oder Optionsgeschäfte, unmöglich ist.
Bei den einzelnen Kategorien (Devisengeschäfte und OTC-Zinsderivativgeschäfte) wird eine weitere Gliederung der Kontrakte nach Kontraktpartnern vorgenommen. Bei den Kontraktpartnern wird zwischen „reporting dealer“, sonstigen Finanzinstitutionen und Kunden, die nicht im Finanzsektor aktiv sind, unterschieden. Unter „reporting dealer“ versteht man jene Finanzinstitute, die aktiv auf dem inländischen und globalen Devisen- und Derivativmarkt teilnehmen. Dazu zählen hauptsächlich die großen Geschäfts- und Wertpapierhäuser, die einerseits als Zwischenhändler auf dem Markt fungieren oder andererseits aktiv Geschäfte mit Großkunden betreiben. Der Begriff „reporting dealer“ inkludiert auch Filialen und Tochterunternehmen von Instituten, die in verschiedenen Niederlassungen operieren, dort über keinen „trading desk“ verfügen, ihre Geschäfte aber mittels „sales desk“ durchführen, um das aktive Geschäft mit Großkunden aufrecht zu halten. Durch die separate Ausweisung der „reporting dealer“4)wird gewährleistet, dass Doppelzählungen vermieden werden. Doppelzählungen treten auf, da Transaktionen zwischen zwei meldenden Instituten von beiden Seiten erfasst und an die jeweilige Zentralbank übermittelt werden. Die weltweit aggregierten Daten werden von der BIZ um die Doppelmeldungen der beteiligten „reporting dealer“ bereinigt.
1.3 Teilnehmer an der BIZ-Erhebung 2010
Insgesamt haben im Jahr 2010 1.309 Banken aus 53 Staaten an dieser Studie teilgenommen. Die OeNB hat für die Erhebung der Devisen- und Derivativgeschäfte im Jahr 2010 13 Banken ausgewählt, die aufgrund ihrer erhöhten Aktivitäten im Bereich der Derivativgeschäfte für diese Meldung von Bedeutung sind. Wie bereits in den vergangenen Erhebungen repräsentieren die ausgewählten Banken einen Anteil von über 90%auf dem österreichischen Derivativmarkt5), was das Ergebnis der Erhebung des Jahres 2010 mit den Ergebnissen der vorangegangenen Erhebungen vergleichbar macht.
Die Österreich-Daten, die in diesem Bericht analysiert werden, wurden um die „local reporting dealer“ (meldepflichtige Banken in Österreich) bereinigt.
2 Devisengeschäfte
2.1 Umsatz auf dem Devisenmarkt
Der Umsatz auf dem österreichischen Devisenmarkt, bestehend aus Kassageschäften, Termingeschäften, Fremdwährungs-Swapgeschäften, Currency Swaps und Devisenoptionen, betrug im April 2010 410,53 Mrd USD. An den 21 Handelstagen im April 2010 wurde somit ein durchschnittlicher Tagesumsatz von 19,55 Mrd USD erzielt. Das entsprach einem Anstieg um 4,0%gegenüber dem Jahr 2007, als sich der durchschnittliche Tagesumsatz noch auf 18,79 Mrd USD belief.
2.2 Österreich im internationalen Vergleich
Der durchschnittliche Tagesumsatz, der von den 1.309 weltweit teilnehmenden Banken erzielt wurde, lag im April 2010 bei 3.981 Mrd USD und somit um 20%über dem Wert der Erhebung im Jahr 2007. Zu den aktivsten Handelsplätzen zählten das Vereinigte Königreich mit 37,0%, die USA mit 18,0%und Japan mit 6,0%Anteil am gesamten Devisengeschäft. Gereiht nach den Anteilen belegte Österreich gemeinsam mit China, den Niederlanden, Norwegen und Taiwan den 17. Platz. Der Anteil Österreichs am weltweiten Umsatz lag unverändert gegenüber dem Jahr 2007 bei 0,4%.
2.3 Gliederung nach Finanzinstrumenten
Den größten Anteil am österreichischen Devisenhandel hatten wie im Jahr 2007 die Fremdwährungs-Swapgeschäfte mit 54,9%(2007: 55,4%), gefolgt von den Kassageschäften mit 30,0%(2007: 29,4%), den Termingeschäften mit 9,4%(2007: 10,1%), den Devisenoptionen mit 4,1%(2007: 4,1%) und den Currency Swaps mit 1,6%(2007: 1,0%). Österreichs Banken erzielten bei den Kassageschäften mit einem Anstieg um 0,36 Mrd USD auf 5,87 Mrd USD (+6,5%) das größte Umsatzwachstum. Die Termingeschäfte verringerten sich leicht auf 1,84 Mrd USD (–3,0%), während sich die Fremdwährungs-Swapgeschäfte um 0,31 Mrd USD auf 10,73 Mrd USD (+3,0%) erhöhten. Bei den Currency Swaps wurde zwar ein prozentuell hoher Anstieg (+64,2%) verzeichnet, aufgrund des niedrigen durchschnittlichen Tagesumsatzes von 0,31 Mrd USD belief sich der Zuwachs in absoluten Zahlen aber nur auf 0,12 Mrd USD. Die Devisenoptionen verzeichneten einen Zuwachs um 3,6%auf 0,80 Mrd USD.
| Kassageschäfte | Termingeschäfte | FremdwährungsSwapgeschäfte | Currency Swaps | OTC−Optionen | Devisengeschäfte insgesamt | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Verkauf | Kauf | ||||||
| in Mio USD | |||||||
| 1995 | 8.993 | 303 | 4.036 | 0 | 83 | 58 | 13.473 |
| 1998 | 5.354 | 529 | 4.606 | 128 | 611 | 527 | 11.755 |
| 2001 | 4.396 | 471 | 3.083 | 39 | 198 | 408 | 8.595 |
| 2004 | 5.586 | 683 | 7.029 | 247 | 539 | 524 | 14.608 |
| 2007 | 5.518 | 1.897 | 10.414 | 187 | 352 | 422 | 18.790 |
| 2010 | 5.874 | 1.841 | 10.725 | 307 | 400 | 402 | 19.549 |
| Quelle: OeNB. | |||||||
2.4 Gliederung nach Kundengruppen
In der weltweiten Erhebung wurden 2010 erstmals die Umsätze mit „reporting dealers“ (39%Anteil am Gesamtumsatz) von jenen mit „sonstigen Finanzinstituten“ (48%Anteil) übertroffen. In der Betrachtung der drei größten Kategorien des Devisengeschäfts wurde in Österreich der Großteil des Umsatzes im April 2010 sowohl bei den Kassa- und Termingeschäften als auch bei Fremdwährungs-Swapgeschäften weiterhin mit „reporting dealers“ erzielt. Der Anteil des Transaktionsvolumens mit dieser Art von Kontraktpartnern belief sich im Kassageschäft auf 59,4%, bei den Termingeschäften auf 72,2%und bei den Fremdwährungs-Swapgeschäften auf 74,9%. An zweiter Stelle folgten in diesen Kategorien Geschäfte mit „sonstigen Finanzinstituten“, wobei diese Kundengruppe mit einem Anteil von 35,9%bei den Kassageschäften am stärksten vertreten war. 10,7%der Termingeschäfte wurden mit Kunden, die nicht im Finanzsektor aktiv sind, abgeschlossen.
| Gliederung nach Kundensegmenten | |||
|---|---|---|---|
| mit „reporting dealers“ | mit sonstigen Finanzinstituten | mit nichtfinanziellen Kunden | |
| Anteil in % | |||
| Kassageschäfte | |||
| 1995 | 56,3 | 19,8 | 23,9 |
| 1998 | 73,3 | 22,3 | 4,4 |
| 2001 | 73,5 | 25,1 | 1,5 |
| 2004 | 73,2 | 24,1 | 2,6 |
| 2007 | 77,7 | 18,9 | 3,5 |
| 2010 | 59,4 | 35,9 | 4,7 |
| Termingeschäfte | |||
| 1995 | 35,9 | 19,3 | 44,8 |
| 1998 | 18,2 | 14,4 | 67,4 |
| 2001 | 58,3 | 32,6 | 9,1 |
| 2004 | 69,4 | 19,9 | 10,6 |
| 2007 | 64,7 | 26,1 | 9,2 |
| 2010 | 72,2 | 17,0 | 10,7 |
| Fremdwährungs−Swapgeschäfte | |||
| 1995 | 54,1 | 35,3 | 10,7 |
| 1998 | 83,1 | 14,3 | 2,6 |
| 2001 | 81,7 | 15,6 | 2,7 |
| 2004 | 62,8 | 36,4 | 0,8 |
| 2007 | 70,1 | 24,8 | 5,2 |
| 2010 | 74,9 | 23,8 | 1,2 |
| Quelle: OeNB. | |||
2.5 Gliederung nach Währungen
Um vergleichbare Daten für den Umsatz der wichtigsten Währungssegmente des Devisenmarktes zu erhalten, wurden die Daten auch nach Währungspaaren gegliedert erhoben. Demnach waren die Angaben getrennt für Geschäfte in Inlandswährung6, US-Dollar und Euro gegeneinander und gegen weitere 39 Währungen, darunter Japanische Yen, Pfund Sterling, Schweizer Franken, Kanadische Dollar und Australische Dollar, zu melden.
2.6 Kassageschäfte
Beim Kassageschäft war das stärkste Währungspaar gegen den US-Dollar USD/EUR mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von 2,59 Mrd USD, gefolgt von Geschäften in USD/GBP mit 0,22 Mrd USD. Von den 5,87 Mrd USD Umsatz, die durchschnittlich pro Tag mit Kassageschäften erzielt wurden, entfielen somit 44,0%auf das Währungspaar USD/EUR.
Zu den umsatzstärksten Währungspaaren gegen den Euro zählten nach dem US-Dollar EUR/CHF mit 0,62 Mrd USD und einem Anteil von 10,6%am gesamten Kassageschäft sowie EUR/JPY mit 0,28 Mrd USD und einem Anteil von 4,7%.

2.7 Termingeschäfte
Das Währungspaar USD/EUR lag auch bei den Termingeschäften mit einem Wert von 1,32 Mrd USD und einem Anteil von 71,5%am gesamten durchschnittlich erzielten Tagesumsatz von 1,84 Mrd USD deutlich an erster Stelle. Bei den Währungspaaren gegen den US-Dollar lagen USD/CHF mit einem Anteil von 3,3%und USD/CAD mit einem Anteil von 0,9%an zweiter bzw. dritter Stelle.
Bei den Währungspaaren gegen den Euro befand sich nach dem US-Dollar das Währungspaar EUR/CHF mit einem Anteil von 4,6%am durchschnittlichen Tagesumsatz, der mit Termingeschäften erzielt wurde, an zweiter Stelle, gefolgt von Geschäften in EUR/CAD mit einem Anteil von 1,2%.

2.8 Fremdwährungs-Swapgeschäfte
Bei den Fremdwährungs-Swapgeschäften führten ebenfalls die Geschäfte in USD/EUR an erster Stelle mit 3,20 Mrd USD und einem Anteil von 29,8%am durchschnittlich erzielten Tagesumsatz von 10,73 Mrd USD. Hier belegte das Währungspaar EUR/CHF mit einem Anteil von 15,1%und einem täglich erzielten Umsatz von 1,61 Mrd USD den zweiten Platz vor Geschäften in USD/CHF mit einem Anteil von 7,7%.

3 Zinsderivativgeschäfte
3.1 Umsatz auf dem Zinsderivativmarkt
Der Umsatz von Zinsderivativgeschäften – bestehend aus Forward Rate Agreements (FRAs), Zinsswaps und Zinsoptionen – betrug in Österreich im April 2010 101,35 Mrd USD. Der durchschnittliche Tagesumsatz belief sich auf 4,83 Mrd USD und hat sich damit gegenüber dem Jahr 2007 um 1,5%verringert.
| Zinsswaps | Zinsoptionen | Forward Rate
Agreements (FRAs) | Derivativgeschäfte
insgesamt | |
|---|---|---|---|---|
| in Mio USD | ||||
| 1995 | 196 | 2 | 1.927 | 2.125 |
| 1998 | 2.080 | 113 | 1.133 | 3.326 |
| 2001 | 2.205 | 70 | 1.962 | 4.237 |
| 2004 | 9.338 | 288 | 3.912 | 13.538 |
| 2007 | 4.084 | 252 | 562 | 4.898 |
| 2010 | 2.274 | 421 | 2.131 | 4.826 |
| Quelle: OeNB. | ||||
3.2 Österreich im internationalen Vergleich
Weltweit wurde im Jahr 2010 ein durchschnittlicher Tagesumsatz von 2.083 Mrd USD mit Zinsderivativgeschäften erzielt. Gegenüber dem Jahr 2007 wurde ein Zuwachs von 24%festgestellt. Auch bei den Zinsderivativgeschäften führte das Vereinigte Königreich mit einem Anteil von 46,0%am weltweiten Tagesumsatz das Ranking der Finanzplätze an. Weiters zählten die USA mit 24,0%und Frankreich mit 7,0%zu den Top-3. Österreich belegte mit einem Weltmarktanteil von 0,2%(unverändert gegenüber 2007) gemeinsam mit Südafrika den 15. Platz.
3.3 Gliederung nach Finanzinstrumenten
Der Großteil der Umsätze, der von den in Österreich tätigen Kreditinstituten mit Zinsderivativen erzielt wurde, war mit einem Anteil von 47,1%den Zinsswaps zuzurechnen. Der durchschnittliche Tagesumsatz, der im April 2010 mit Zinsswaps erzielt wurde, belief sich auf 2,27 Mrd USD, was einer Verringerung um 44,3%gegenüber 2007 entsprach. Die zweitgrößte Kategorie auf dem Derivativmarkt bildeten die FRAs – darunter werden Zinstermingeschäfte verstanden – mit einem Anteil von 44,2%am durchschnittlich erzielten Tagesumsatz. Das durchschnittliche Tagesvolumen der FRAs erhöhte sich im Vergleich zu 2007 um 279,5%auf 2,13 Mrd USD. Auch weltweit erhöhten sich die täglichen Tagesumsätze der FRAs um 132,9%. Die täglich erzielten Umsätze mit Zinsoptionen erhöhten sich seit 2007 um 66,8%und beliefen sich im April 2010 auf 0,42 Mrd USD bzw. auf einen Anteil von 8,7%am gesamten durchschnittlichen Tagesumsatz.
3.4 Währungsgliederung von Zinsinstrumenten
Der durchschnittliche Tagesumsatz mit Zinsswaps, Zinsoptionen und FRAs auf dem österreichischen Derivativmarkt belief sich im April 2010 auf 4,83 Mrd USD. Der Großteil dieser Zinskontrakte (87,6%) wurde in Euro abgewickelt. An zweiter Stelle lagen Geschäfte mit Verträgen in US-Dollar mit einem Anteil von 3,5%am gesamten durchschnittlichen Tagesumsatz.

4 Zusammenfassung
Die Gesamtergebnisse zeigen, dass die weltweiten Anstiege der Umsatzdaten der letzten drei Jahre – sowohl auf den Devisen- als auch auf den Zinsderivativmärkten – in Österreich in diesem Umfang nicht stattgefunden haben. Auf dem Devisenmarkt wird in Österreich der Großteil des Umsatzes weiterhin mit „reporting dealers“ erzielt, während weltweit die Umsätze mit „sonstigen Finanzinstituten“ jene mit „reporting dealers“ erstmals übertrafen. Die Studie zeigt auch, dass Österreich seine Bedeutung als Finanzplatz durchaus halten konnte, da es von den 53 untersuchten Märkten in beiden Kategorien bei der rangmäßigen Bewertung der durchschnittlichen Tagesumsätze einen Platz im oberen Mittelfeld einnimmt.
1) Oesterreichische Nationalbank, Abteilung für Aufsichts- und Monetärstatistik, thomas.schin@oenb.at.
2) OTC = „over the counter“ = außerbörslich.
3) Der Monat April wurde als „neutrales“ Datum gewählt, um Verzerrungen zu vermeiden.
4) Allen für den BIZ-Survey meldepflichtigen Banken wurde eine Liste der weltweit teilnehmenden „reporting dealer“ übermittelt, um die richtige Zuordnung der Transaktionen zu gewährleisten.
5) Die entsprechenden Daten wurden dem Vermögensausweis unkonsolidiert gemäß § 1 Abs. 1 VERA-Verordnung entnommen.
6) Für Österreich ist der Euro zugleich die „Inlandswährung“.
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