Euroisierung von Verbindlichkeiten

Schon vor dem Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 wurden die potenziellen Auswirkungen der Fremdwährungskreditvergabe in CESEE auf die Stabilität der Volkswirtschaften und der Finanzsysteme thematisiert. Als die Krise CESEE erfasste, kam es in manchen Ländern zu markanten Wechselkursschwankungen und zu einer starken Belastung der finanziellen Lage privater Haushalte. Die Sorge, dass eine steigende Zahl von Haushalten ihre Fremdwährungskredite nicht mehr bedienen könnte, rückte die Risiken von Fremdwährungskrediten zunehmend ins Zentrum der politischen Diskussion.

Die Daten aus dem OeNB Euro Survey ergänzen Statistiken auf Makroebene und ermöglichen die Analyse von kausalen Zusammenhängen. So wird mit Hilfe der Umfragedaten z. B. untersucht, ob eine Privatperson vorhat, in nächster Zukunft einen Kredit aufzunehmen, warum Privatpersonen Fremdwährungskredite aufnehmen, welche Rolle Banken bei der Vergabe von Fremdwährungskrediten spielen, ob Fremdwährungskreditnehmerinnen und -nehmer sich der einhergehenden Risiken bewusst sind, oder welche Faktoren für das Ansteigen des Zahlungsverzugs in CESEE verantwortlich sind.

Die untenstehenden Grafiken bieten folgende Informationen: Häufigkeit von Krediten in Landes- bzw. Fremdwährung; Zwecke für alle Kredite; Zweck für den größten und wichtigsten Kredit; Absicht der Befragten, im nächsten Jahr einen Kredit aufzunehmen und Zweck eines solchen Kredits.

  • Häufigkeit eines Kredits in Landes- bzw. Fremdwährung (links: 2-Jahresdurchschnitte im Zeitverlauf), Zwecke für alle Kredite (Mitte: Durchschnitt 2011–2014) und Zweck für den größten und wichtigsten Kredit (rechts: Durchschnitt 2017–18). Siehe dazu Beckmann, Scheiber and Stix, 2011
  • Geplante Kreditaufnahme im Lauf des nächsten Jahres (links), davon: Anteil jener Befragten, die beabsichtigen, einen Fremdwährungskredit aufzunehmen (rechts), 2-Jahresdurchschnitte

  • Zweck der geplanten Kredite: Wohnraum (links), Konsum (rechts); 2-Jahresdurchschnitte