Die Künstler der Sammlung nach 1945
Der Sammlungsschwerpunkt liegt auf der österreichischen Plastik und Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Video-, Performance- oder Installationskunst sowie andere Randbereiche der zeitgenössischen Kunst werden nicht gesammelt. Vielmehr will sich die Oesterreichische Nationalbank auf die klassische Bildhauerei – aus traditionellen Materialien wie Stein, Bronze und Holz sowie die klassische Malerei konzentrieren.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat Österreich viele starke Bildhauer hervorgebracht. Die meisten sind von Fritz Wotruba ausgebildet, einem der bedeutendsten Bildhauer Österreichs. Seit 1945 hat er die Meisterklasse für Bildhauerei an der Wiener Akademie der bildenden Künste geleitet und viele seiner Schüler sind international anerkannte Künstler geworden, u. a. Joannis Avramidis, Wander Bertoni, Andreas Urteil, Erwin Reiter und Alfred Hrdlicka.
Im Eingangsbereich des Geldzentrums stehen Bronzeskulpturen von Fritz Wotruba, Andreas Urteil und Alfred Hrdlicka. In der Sammlung befinden sich auch Werke von den Bildhauern Franz West, Helmuth Gsöllpointner und Stephan Fillitz. Die Stahlskulptur auf dem Vorplatz des neuen Gebäudes hat Florian Schaumberger geschaffen. Die dynamische, monumentale Plastik ist als Siegerbeitrag eines geladenen Wettbewerbs hervorgegangen und wurde 1997 realisiert. Ihre konkav und konvex aufstrebende Form und ihr spannungsvoller Bezug zur Architektur beleben und bereichern den Platz. Seit Ihrer Errichtung zählt die Skulptur von Florian Schaumberger zu den größten und meist beachteten zeitgenössischen Kunstwerken im öffentlichen Raum der Stadt Wien.
Neben dem Zusammenführen bedeutender Werke der österreichischen Bildhauerkunst hat es sich die OeNB zum Ziel gemacht, entsprechende Werke von Malern zu sammeln, die die österreichische Kunstlandschaft nach 1945 nachhaltig geprägt haben. Dabei wird gerne auf Maler zurückgegriffen, die eine persönliche oder künstlerische Verbindung zu den bekannten Bildhauern haben, wie z. B. Mikl, Hollegha und Prachensky zu Urteil, Reiter, Wotruba und Hoflehner, oder Maler, die selbst auch bildhauerisch tätig waren, oder in ihrer Malerei die Illusion dreidimensionaler Objekte, wie z. B. Eduard Angeli, schaffen. Dieses Sammlungsziel ist allerdings als Richtlinie zu verstehen und keineswegs zwingend. Es werden auch Werke von Vertretern anderer bedeutender Tendenzen wie z. B. des österreichischen Informel, des Realismus, der Neuen Wilden sowie Werke jüngerer Künstler der Sammlung zugeführt. Mittlerweile befinden sich in der Sammlung Gemälde vieler international anerkannter und namhafter Maler wie Eduard Angeli, Christian Ludwig Attersee, Herbert Brandl, Gunter Damisch, Helmut Ditsch, Adolf Frohner, Wolfgang Hollegha, Martha Jungwirth, Maria Lassnig, Ingeborg Pluhar, Markus Prachensky, Arnulf Rainer, Hans Staudacher und Max Weiler.
Mit dem Aufbau dieser zweiten Sammlung „Österreichische Skulptur und Malerei nach 1945“ setzt die
Oesterreichische Nationalbank ihre Ende der 80er Jahre begonnene Sammlungspolitik mit dem Ziel qualitätsvolle Werke österreichischer Künstler zu einem stimmigen Ensemble zusammenzuführen, so dass ein repräsentatives Bild vom Kunstschaffen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Österreich entsteht, fort.