Die Wiederentdeckung dieser früh verstorbenen Künstlerin erfolgte erst 1993 in der großen Hagenbundausstellung der Österreichischen Galerie im Schloss Halbturn. Von Franziska Zach wurden sechs Ölbilder gezeigt, drei davon sind auch im Katalogbuch farbig abgebildet. Diese Werke hinterließen so tiefen Eindruck, dass seitdem immer wieder Bilder der Künstlerin in großen Ausstellungen präsentiert wurden, wie z. B. 1998/1999 „Enthüllt – Ein Jahrhundert Akte österreichischer Künstlerinnen“ im Frauenbad Baden; 1999 „Grazie und Expression“ auf Schloss Albeck (Kärnten), veranstaltet vom Historischen Museum der Stadt Wien und 1999/2000 „Blickwechsel und Einblicke – Künstlerinnen in Österreich“ in der Hermes-Villa im Lainzer Tiergarten. Dem Anton Hanak-Museum ist es jetzt gelungen, erstmal seit rund 70 Jahren Werke von Franziska Zach in einer Personalausstellung zu zeigen, die Leihgaben stammen von der Universität für angewandte Kunst und Privatpersonen.
Die Künstlerin wurde am 8. Februar 1900 in Losenstein (OÖ) als Tochter eines Eisenbahners geboren. Noch vor dem 1. Weltkrieg übersiedelte die Familie nach Wien und nach dem Besuch einer Textilschule studierte sie von 1917 bis 1924 an der Wiener Kunstgewerbeschule, der heutigen Universität für angewandte Kunst, Wien. Sie durchlief dabei verschiedene Fachklassen, so beispielsweise die Allgemeine Formenlehre bei Prof. Oskar Strnad, Naturstudium bei Prof. Adolf Böhm, Aktzeichnen bei den Professoren Alfred Roller und Erich Mallina, Malerei bei Prof. Wilhelm Müller-Hofmann sowie Emailarbeiten bei den Prof. Wilhelm Stark und Josef Hoffmann. Wie man unschwer erkennen kann, eine umfassende und gediegene Ausbildung an einem erstklassigen Institut.
Noch vor Beendigung des Studiums erwarb Franziska Zach unter großen finanziellen Mühen einen Brennofen und schuf in nächster Zeit Werke in Email, vorerst Gefäße, dann vor allem Emailbilder, die unter anderem auch bei einer Ausstellung für kirchliche Kunst sehr positiv auffielen. Ab Mitte der 20er Jahre wandte sie sich vor allem der Ölmalerei zu. Sie wurde Mitglied der Künstlerinnengemeinschaft „Wiener Frauenkunst“ und stellte in deren Rahmen regelmäßig ihre Werke aus (teilweise auch in den Räumen des Hagenbundes). Es folgten Auslandsreisen, die erste, unter großen Entbehrungen vorgenommen, führte Franziska Zach nach Südfrankreich. 1928 luden sie Freunde nach England ein und hier lernte sie eine begüterte Dame kennen, die sie für einige Zeit zu einem Aufenthalt in ihrer Villa in Irland einlud. Es entstand eine Freundschaft und diese Dame (leider ist der Name aus den vorgelegen Unterlagen nicht ersichtlich) fungierte seitdem als Mäzenin. Unter anderem mietete sie ihr ab 1929 zeitweise ein kleines Atelier in Paris. Ebenfalls 1929 stellte Franziska Zach als Gast im Hagenbund aus.
Im Sommer 1930 erhielt die Künstlerin aufgrund der in Paris geschaffenen und in Wien ausgestellten Werke den Preis der Stadt Wien. Sie wurde in den Hagenbund aufgenommen und galt als eine der großen Hoffnungen der Jungen in Österreichs Kunstszene. Mitten in der Vorbereitung zu ihrer ersten Kollektive in Paris starb Franziska Zach am 13. Dezember 1930 in Paris an einem Magendurchbruch, wahrscheinlich durch die kargen Lebensumstände hervorgerufen. Die Künstlerin stammte aus keiner begüterten Familie und führte ein entbehrungsreiches Leben, um sich voll der bildenden Kunst widmen zu können. Laut zeitgenössischen Beschreibungen ernährte sie sich oft nur von Konserven, Brot und Speck, etc. Und möglicherweise lag hier auch die Wurzel zu ihrem frühen Tod. Franziska Zach soll sogenanntes „Naturkind“ gewesen sein, körperlich abgehärtet und sehr sportlich. In ihrem künstlerischen Streben war sie überaus agil, fast als ob sie spürte, dass ihr nicht viel Zeit blieb.
Text: Peter Chrastek, Vernissage, April 2000, S. 33
