

Künstler-Homepage: http://www.romanscheidl.at
TAMAMU-Cafe: http://www.tamamu.com
Roman Scheidl unternahm nach seiner Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Wien zahlreiche Reisen, unter anderem nach Paris, New York, Tokio, in die Schweiz und nach Skandinavien. Der Maler und Grafiker sucht immer auch die Verbindung zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen wie Tanz, Musik und Poesie. Während der Aufführungen seines multimedialen TAMAMU-Ensembles (Tanz-Malerei-Musik) fertigt er spontane Pinselzeichnungen an, die über Projektoren auf die Bühne übertragen werden.

Maße: 150 X 200 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Literatur: Roman Scheidl, Malerei und Tanz, Welz Verlag 1994, Seite 79, hier mit dem Titel „Das Auge des Narren“.
„Im Katalog „Malerei und Tanz“ war das Bild mit dem Titel „Das Auge des Narren“ abgebildet. Ich bin später aber zur Überzeugung gelangt, es in „Im Anblick der Natur“ umzutaufen, denn es stellt ja die Hilflosigkeit des Menschen angesichts der Naturgewalten dar. Andererseits ist es auch als ein Schlüsselbild für die damalige Situation der Malerei gedacht, der Begegnung der Figurenmalerei mit der materialintensiveren Malerei der jüngeren Malergeneration in den späten achtziger Jahren.“ (Roman Scheidl)
„Im Anblick der Natur“ ist das Spannungsfeld zwischen menschlicher Zivilisation und einer sie in Frage stellenden Natur exemplarisch dargestellt. An einem Holzzaun, dessen Ende genau die Bildmitte markiert, lehnt lässig eine Figur, die die linke Bildhälfte dominiert; auf der anderen Seite des Zaunes wild wuchernde, mannshohe pflanzliche Formen.
Gestalterisch mit starken Gegensätzen gearbeitet: Die dargestellte Figur, ein hell gekleideter Mann, der mit dem Pinsel realistisch ausgeführt ist und der, eine Narrenkappe auf dem Kopf, den Betrachter von der Seite her ansieht und dabei kaum merklich lächelt. Der Bereich der wuchernden Natur hingegen ist pastos aufgespachtelt, die Formen sind nur teilweise realistisch und lösen sich in Abstraktem auf. Figuration und Abstraktion stehen in einem gleichgewichtigen Verhältnis. Die feinere, detailliertere figurale Seite ist der Seite der anbrandenden, wilden Natur keineswegs unterlegen, die Figur zwar durch sie in Frage gestellt, aber nicht akut gefährdet. Ihr Blick verweist auf Gegebenheiten, die jenseits des Zaunes auf den warten, der bereit ist, sie zu erkennen. Sind es ungeahnte Gefahren aus der Zukunft, Geheimnisse, namenlose Möglichkeiten des Lebens jenseits erforschter Zonen? Die Narrenkappe, dieses signalhafte Kleidungsstück, das dem Bild einen historisch-narrativen Zug verleiht, markiert die namenlose Situation: Der Mensch scheint angesichts der hinter dem Zaun befindlichen Sphäre immer ein Narr.
Aus: Roland Hanak: Mitte des Ganzen. In: Kunstpresse Nr.6, Wien 1989.

Maße: 112 X 112 cm
Technik: Öl auf Leinwand

Maße: 100 X 80 cm
Technik: Öl auf Leinwand

Maße: 100 X 80 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Geboren 1949 in Leopoldsdorf bei Wien.
Roman Scheidl ist ein aufmerksamer Wanderer. Als solcher blickt er nicht nur nach vorn, sondern auch auf die Ränder der von ihm begangenen Wege. Häufig erinnert er sich auch an die Wegstrecke, die andere vor ihm zurückgelegt haben, und verfolgt ihre Spuren. Wenn er seine während des Durchkreuzens verschiedener Bezirke zwischen West und Ost, Nord und Süd, Gestern und Heute gemachten Erfahrungen und dabei gefassten Gedanken niederlegt, sucht er zugleich nach dem Faden, der die einzelnen Phasen seiner Wanderschaften miteinander verknüpft. Daraus entstehen seine Metamorphosen.
Mit seiner konsequenten Suche nach einer Verbindung von figurativer und informeller Gestaltung nimmt Roman Scheidl in der österreichischen Gegenwartsmalerei eine Sonderstellung ein. Seine von philosophischen Inhalten geprägte Arbeit versteht er als Eroberung multimedialer und interdisziplinärer Räume mit den Mitteln der Malerei.
Er lebt und arbeitet in Wien, wo er in den 1970er Jahren an der Akademie der bildenden Künste studierte. Scheidls Biographie wird durch zahlreiche Reisen und längere Auslandsaufenthalte bestimmt, meist verbunden mit Ausstellungen oder Aufführungen seines TAMAMU-Theaters.
Einzelausstellungen (Auswahl)
Albertina, Wien; Kunsthalle Waaghaus, Winterthur; Kunstmuseum Trondheim; Kunstverein Bergen; Kulturhaus, Graz; International Monetary Fund, Washington; Neue Galerie der Stadt Linz und Lentos, Linz; Kunsthalle Krems, Krems; Prunksaal Nationalbibliothek, Wien; Frauenbad, Baden b. Wien; Kubin-Haus, Zwickledt; Galerie Ariadne, New York, Wien, Kšln; Galerie Iwamatzu, Tokio; Galerie Langloise, Paris; Galerie Christel, Helsinki; Galerie Abott, Ontario; Galerie Suma, NewYork; Künstlerhaus, Wien; Galerie Szoke, New York; Galerie Moser, Graz; Galerie Steinek, Wien; Blau-Gelbe Galerie, Wien; Galerie Hilger, Wien. Frankfurth; Galerie Contact, Wien; Galerie Zähringer, Zürich; Galerie Atrium ed Arte, Wien; Haus der Kunst, Graz; Galerie Arthouse, Bregenz; Galerie 3, Klagenfurt; Galerie Thiele, Linz; Galerie Leonhard, Graz; Bibliothek Nango, Hachinoe; Galerie Stummer, ZŸrich; Galerie artmark, Wien u. Bad Aussee; Galerie ef, Tokio; Galerie Welz, Salzburg; Galerie Futura, Stockholm; usw.
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
Art Museum, Boston; Staatliches Museum, Dresden; Neue Galerie im Joanneum, Graz; Neue Pinakothek, München; Neue Galerie der Stadt Linz u. Lentos, Linz; Museum des 20. Jahrhunderts, Wien; Museum König, Bonn; Galleria Torbandena, Triest; Galerie Nouvelles Images, Den Haag; Kunsthalle Attersee; Palazzo della Permanente, Mailand; Akademie der bildenden Künste, Wien; Akademie San Fernando, Spanien; Kunsthalle Braunschweig; Staatliche Sammlung Essl, Wien; Kunstforum, Wien; Museum der bildenden Künste, Budapest; Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz; Klingsor Museum, Offenbach am Main; Hugh Lane Gallery of Modern Art, Dublin; Rotunda Exchange Square, Hongkong; Kunsthalle, Abu Dhabi; Niederösterreichisches Landesmuseum, St.Pölten; Graphische Sammlung, München; usw.
Bücher* und Kataloge (Auswahl)
1975 Hauseinsturz*, Albertina Verlag, Wien 1981 Neue Malerei in Österreich I, Verlag Joanneum, Graz; Wien; 1982 Zwischen Weltberg und Sintflut*, Albertina Verlag, Wien; 1992 Sources, Verlag Cheval Blanc, Paris; 1983 Neue Malerei in Österreich, Verlag Neue Galerie der Stadt Linz; 1984 Protokolle 84, Verlag Jugend und Volk, Band 1,Wien; 1986 Das Offene Auge*, Verlag Graf-Theuretzbacher,Wien; 1987 12 Räume, Verlag Niederösterreich Gesellschaft, Wien; 1988 Balance.akte.88*, Verlag Niederösterreichisches Landesmuseum; 1992 Gebrannte Bilder, Blau-Gelbe-Galerie, Wien; 1990 Kunst und Mode* und Palettenbilder, Verlag Galerie Hilger, Wien; 1992 Der tanzende Pinsel*, Verlag Galerie Welz, Salzburg; Gebrannte Bilder, Blau Gelbe Galerie, Wien; 1992 Zeichnungen, Neue Galerie der Stadt Linz; 1994 Malerei und Tanz*, Verlag Galerie Welz, Salzburg; 1994 Paris Danse, Verlag Cheval Blanc, Paris; 1995 Fiktion/non-fiction, Residenz Verlag, Salzburg; 1996 elements, Verlag Löcker, Wien 1996 Facetten96*, Landesverlag Linz; 1997 Fliegende Blätter, Kunsthalle Krems; 1999 5 Freiheiten*, Verlag Galerie Welz, Salzburg; 2000 Five Freedoms, Verlag Futura, Stockholm; 1998 Fliegende Blätter, Verlag Kunsthalle Krems; 2002 Brushstroke/Pinselschriften*, Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra; 2002 Kunst nach 1945*, Landes Verlag, Landesmuseum Niederösterreich; 2003 Gemälde – die Sammlung*, Lentos Kunstmuseum Linz; 2003 Eine Reise nach Japan *, Edition tamamu, Wien; usw.