Rudolf Wacker wird am 25.Februar 1893 in Bregenz geboren. Nach der k.k. Fachschule für gewerbliches Zeichnen in Bregenz lernt Wacker kurz in Wien, um dann im Jahre 1911 an die damals berühmteste Zeichenschule in Weimar zu wechseln. Seine Lehrer waren Albin Egger-Lienz und Walter Klemm.
1914 muss Wacker zum Militär einrücken, ein Jahr später wird er in Polen von den Russen gefangengenommen. Es folgen fast fünf Jahre Gefangenschaft in Sibirien, die er detailliert in Tagebüchern beschreibt, die leider heute großteils verschollen sind. Das schreckliche Kriegserleben mit all seinem Elend beeinflusst Rudolf Wacker und seine künstlerische Entwicklung sehr.
Immer noch in Sibirien nimmt der Künstler 1920 in der Stadt Tomsk an einer Ausstellung teil. Schließlich kann er noch im selben Jahr in die Heimat zurückkehren. Er geht nach Berlin, das Mekka der neuen Kunst, und verschreibt sich anfangs ganz dem Expressionismus. 1921 kehrt er in die Heimatstadt Bregenz zurück. Seine erste große Ausstellung findet 1923 im Vorarlberger Landesmuseum statt. Vorerst bleibt er aber immer noch nur Zeichner, erst 1924 beginnt sich sein malerisches Werk durchzusetzen. Gleichzeitig vollzieht sich ein Stilwandel. Wacker beginnt, ohne sich bewusst einer neuen Richtung anzuschließen, mit den Ausdrucksmitteln der Neuen Sachlichkeit zu arbeiten. Die finanzielle Situation des Künstlers ist und bleibt kritisch. Er nimmt zwar an Ausstellungen teil und verkauft einige Werke, er kann aber für sich und seine Familie kaum das Nötigste aufbringen.
Anfang der 30er Jahr interessiert sich Wacker immer mehr für politische Anliegen, er weist auf eine neuerliche Kriegsgefahr hin, nimmt an Friedenskundgebungen teil. Er ist einer der wenigen Künstler, die offen gegen die Kulturpolitik der Nationalsozialisten auftreten.
Er versucht, die Professur an der Akademie in Wien zu erlangen, scheitert aber. Geld bringen ihm nur seine kleinen Blumenbilder.
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich 1938 beginnen die Repressalien gegen Wacker. Bei Hausdurchsuchungen wird zwar kaum belastendes Material gefunden (Briefe und Bücher wurden rechtzeitig versteckt), er scheint aber auf einer Liste der „des Kommunismus verdächtigen Personen“ auf. Bei einer Hausdurchsuchung erleidet er einen ersten Herzanfall, bei einem Verhör durch die Gestapo einen weiteren. Sein Gesundheitszustand verbessert sich immer nur kurzfristig, 1939 schließlich stirbt Rudolf Wacker in seinem Elternhaus in Bregenz.
Literatur: Rudolf Wacker, 1893-1939. Biographie mit dem Oeuvre-Katalog des malerischen Werkes sowie einem Nachtrag, 1971.
Rudolf Wacker und Zeitgenossen, Expressionismus und Neue Sachlichkeit, 1993.

