

1997 gestaltete Eduard Angeli im Auftrag der Oesterreichischen Nationalbank das 12,5 Meter hohe Tafelbild "Das blaue Tor" für das neu gebaute Geldzentrum in der Garnisongasse. Das auf wenige Farbschattierungen reduzierte Gemälde erfüllt mit seiner leuchtenden, blauen Farbfläche und seiner überwältigenden Monumentalität das Stiegenhaus mit meditativer Stille.

Eduard Angeli – Das blaue Tor
Auch mag das Tor eine Metapher sein für Schutz. Wo es nichts zu bewahren gibt, bedarf es keines Tores. Seine Mächtigkeit verhält sich in der Regel direkt proportional zu den Werten, die dahinter sind. Und jedem Wert, gleichviel ob materiell oder immateriell, ist eine starke, innere Lichtquelle eigen, die zu verbergen selbst das mächtigste Tor nicht vermag.
Maße: 1250 x 500 cm
Technik: Acryl und Öl auf Leinwand
Verwendete Farben: ca. 70 Liter
Gewicht des Bildes: ca. 50 kg
Keilrahmen aus Aluminium

Maße: 57 x 77 cm
Technik: Öl auf Papier

Maße: 44 x 39 cm
Technik: Kohlezeichnung auf Papier
Der 1942 in Wien geborene Maler Eduard Angeli studierte bei Robin Christian Andersen an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Von 1966 bis 1971 hielt sich Angeli in Istanbul auf, wo er als Professor an der Staatsakademie Istanbul Malerei unterrichtete. Seit seiner Rückkehr lebt und arbeitet Eduard Angeli in Wien. 1982 erhielt Angeli den Preis der Stadt Wien, 2003 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen.
Eduard Angeli zählt zu den singulären Gestalten unter den zeitgenössischen österreichischen Malern. Sein Schaffen reicht bis in die späten sechziger Jahre zurück und stellt eine spezifische, unverwechselbare Farbe innerhalb des Kaleidoskops der bildenden Kunst Österreichs dar. Angelis Hauptinteresse galt seit jeher dem großformatigen Tafelbild. Immer schon suchte der Künstler in seinem Werk eine statische, reflektierende Erzählung zur Anschauung zu bringen.
Angelis Werke der vergangenen Jahrzehnte waren vor allem von kräftigen, suggestiven Farbflächen geprägt. Diese bei Angeli gewohnte kräftige Farbigkeit weicht seit einiger Zeit aber einer kaum überbietbaren Nüchternheit und Askese in Material- und Farbwahl. Ein großer Teil der jüngst entstandenen Bilder sind auf grober, nicht grundierter Juteleinwand gemalt, und die Farben gehen oft über tonige Grauschattierungen nicht hinaus.
Schon die Werke der früheren Jahre im Schaffen Angelis wirkten oft wie riesige Bühnen, denen die Akteure auf merkwürdige Weise abhanden gekommen waren. Auch die Bilder der letzten fünf Jahre lassen Darstellungen des Menschen vermissen. Lediglich die leise Spur gesellschaftlicher Umtriebigkeit ist in den Werken erahnbar. Die vielbevölkerte und touristisch überlaufene Lagune von Venedig, wo in den letzten Jahren ein großer Teil der Werke Angelis entstanden ist, wird bei Eduard Angeli vielmehr zur existentiellen Gratwanderung zwischen Leere und Einsamkeit uminterpretiert. Der Philosoph Konrad Paul Liessmann sieht in ihnen auch eine Horizont-Metapher verwirklicht, die er in einem eigenen Text zu dieser Serie präsentiert.
Schon bisher konnten viele von Angelis Bildern auch als rätselhafte Stilleben angesehen werden mit Motiven, die an Gegenstände aus der menschlichen Alltagswelt erinnern, aber sich nicht und nicht bestimmen lassen wollen. Angelis jüngste überdimensionierte Darstellungen von auratisch-statischen Gegenständen erlangen den Charakter totemhafter Flügelaltäre, ohne festzulegen, ob hier eine Welt des Mysteriums oder der Banalität waltet. Treffend schrieb der Poet H. C. Artmann einmal zu den Bildern Angelis: „Inmitten der Alltäglichkeit der Wüste gelangt man an die kahle Hinterseite der Spiegelwand, die uns ein zeitloses Ende vorzutäuschen sucht, sodaß in uns Zweifel aufkommt, ob Spleen oder weises Erkennen…“
1966 Lienz
Mozartgasse, Wien
1968 Staatsakademie Istanbul
IKC, Wien
1969 Forum, Stadtpark Graz
Galerie Baltensberger, Zürich
1970 Künstlerhausgalerie, Wien
1971 Galerie Kaiser, Wien
1972 Galerie Ariadne, Wien
Galerie Gerersdorfer, Wien
1973 Pressehausgalerie, Wien
Galerie Ariadne, Köln
1974 Galerie 44, Düsseldorf
1975 Galerie Ariadne, Wien
Galerie Gerersdorfer, Wien
1976 Museum des 20. Jahrhunderts, Wien
Kulturhaus, Graz
1979 Galerie Würthle, Wien
Galerie International, Stockholm
1980 Galerie Neufeld, Feldkirch
1981 Galerie Welz, Salzburg
Galerie Bloch, Innsbruck
1982 Galerie Krugier, Genf
1983 Galerie Würthle, Wien
Kunstverein Mannheim
Taksim Galerie, Istanbul
1984 Galerie Welz, Salzburg
Galerie Bloch, Innsbruck
Galerie Goethe, Bozen
1985 Galerie Gerersdorfer, Wien
1985 Neue Galerie der Stadt Linz
Wolfgang Gurlitt Museum
1986 Albertina, Wien
Galerie D´Eendt, Amsterdam
Galerie Thomas Flora, Innsbruck
Galerie Welz, Salzburg
1987 Galerie Würthle, Wien
1988 Galerie Gerersdorfer, Wien
Galerie Aragonese, Ischia
1989 Galerie Hilger, Frankfurt
Galerie Thomas Flora, Innsbruck
1990 Galerie Gerersdorfer, Wien
Galerie Würthle, Wien
Galerie Welz, Salzburg
1991 Galerie in der Zollgasse, Feldkirch
1992 Galerie Thomas Flora, Innsbruck
1993 Historisches Museum der Stadt Wien
Galerie Würthle, Wien
Galerie Gerersdorfer, Wien
Galerie Peithner-Lichtenfels, Prag
1995 Rupertinum, Salzburg
Galerie Welz, Salzburg
Galerie Flora, Innsbruck
Galerie Gerersdorfer, Wien
1996 Frauenbad, Baden
Galerie am Steinweg, Passau
Galerie Barbara von Stechow, Frankfurt
1997 Galerie Unart, Villach
1988 Galerie The Rotunda, Hongkong
1999 Galerie Gerersdorfer, Wien
Galerie Flora, Innsbruck
Galerie 60, Feldkirch
2001 Galerie Welz, Salzburg