Mit der Einführung des Euro-Bargeldes ist der Schilling Geschichte. Er hat Österreich seit 1925 begleitet und ist in dieser Zeit zu einem Teil der Identität des Landes geworden. Die Ausstellung zeigt, wie eng das Schicksal einer Währung mit den gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen und kulturellen Entwicklungen verbunden ist.
Von den nicht mehr realisierten Entwürfen der letzten Schillingserie bis zu den Anfängen der Schillingwährung lässt sie eine Zeitreise in die Vergangenheit über acht Jahrzehnte österreichischer Geld- und Währungsgeschichte Revue passieren. Mit zahlreichen, bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Objekten der Banknoten- und Münzproduktion werden auch die kulturhistorischen und künstlerischen Aspekte der Schillingwährung dargestellt.
Die OeNB präsentiert erstmals Exponate aus den einzigartigen Beständen ihres Kunstarchivs, Werke anerkannter Künstler und Grafiker, die als Vorlagen für die Produktion der Schillingbanknoten dienten.
Als Gebrauchsgrafiken mit hohem künstlerischem und technischem Anspruch konzipiert, spiegeln die Entwürfe und Zeichnungen nicht nur das zeitgenössische Kunstverständnis auf einem hohen Niveau wider, sondern zeigen, in Motiv und Ästhetik auf breite Akzeptanz zielend, auch den Wandel des Selbstbildes Österreichs: von den noch den Traditionen des Banknotendesigns der Oesterreichisch-ungarischen Bank verpflichteten Entwürfen für die ersten Schillingnoten mit Idealporträt und republikanischem Wappenadler über die mit österreichischen Landschafts- und Architekturmotiven bebilderten Noten der zweiten und dritten Serie bis zu den seit den 50er-Jahren üblichen Entwürfen mit Porträts herausragender Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Kultur in Österreich.
Skizzen und Entwürfe aus den Archiven der Münze Österreich AG sowie Münzmodelle aus dem Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums dokumentieren in eindrucksvoller Weise, wie das Erscheinungsbild der Schillingmünzen zustande kam, welche Varianten verworfen wurden, welche zur Ausarbeitung gelangten.
Anhand der verschiedenen Konzepte lassen sich nicht nur die Arbeitsweisen der einzelnen Künstler nachvollziehen, auch der Zusammenhang zwischen Politik und Gestaltung des Geldes wird sichtbar.
Druckplatten, Probedrucke und eine Prägemaschine sowie verschiedene Exponate zu einzelnen Phasen des Banknotendrucks und der Münzprägung bieten Einblicke in die technische Entwicklung der Bargeldproduktion. Die Tradition des österreichischen Banknoten-und Münzdesigns reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert, wie exemplarisch mit einem Banknotenentwurf von Gustav Klimt gezeigt wird. Ein Porträt Klimts sollte auf einer Note der neuen Schillingserie abgebildet werden, die wegen des Übergangs zur Euro-Währung aber nicht mehr zur Ausführung gelangte. Die hohe sicherheitstechnische und künstlerische Qualität des österreichischen Bargeldes setzt sich im Euro fort, da das Design der Banknoten und die nationalen Rückseiten der österreichischen Münzen „Made in Austria“ sind. Neben den Scheinen und Münzen der alten Schillingwährung präsentiert die Ausstellung die neuen Euro-Banknoten und die Euro-Münzen mit den verschiedenen nationalen Rückseiten.
Zeithistorische Dokumente, Fotografien und Plakate zum Schilling ergänzen das Bild. Sie vermitteln einen Eindruck vom Alltag mit dem Schilling und zeigen in Verbindung mit den anderen Exponaten den hohen Stellenwert einer sicheren und stabilen Währung.