Glossar

Was bedeutet …


… Bargeld: umfasst alle Banknoten und Münzen, die den Bestand an gesetzlichen Zahlungsmitteln bilden. Im Eurogebiet: Euro und Cent.

 

…Basel II: ein internationales Regelwerk für Kreditvergaben, das mögliche Risiken noch genauer erfasst.

 

… Buchgeld (auch: Giralgeld): bezeichnet bargeldlose Zahlungsmittel wie Sichteinlagen, Spareinlagen bzw. Termineinlagen, über die mittels Überweisung oder Behebung verfügt werden kann.

 

… Deckungswerte: tragen dazu bei, die Verpflichtungen der Nationalbank (vor allem den Banknotenumlauf) zu besichern. Dazu zählen u. a. Gold, Devisen und Wertpapiere.

 

… Deflation: das Gegenteil von Inflation, also eine Entwicklung, bei der das gesamtwirtschaftliche Preisniveau über einen längeren Zeitraum sinkt.

 

… Devisen: Geldforderungen – also Wechsel, Schecks und Zahlungsanweisungen –, die in einer ausländischen Währung ausgestellt sind.

 

… EU-Rat: Organ der Europäischen Gemeinschaft, das aus Regierungsvertretern der EU-Mitgliedstaaten besteht.

 

… Euro: Bezeichnung der europäischen Währung, wie bei der Tagung des Europäischen Rates am 15. und 16. Dezember 1995 in Madrid beschlossen. Seit 1. Jänner 2002 gesetzliches Zahlungsmittel in den Ländern der Europäischen Währungsunion.

 

… Eurogebiet: s. Europäische Währungsunion

 

… Europäische Währungsunion (EWU): umfasst die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben und für die die  einheitliche Geldpolitik gilt: Belgien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Finnland, Slowenien, Malta, Zypern, Slowakei. Diese Raum wird auch als Euroraum oder Euro-Währungsgebiet bezeichnet.

 

… Europäische Zentralbank (EZB): stellt sicher, dass die dem Eurosystem und dem System der Europäischen Zentralbanken (ESZB) übertragenen Aufgaben nach Maßgabe der Satzung des ESZB entweder von ihr selbst oder von den nationalen Zentralbanken erfüllt werden. Sie wurde am 1. Juni 1998 gegründet und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

 

… Europäisches System der Zentralbanken (ESZB): besteht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Zentralbanken aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union, also auch aus jenen EU-Ländern, die den Euro noch nicht eingeführt haben. Die Organe des ESZB sind das EZB-Direktorium, der EZB-Rat sowie der Erweiterte Rat.

 

… Eurosystem: umfasst die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Zentralbanken derjenigen EU-Mitgliedstaaten, die den Euro eingeführt haben. Das Eurosystem wird vom EZB-Rat und dem Direktorium der EZB geleitet und führt seit 1. Jänner 1999 die einheitliche Geldpolitik im Euroraum durch. Vorrangiges Ziel: Gewährleistung der Preisstabilität.

 

… EZB-Direktorium: Das EZB-Direktorium ist eines der Beschlussorgane der Europäischen Zentralbank (EZB). Es führt die Geldpolitik gemäß den Leitlinien und Entscheidungen des EZB-Rates aus und erteilt den nationalen Zentralbanken die erforderlichen Weisungen. Es besteht aus dem EZB-Präsidenten, einem Vizepräsidenten und maximal vier Direktoren.

 

… EZB-Rat: besteht aus sämtlichen Mitgliedern des EZB-Direktoriums und den Gouverneuren der nationalen Zentralbanken jener EU-Mitgliedstaaten, die den Euro eingeführt haben.

 

… Erweiterter Rat: besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der EZB sowie den Gouverneuren der nationalen Zentralbanken aller EU-Mitgliedstaaten.

 

… Fazilität: Fachbegriff aus dem Bereich geldpolitischer Instrumente. Darunter wird die Möglichkeit für Geschäftspartner verstanden, Liquidität von der Zentralbank zu erhalten oder dort einzulegen.

 

… Geldmenge: jener Geldbetrag, der in einem Land zu einer bestimmten Zeit zirkuliert.

 

… Geldpolitik: Dazu zählen alle Maßnahmen, mit denen die Zentralbanken die Zinssätze auf dem Geldmarkt und damit die Geldversorgung eines Landes steuern. Die Zentralbanken des Eurosystems achten darauf, die Geldversorgung in ihrem Land so zu bemessen, dass die Preise möglichst stabil bleiben und die Wirtschaft ihre Wachstumsmöglichkeiten ausschöpfen kann.

 

… Geldschöpfung: das Schaffen neuen Geldes, indem die Banken Kredite gewähren. Ihre Möglichkeiten, Geld zu schaffen, werden durch die gesetzlichen Vorschriften über die Mindestreserven beeinflusst sowie durch die Bereitschaft der Zentralbank, die Geldversorgung zu erhöhen oder zu verknappen.

 

… Giralgeld: siehe Buchgeld

 

… HVPI: Harmonisierter Verbraucherpreisindex. Misst die Inflationsrate für alle EU-Staaten nach weitgehend gleichen Methoden und Verbrauchsgruppen. Der HVPI ist der maßgebliche Inflationsindikator für die Geldpolitik im Eurosystem.

 

… Inflation: Kaufkraftverlust durch fortschreitende Geldentwertung, die durch einen ständigen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus gekennzeichnet ist. Preiserhöhungen nur bei einzelnen Gütern oder Dienstleistungen bedeuten keine Inflation.

 

… Kreditinstitut: ein Unternehmen, das Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder entgegennimmt und Kredite für eigene Rechnung gewährt. Zu den häufigsten Formen zählen Banken und Sparkassen.

 

… Liquidität: die „Geldnähe“ von Vermögenswerten, d. h. sofort bzw. kurzfristig verfügbare finanzielle Mittel, wie Kassabestand und Guthaben bei Kreditinstituten oder auch Aktiva, die durch Verkauf oder Belehnung rasch zu Geld gemacht werden können.

 

… Mindestreserve: ein geldpolitisches Instrument der Zentralbank, das darin besteht, dass Banken einen Teil ihrer Einlagen bei der Zentralbank halten müssen.

 

… Nationalbankgesetz: gibt den vom Parlament beschlossenen rechtlichen Rahmen für die Tätigkeit der OeNB vor.

 

… Oesterreichische Nationalbank: Zentralbank der Republik Österreich und als solche integraler Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB).

 

… Offenmarktgeschäft: Wertpapiergeschäft, das auf Initiative der Zentralbank zustande kommt und auf dem „offenen“ (d. h. „anonymen“) Markt durchgeführt wird. Es wird eingesetzt, um Zinssätze und Liquidität auf dem Geldmarkt zu steuern und Signale bezüglich des geldpolitischen Kurses (Geldpolitik) zu geben.

 

… Preisstabilität: liegt vor, wenn sich das gesamtwirtschaftliche Preisniveau nicht oder nur sehr wenig verändert. Preisstabilität zu gewährleisten, ist das vorrangige Ziel des –>Euro­systems. Nach der Definition des EZB-Rats liegt Preisstabilität vor, wenn der jährliche Anstieg des –> Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für den Euroraum unter, aber nahe bei 2 Prozent liegt.

 

… Scheidemünzen: sind Münzen in hoheitlich definierten Werteinheiten, wobei dieser Wert (Umlaufwert) den Metallwert übersteigt. Zu den Scheidemünzen zählen in Österreich sowohl die gemeinschaftlich harmonisierten Euro- und Cent-Münzen mit Eigenschaft eines gesetzlichen Zahlungsmittels in allen Euro-Ländern als auch Sonderanfertigungen von diesen sowie Gedenkmünzen, die jeweils nur in Österreich gesetzliches Zahlungsmittel sind, und so genannte Bullionmünzen.

 

… Valuten: Banknoten oder Münzen in ausländischer Währung.

 

… VPI: Verbraucherpreisindex, stellt dar, wie sich die Preise für den Warenkorb eines Haushalts im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr oder Vormonat verändert haben. Der VPI wird häufig zur Messung der –> Inflation verwendet.

 

… Wirtschafts- und Währungsunion (WWU): kam in einem dreistufigen Prozess zustande. Die 1. Stufe begann am 1. Juli 1990 und war in erster Linie vom Abbau der Beschränkungen des freien Kapitalverkehrs gekennzeichnet. Die 2. Stufe begann am 1. Jänner 1994 und sah unter anderem die Errichtung des Europäischen Währungsinstituts (dem Vorläufer der Europäischen Zentralbank), das Verbot der monetären Finanzierung der öffentlichen Hand durch die Zentral­banken und die Vermeidung übermäßiger Defizite in den öffentlichen Finanzen vor. Die 3. Stufe begann am 1. Jänner 1999 mit der Übertragung der geldpolitischen Zuständigkeit auf das Eurosystem und der Einführung des Euro als Buchgeld; Anfang 2002 wurde der Euro auch als Bargeld eingeführt.

 

… Zahlungsbilanz: stellt die wirtschaftlichen Transaktionen zwischen dem In- und dem Ausland systematisch dar.

 

… Zentralbankgeld: das von der Zentralbank geschaffene Geld. Es existiert in Form von Sichtguthaben bei der Zentralbank oder als Bargeld in Form von Banknoten und Münzen.

 



Abkürzungsverzeichnis 
BIZBank für Internationalen Zahlungsausgleich
BWGBankwesengesetz
EGEuropäische Gemeinschaft
ESZBEuropäisches System der Zentralbanken
EUEuropäische Union
EUREuro
EWUEuropäische Währungsunion
EZBEuropäische Zentralbank
FMAFinanzmarktaufsicht
GSAGeldservice Austria Logistik für Wertgestionierung und Transportkoordination GmbH
HVPIHarmonisierter Verbraucherpreisindex
IWFInternationaler Währungsfonds
KAGKapitalanlagegesellschaft
NBGNationalbankgesetz
OeBSOesterreichische Banknoten− und Sicherheitsdruck GmbH
OeNBOesterreichische Nationalbank
OECDOrganisation for Economic Co−operation and Development
VPIVerbraucherpreisindex
WWUWirtschafts− und Währungsunion