Jeder kennt es, jeder schätzt es, und jeder weiß, dass man damit Waren und Leistungen bezahlen kann. Daneben hat Geld aber auch noch andere Funktionen: Mit unterschiedlicher Bezeichnung, Form und Farbe ist es zum unentbehrlichen Mittel geworden, das weltweit verwendet wird. Der Grund dafür ist naheliegend. Geld erleichtert uns das Leben. Es ist praktisch, klein, handlich und teilbar, und es verdirbt nicht.
Zu den wichtigsten Eigenschaften des Geldes zählen seine Funktionen als
… Zahlungsmittel
Würde, so wie in vergangenen Zeiten, Ware gegen Ware getauscht, wäre das nicht nur unpraktisch, sondern oft auch fruchtlos. Es müssten immer die passenden Tauschpartner gefunden werden: Wo ist derjenige, der das braucht, was ich anbiete? Benötige ich im Gegenzug seine angebotene Ware? Handel oder Tausch könnten also nur dann stattfinden, wenn sich jene zwei finden, deren Bedürfnisse und Präferenzen sich optimal ergänzen. Durch ein gemeinsames, von allen akzeptiertes Tauschmittel lassen sich die vielfältigen Geschäfte erheblich einfacher abwickeln. Deshalb wurde das Geld als Zahlungsmittel zum Güteraustausch eingeführt.
… Wertmesser und Recheneinheit
Dadurch können Kosten, Löhne, Einkommen und Preise von Waren (wie Schuhe oder Bücher) und Leistungen (wie Haare schneiden oder Computerprogramme entwickeln) einheitlich ausgedrückt und verglichen werden. Das erhöht die Verlässlichkeit und Transparenz im Wirtschaftsleben und schafft erst die Basis für Preis- und Kostenkalkulationen. Im Eurosystem und damit auch in Österreich nimmt der Euro die Rolle der Recheneinheit ein.
… sowie als Wertaufbewahrungsmittel
Geld wird nicht immer sofort nach Erhalt wieder ausgegeben, sondern oft für einen späteren Bedarf aufbewahrt. Voraussetzung dafür ist, dass es wertbeständig ist, denn wenn das allgemein akzeptierte Zahlungsmittel rasch an Wert verliert, wird jeder versuchen, es möglichst rasch in Sachwerte (wie etwa besonders haltbare Waren, Immobilien und Gold) oder in stabilere Währungen umzutauschen.
Wer hat das Geld erfunden?
So wie bei vielen bahnbrechenden Erfindungen, wie etwa dem Rad oder der Schrift, ist der genaue Erfinder des Geldes nicht bekannt. Vor rund 2.500 Jahren entstanden im kleinasiatischen Königreich Lydien aus genormten Edelmetallklümpchen die ersten Münzen. Auf dem Gebiet des heutigen Österreich traten die ersten Münzen um 150 v. Chr. auf. Weitere Informationen zu keltischen Prägungen, zu mittelalterlichen Pfennigen, zu den prächtigen Talermünzen der Habsburger und zur österreichischen Geldgeschichte sind im Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und unter www.geldmuseum.at verfügbar.
„Geld dient als Zahlungsmittel, als Recheneinheit und als Wertaufbewahrungsmittel. Damit es all diese Funktionen erfüllen kann, müssen die Menschen, die es verwenden, Vertrauen in seine Stabilität haben.“