Jubiläumsfonds

Allgemeines


Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat im Jahre 1966 aus Anlass ihres 150-jährigen Bestand­jubiläums den „Jubiläumsfonds für die Förderung von Forschungs- und Lehraufgaben der Wissen­schaft“ gegründet.

 

Im Bereich der von der OeNB direkt vergebenen Mitteln, d. h. im Rahmen des „originären“ Jubiläums­fonds, werden schwerpunktmäßig wissenschaftliche Arbeiten hoher Qualität aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften sowie klinische krankheits- bzw. patienten­orientierte Forschungs­vorhaben aus dem Bereich der Medizinischen Wissen­schaften gefördert, daneben aber auch Projekte aus den Sozial- und Geistes­wissen­schaften.

 

Schon mit der Gründung dieses Fonds hat die Notenbank bewiesen, dass sie sich der Wichtigkeit der Forschungsförderung in Österreich bewusst ist. Im Rahmen des „Forums Jubiläumsfonds“ werden laufend interessante Projektergebnisse einer Fachöffentlichkeit präsentiert.

 

Im Jahre 1982 wurde ein weiterer bedeutender Schritt gesetzt, indem zusätzlich Mittel für den Jubiläums­fonds unter dem Titel „wirtschaftsorientierte Forschungsförderung“ zur Verfügung gestellt wurden. Im Rahmen dieses Bereiches wurden namhafte Mittel für Forschungs­projekte über die beiden Forschungs­förderungs­fonds FFF (Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft) und FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung), die CDG (Christian Doppler Forschungs­gesellschaft) und Institute der ÖAW (Österreichischen Akademie der Wissenschaften) bereitgestellt sowie Forschungsvorhaben im Bereich Zahlungsverkehr und Zahlungsmittel unterstützt. Weiters wurden Mittel für die Basisfinanzierung von drei Wirtschaftsforschungsinstituten (IHS, WIFO und WIIW)1) gewährt. Mit diesen Förderungen hat die OeNB einen erheblichen Beitrag zur Innovationsförderung, Technologieentwicklung, Standortattraktivität sowie zur Erhöhung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Wirtschaft geleistet.

Im Zusammenhang mit der von der österreichischen Bundesregierung angestrebten Neuorganisation der Förderung von Forschung wurde mit dem am 30. Dezember 2003 ausgegebenen Bundesgesetz BGBl. 1 Nr. 133/2003 die Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung (FTE-Nationalstiftung) errichtet. Aufgabe dieser Stiftung ist die Förderung von Forschung, Technologie und Entwicklung in Österreich, insbesondere von langfristig verwertbaren, interdisziplinären Forschungsmaßnahmen. Im Zuge der Umsetzung der Ermächtigung des FTE-Nationalstiftungsgesetzes wurden durch Beschluss der außerordentlichen Generalversammlung vom 11. Dezember 2003 Rücklagen in Höhe von 1,5 Mrd EUR aufgelöst und und rückwirkend mit 1. Jänner 2003 dem unter den Rücklagen ausgewiesenen OeNB-eigenenen Jubiläumsfonds zur Förderung der Forschungs- und Lehraufgaben der Wissenschaft gewidmet. Diese Mittel werden von der OeNB zweckgebunden im Rahmen eines gesonderten Rechnungskreises des Jubiläumsfonds veranlagt und die daraus resultierenden Erträge jährlich bis zu einem Betrag von 75 Mio EUR an die FTE-Nationalstiftung abgeführt. Im FTE-Nationalstiftungsgesetz ist ein Mitwirkungsrecht der OeNB bei der Entscheidung über die Fördermittelvergabe vorgesehen. Zu diesem Zweck vertritt der Gouverneur die OeNB im Stiftungsrat.

Die seit dem Jahr 1982 bestehende Förderung der OeNB auf dem Gebiet der wirtschaftsorientierten Forschung, für die bisher Mittel in Höhe von etwa 476 Mio EUR zur Verfügung gestellt wurden, ist mit der Errichtung der FTE-Nationalstiftung ausgelaufen. Durch die neue Struktur kann von der OeNB weiterhin ein wichtiger Beitrag zur Förderung von Forschung, Technologie und Entwicklung geleistet werden, wobei zusätzlich das Förderungsvolumen verstetigt wird, da die Förderungen des Jubiläumsfonds nicht vom Bilanzgewinn der OeNB abhängig sind.

 

Seit seiner Gründung hat der Jubiläumsfonds der OeNB bis einschließlich 2008 für fast 9.000 Forschungs­projekte rund 707 Mio EUR sowohl der Grundlagenforschung als auch der angewandten Forschung zur Verfügung gestellt. Er hat sich damit als unverzichtbarer Baustein zur Zukunftssicherung der heimischen Wissenschaft und Forschung etabliert.


1) IHS: Institut für Höhere Studien und Wissenschaftliche Forschung; WIFO: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung; WIIW: Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche.

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