Analyse und Information

Welchem Zweck dienen die umfangreichen Analysen
und Statistiken der OeNB?


Von einer Zentralbank wird erwartet, dass sie für wertstabiles Geld, ein funktionierendes und robustes Banken- und Finanzsystem und einen reibungslosen Zahlungsverkehr sorgt. Zur Erfüllung all dieser Aufgaben muss sie sich auf zuverlässige und umfangreiche Statistiken stützen können. Zentralbanken haben dabei eine statistische „Doppelrolle“ – einerseits als Produzent, andererseits als Nutzer statistischer Daten.

Das statistische Anforderungsprofil für die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ist daher breit gestreut und umfasst die Statistiken für die Bankenaufsicht, die Monetärstatistik, die Zahlungsbilanz, die Internationale Vermögensposition (IVP), die Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung und die Großkreditevidenz.

Diese Daten liefern wichtige Informationen: Sie geben etwa über die Entwicklung der österreichischen Wirtschaft Auskunft und zeigen mögliche Anpassungserfordernisse auf. Über die Mitwirkung des OeNB-Gouverneurs im EZB-Rat fließen diese Informationen außerdem in die geldpolitische Entscheidungsfindung des Eurosystems ein. Mit Hilfe der umfangreichen Datensätze, die alle am Eurosystem beteiligten Zentralbanken beisteuern, lassen sich so etwa Inflationsrisiken frühzeitig erkennen und durch geeignete Maßnahmen mindern.

 

Wie kommt die Nationalbank zu den Daten für ihre Analysen und Einschätzungen?

Schon aufgrund gesetzlicher Bestimmungen fließen viele statistische Angaben bei der OeNB zusammen, etwa durch regelmäßige Meldungen über die Geschäftstätigkeit aller inländischen Kreditinstitute, Investmentfonds, Versicherungen und Pensionskassen, aber auch von Unternehmen und Privaten. Alle diese Informationen werden laufend gesammelt, statistisch verarbeitet, veröffentlicht und durch spezielle Analysen ergänzt. Neben der Unterstützung der Geldpolitik des Eurosystems kommen die umfangreichen Daten und Analysen vor allem der österreichischen Wirtschaftspolitik, der Banken- und Finanzmarktaufsicht, dem Finanzsektor, den Unternehmen und nicht zuletzt der österreichischen Bevölkerung zugute. Die OeNB ist damit das Kompetenzzentrum für Finanzstatistik in Österreich.

Außerdem sind die statistischen und volkswirtschaftlichen Abteilungen der OeNB durch viele Kooperationen in ein nationales und internationales Netzwerk eingebunden.

Dieses reicht von Wirtschaftsforschungsinstituten im In- und Ausland über internationale Organisationen und Notenbanken, statistische Ämter bis hin zu nationalen und ausländischen Universitäten.

 

Ein wichtiges Analysefeld betrifft Österreichs Wirtschaft vor dem Hintergrund globaler Trends. Die OeNB erstellt dazu regelmäßig Länderanalysen und vergleichende Studien. Aufgrund der großen Bedeutung für die Wirtschaft und den stabilen Finanzmarkt Österreich wird dabei besonderes Augenmerk auf die zentral-, ost- und südosteuropäischen Länder gelegt. Durch fundierte Analysen zu dieser Region hat sich die OeNB in den vergangenen Jahren zu einem international anerkannten Kompetenzzentrum für Zentral-, Ost- und Südosteuropa entwickelt.

Auf der Website der OeNB (www.oenb.at) werden volkswirtschaftliche Daten, gegliedert in
10 Themenbereiche, veröffentlicht und laufend aktualisiert. Unter der Telefonnummer
(01) 404 20-5555 bietet die Statistik-Hotline von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr kompetente Beratung und Information zum finanzwirtschaftlichen Statistikangebot der OeNB.

 

„Verlässliche Daten und Analysen bilden die Grundlage für die geldpolitischen Entscheidungen des Eurosystems mit dem Ziel eines stabilen Euro. Die OeNB trägt mit ihren Daten, Prognosen und Auswertungen dazu bei.“