Von 1894 bis 1898 studiert Carl Fahringer an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Sigmund L’Allemand, Christian Griepenkerl und August Eisenmenger, anschließend geht er für vier Jahre an die Münchner Akademie zu Carl Marr. Zu Beginn beschäftigt er sich vorwiegend mit Buchillustrationen zu Märchen, z. B. von Wilhelm Hauff und den Gebrüdern Grimm, sowie zu Werken von Johann Wolfgang von Goethe und Adalbert Stifter. Nach seinem Studium führen Reisen den Künstler nach Südeuropa und in den Vorderen Orient. Von 1903 bis 1905 ist er Mitglied des Hagenbundes, ab 1907 des Wiener Künstlerhauses. Im Ersten Weltkrieg ist Fahringer als Kriegsmaler in Russland und Italien stationiert; Bilder aus dieser Zeit befinden sich im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien. Es folgen 1921 und 1929 weitere Reisen nach Holland, Bali, Java und Sumatra, wo ihn die exotische Landschaft und Tierwelt tief beeindrucken. Von 1929 bis 1945 hat er eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Wien inne, ab 1939 für Tier- und Landschaftsmalerei. (GKE)
Carl Fahringer
Wiener Neustadt 1874–1952 Wien
Bauernmarkt

Maße: 45,5 x 57 cm
Technik: Öl auf Karton
Signatur: signiert rechts unten: Carl Fahringer
Nach sechsjähriger Ausbildung an der Wiener Akademie der bildenden Künste wechselte Fahringer 1898 zu Carl Marr nach München. Ausgehend von der realistischen Malerei der Münchner Schule des späten 19. Jahrhunderts entwickelte er sich zu einem Spät- bzw. Nachimpressionisten von sehr persönlicher Prägung.
Schon vor dem Ersten Weltkrieg unternahm er lange Studienreisen nach Frankreich, Italien, auf den Balkan, nach Kleinasien und Ägypten. Ein Aufenthalt in Südostasien 1922 – er besuchte Java, Sumatra und Bali – brachte eine spürbare Aufhellung seiner Farbpalette und bestärkte ihn in der unbeschwerten Wiedergabe einfacher Motive, wobei er besonders Hafen- und Marktszenen sowie exotische Tiere bevorzugte.
Die aus dem Leben gegriffenen, ungekünstelten Darstellungen bestechen durch ihre mit pastoser, lockerer Pinselführung und charakteristischem breiten Strich eingefangene Atmosphäre. Seine spontane, stark farbige Malweise befähigte Fahringer in besonderem Maße zur Wiedergabe bunter Marktszenen wie der hier abgebildeten. Im hellen Sonnenlicht sehen wir einige Stände eines Bauernmarktes. Den Vordergrund dominiert ein Marktkarren voll buntem Obst und Gemüse, der zwanglos daran lehnende Besitzer genießt offensichtlich die strahlende Sonne. Im Hintergrund herrscht unter den Schatten spendenden Bäumen reges Treiben. Die Treffsicherheit der Darstellung und die warmen, lebhaften Farben, besonders in den Grün- und Brauntönen virtuos modelliert und abgestimmt, machen dieses frische und kraftvolle Bild zu einem charakteristischen Beispiel der meisterhaften Malerei Carl Fahringers. (GKE)
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