

Als Tochter eines Arztes in Wien geboren wächst Lisl Engels in Mödling auf. Schon im Alter von 14 Jahren wird sie Schülerin des Malers Robin Christian Andersen. Sie besucht die Wiener Kunstgewerbeschule und anschließend die von Ferdinand Andri geleitete Meisterklasse an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Sie stellt schon als Studentin in der Wiener Secession aus, was damals für eine junge Frau von 19 Jahren nicht selbstverständlich war. 1939 heiratet sie den Architekten Erich Engels. Sie arbeitet mit Franz Wiegele zusammen in Kärnten und stößt zum Nötscher Kreis. Sie freundet sich mit Anton Kolig und Anton Mahringer an. Die Nachkriegszeit verbringt sie in Bad Gastein, 1947 übersiedelt sie nach Salzburg und wird Mitglied der Wiener Secession. Sie nimmt regelmäßig an Ausstellungen in Wien, Salzburg, Linz, Graz und Klagenfurt teil und erhält zahlreiche Auszeichnungen. Die Künstlerin unternimmt viele Studienreisen, hauptsächlich nach Griechenland, aber auch nach Italien, Frankreich, Ägypten und Westindien. 1974 zieht Lisl Engels in ein abgeschiedenes Bauernhaus in Thalgauegg in der Nähe des Fuschlsees. 1976 erhält sie den Professorentitel, 1995 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Salzburg. (EOD)

Maße: 90 x 65,5 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Signatur: signiert und datiert links unten: Lisl Cech 1934
„Das Wichtigste in der Malerei ist die Schönheit.“ Dieses Credo ihres „Meisters“ Robin Christian Andersen kann als Leitgedanke über dem Werk von Lisl Engels stehen. Das drückt sich einerseits in der Wahl der Motive aus – Blumen, griechische Inseln mit Blick aufs Meer, heitere Landschaften aus ihrer Salzburger Heimat – vor allem aber durch die Leuchtkraft und Intensität der Farben. Darin liegt wohl die überzeugende Kraft ihrer Malerei. Das Bild „Philodendron und Gummibaum mit Früchten“ hat Lisl Engels im Alter von 18 Jahren gemalt. Sie besuchte damals vormittags die Kunstgewerbeschule, am Nachmittag studierte sie ab ihrem 14. Lebensjahr bei Robin Christian Andersen, der sie, wie sie selbst sagt, lenkte, aber nicht zügelte. Er legte großen Wert auf genaues Beobachten und räumliche Disposition. Die Künstlerin bringt ihrem Motiv großen Enthusiasmus entgegen. Sie setzt temperamentvolle, sichere Pinselstriche, und doch ist eine gewisse Formenstrenge spürbar. Das Resultat dieses vermeintlichen Widerspruchs ist eine besondere Strahlkraft und Lebendigkeit. Lisl Engels trachtet danach, die real gesehene Natur zu bewältigen, je nach Lichtsituation und auch persönlicher Befindlichkeit. Durch die Übersteigerung der Farbwerte erhöht sie den spezifischen Charakter des Motivs. Der dynamische Strich und die intensive Farbgebung zerlegen scheinbar das Bild zuerst analytisch in Teile, um sie schließlich durch Zusammenwirken der Farben zu einer neuen Einheit zu bringen. Je länger man das Bild betrachtet, desto mehr tritt das Motiv in den Hintergrund, und die Farben – traumwandlerisch sicher gewählt – gewinnen an Intensität. (EOD)