E-Commerce und E-Payment


Internetnutzung in Österreich

Entwicklung der Euro Banking Association (EBA)

 

Bei ÖstereicherInnen über 15 Jahren lag der Anteil der Inter­net­nutzer im 2. Quartal 2007 bei 52 %. Weitere 2 – 3 % nutzen diese Technologie mit Hilfe anderer. Der Umgang mit dem Internet korreliert nach wie vor primär mit dem Alter und mit dem Bildungshintergrund.

Beispielsweise liegt die Nutzungsrate bei Personen unter 44 Jahren mit Matura bei über 90 %. Hingegen nutzen nur 15 % der Personen über 60 das Internet.




Die häufigsten Zahlungsarten

Im Rahmen der Untersuchung der Zahlungsmittelverwendung der Österreicherinnen und Österreicher bei Bestellungen im Internet zeigte sich, dass mit rund 52 % aller im Internet getätigten Transaktionen die Banküberweisungen den mit Abstand höchsten Anteil an den getätigten Zahlungen bilden. Kreditkarten werden bei 30 % der Transaktionen verwendet. An dritter Stelle folgt die Bezahlung per Nachnahme mit einem Anteil von 13 %. Allerdings beträgt der Anteil der Internetzahlungen am Zahlungsvolumen privater Haushalte bisher nur 1%.  



Beispiele für in Österreich verfügbare Internetzahlungsarten:



Online-Banking

44% der Internetuser nutzten im 2. Quartal 2007 Online-Banking, das entspricht knapp einem Viertel der Gesamtbevölkerung (23 %). Bei Personen welche zumindest über Maturaniveau verfügen liegt die Nutzungsrate bei 54 %. Dabei verwenden zur Authentifizierung und Autorisierung 95 % das PIN/TAN Verfahren, 5 % eine Kombination aus fixem PIN und SMS Code via Mobiltelefon (TAC) und 6 % nutzen die digitale Signatur. Da einige Personen auch Produkte bei verschiedenen Banken besitzen waren hier auch Mehrfachantworten möglich. Andere Möglichkeiten wie die Nutzung von biometrischen Merkmalen wie Fingerabdruck oder der Einsatz eines Tokens, der jede Minute neue Einmal-Passwörter generiert, wurden in keiner relevanten Fallzahl beobachtet.  



eps Online Überweisung

Auch die heimischen Banken sind im Bereich innovativer Zahlungsformen für das Internet sehr aktiv. Der e-payment standard (eps) wurde von den österreichischen Banken BA-CA, BAWAG/P.S.K., ERSTE Bank/Sparkassen und Raiffeisenbanken in Kooperation mit der STUZZA entwickelt. eps ist eine einheitliche, normierte, technische Schnittstelle zwischen Händler (z. B. Webshop Betreiber, E-Government-Applikation) und österreichischen Banken für Online-Zahlungen, die in Applikationen von Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung eingebunden werden kann. eps setzt auf der jeweiligen E-Banking-Applikation auf, der Webshop-Kunde bezahlt in seiner gewohnten E-Banking-Umgebung, ohne dem E-Shop-Betreiber seine Kontonummer bekannt zu geben. Aktuell bieten über 150 Web-Shops eps als Zahlungsmöglichkeit an.



Online Zahlung mit Kreditkarte oder der Bankomatkarte „Maestro“

Die Kreditkarte ist nach Banküberweisungen eines der beliebtesten Zahlungsmittel der ÖsterreicherInnen im Internet. Zur Erhöhung der Sicherheit haben sich MasterCard und VISA im Rahmen von 3-D Secure (Three Domain Secure) auf ein einheitliches Protokoll für Online-Zahlungen geeinigt. Die jeweilige Umsetzung heißt „Verified by VISA" (seit Ende 2003 in Österreich) und „MasterCard Secure Code" (Österreich-Start im 2. Quartal 2004). 3-D Secure stellt im Wesentlichen eine zusätzliche Authentifizierung des Kunden dar, welche eine Abstreitbarkeit der Zahlung durch den Kunden verhindert. Seit dem 3. Quartal 2005 bietet die Europay Austria mit „Maestro Secure Code" auch für die österreichische Debitkarte ein sicheres Online-Zahlungsverfahren für Händler und Karteninhaber an.



@Quick

Die österreichische Elektronische Geldbörse kann bereits seit 2001 unter dem Produktnamen „@Quick" auch für Zahlungen im E-Commerce eingesetzt werden. Hierfür ist der Einsatz eines handelsüblichen Kartenlesers Voraussetzung. 2006 wurden 8.017 Transaktionen in einem Gesamtwert von 1,9 Mio. Euro mit @Quick getätigt.



paysafecard

paysafecard startete im Jahr 2000 in Österreich und ist seit Mai 2001 auch in Deutschland aktiv. Es handelt sich dabei um ein vorausbezahltes Zahlungsinstrument, bei dem das Guthaben zentral verwaltet wird. Mittels PIN –der auf Rubbelkarten, Ausdrucken oder online erworben werden kann – wird auf diese Guthaben zugegriffen. In Österreich wird die paysafecard von der BAWAG P.S.K. herausgegeben.



PayPal

PayPal nutzt E-Mail und die Website als Kommunikationsmittel, die E-Mail-Adresse diente zur Authen­ti­fi­zierung. PayPal wurde in den USA gegründet und ist mittlerweile in mehr als 190 Ländern aktiv. Der Europäische Sitz des Unternehmens ist seit Juli 2007 in Luxemburg wo Paypal eine auf e-Geld beschränkte Banklizenz hält. Ein wesentlicher Teil der PayPal-Transaktionen geht auf den Online-Marktplatz eBay zurück, von welchem PayPal im Jahr 2002 übernommen wurde. Weiters hat sich diese Bezahlform bei zahlreichen Online-Portalen von Fluglinien etabliert, bei einigen Billigfluglinien ist dies die einzige akzeptierte Zahlungsart. Von den laut Unternehmensangaben 143 Millionen Kundenkonten weltweit, entfallen 35 Millionen auf Europa.




Billingverfahren

Billingverfahren treten typischerweise im Micropayments-Bereich auf und aggregieren die Trans­ak­tionen über einen bestimmten Zeitraum, um sie danach den Kunden gesammelt in Rechnung zu stellen. Das deutsche Unternehmen FIRSTGATE integrierte im Jahr 2002 das österreichische Lastschriftverfahren in seine Billing-Lösung mit dem Namen „click&buy“ und vermarktet das Verfahren seit 2004 aktiv in Österreich. 

 

bill-it-easy ist ein weiteres Billingverfahren und bietet seit 2004 die Möglichkeit Zahlungen über die Rechnung des Internet Service Providers abzuwickeln.



Weitere Infos:

Stix, H., K. Wagner.2006. „Wie zahlen die Österreicher im Internet?. Geldpolitik und Wirtschaft 3/2006

 

Lammer, T. 2006. Handbuch E-Money, E-Payment & M-Payment. Heidelberg. Physica Verlag

 

Lammer, T. 2004. Mobile Payment Systems. Grundlagen-Praxisbeispiele-Erfolgsstrategien. Innsbruck-Wien-Bozen. StudienVerlag

 

 

OeNB Zahlungsmittelumfragen


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