Die OeNB steht seit ihrer Gründung 1816 im Zentrum des monetären Geschehens in Österreich. Die geldhistorischen Sammlungen stellen einen wertvollen Bestand an Objekten und Dokumenten dar, die den Bogen von den Anfängen der Münzprägung im 7. Jahrhundert vor Christus bis zu unserer heutigen Währung spannen.
Die OeNB verfügt über eine Münzensammlung, ein Kunstarchiv, welches eine Sammlung von Originalzeichnungen und Entwürfe für Banknoten von österreichischen Künstlern – u. a. von Gustav Klimt, Koloman Moser etc. – beinhaltet, sowie eine Sammlung von Druckplatten und eine Sammlung historischer Banknoten. Die museale Sammlung sowie eine Sammlung in- und ausländischer Aktien und Wertpapiere runden den Bereich Geldgeschichte ab.
Die Bestände der Sammlungen bilden die Grundlage für die thematisch wechselnden Sonderausstellungen des Geldmuseums.
Die Münzensammlung wurde gezielt als geldhistorische Sammlung angelegt. Ihre Gründung erfolgte in den Fünfzigerjahren mit einem Schwerpunkt zur Währungsgeschichte im österreichischen Raum von der Antike bis zur Gegenwart. Später wurde das Sammlungskonzept auf den Bereich der europäischen Geldgeschichte ausgedehnt.
Der gegenwärtige Sammlungsbestand weist folgende Schwerpunkte auf:
- Das Geldmuseum besitzt eine beachtliche Sammlung von Münzen des Römisch-Deutschen Reiches/ Haus Habsburg. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf die Zeit Kaisers Franz (II.) I., den Begründer des Hauses, gelegt.
- Eine numismatisch interessante Mittelaltersammlung dokumentiert die frühe österreichische Geldgeschichte.
- Einen weiteren Schwerpunkt bildet das große Sammelgebiet der Erzbischöfe von Salzburg mit numismatisch sehr erwähnenswerten Einzelstücken (Rübentaler von 1504, Löwentaler von 1790).
- Die Handelsmetropole Venedig ist mit einer umfassenden Zecchinensammlung vertreten (14. bis 19. Jahrhundert).
- Die antiken Münzen bieten einen Querschnitt durch die Numismatik der Griechen, Römer, Kelten und der Byzantiner.
- Diverse Raritäten aus verschiedenen Regionen aus aller Welt runden das Spektrum ab.
Die Münzensammlung der OeNB ist mit ca. 25.000 Münzen die zweitgrößte Kollektion dieser Art in Wien.
Die Münzensammlung gliedert sich in folgende Bereiche:
Antike: Alter Orient (Perser, Punier etc.), Griechen, Kelten, Römer.
Mittelalter: Münzen 6. Jh. bis 15. Jh.
Neuzeit: Münzen 16. Jh. bis Anfang 20. Jh.
Moderne: Münzen und Kursmünzsets 20. Jh.
Funde: Marchfeldfund, Fund von Sinope u. a.
Medaillen: Medaillen, Rechenpfennige
Alternative Zahlungsmittel: Barren, prämonetäre Geldformen, Marken, Notgeld
Weiters besteht eine Sammlung musealer Gegenstände, die verschiedene Objekte zur Geldgeschichte wie Waagen, Werkzeuge etc. beinhaltet.
Das Kunstarchiv mit ca. 200.000 Objekten entwickelte sich aus der Aufgabe der Oesterreichischen Nationalbank, Banknoten herzustellen und deren Umlauf zu kontrollieren. Die Sammlung umfasst Objekte zur Banknotenproduktion vom Originalentwurf über Druckplatten, Probe- und Detaildrucke bis zur fertigen Banknote. Seit der Gründung der Oesterreichischen Nationalbank 1816 waren zahlreiche nahmhafte österreichische Künstlerinnen und Künstler, wie z. B. Koloman Moser, Gustav Klimt, Ferdinand Kitt, Berthold Löffler u. a. m., im Rahmen der Banknotenproduktion für die OeNB tätig.
In der so genannten "Musealen Sammlung" mit circa 1000 Objekten sind die Zimelien der einzelnen Archivbereiche zusammengefasst. Sie enthält zahlreiche Unikate, frühe und seltene Beispiele von Papiergeld. Ergänzt wird dieser Bestand durch eine Sammlung in- und ausländischer Wertpapiere.
Das Kunstarchiv umfasst folgende Sammlungen:
Sammlung Zeichnungen und Entwürfe: Originalzeichnungen und Originalentwürfe, Probedrucke, Banknotenpapiere.
Sammlung Druck- und Produktionstechnik: Druckplatten seit 1816, Glasnegative, Filme, Siebe etc.
Sammlung historischer Banknoten: Gulden-, Kronen- und Schillingbanknoten, Alliierte Militärschilling, Reichsmark- sowie Reservenoten.
Museale Sammlung Kunstarchiv: verschiedene Formen von Papiergeld wie Staatsnoten, Revolutionsgeld, Notgeld, Privatgeld und ausländische Banknoten.
Aktien- und Wertpapiersammlung: Inländische und ausländische Aktien, Anleihen sowie Wertpapiere.
Archivalien: Dokumente, Patente, Dekrete und Verordnungen zur Notenproduktion, Kundmachungen, Cirkulare etc.
Sammlung historischer Fälschungen: Falsifikate historischer österreichischer Banknoten seit 1816 sowie Stadt-Banco-Zetteln ab 1800.
Weiters besteht eine Sammlung musealer Gegenstände, die verschiedene Objekte zur Geldgeschichte wie Waagen, Werkzeuge etc. beinhaltet.