Euroisierung von Vermögen

Euro-Bargeldbestände

Eine Dimension der Euroisierung von Vermögen ist die Verwendung von Bargeld in Fremdwährung als sicheres Wertaufbewahrungsmittel oder als sekundäres Zahlungsmittel. Der OeNB Euro Survey liefert einzigartige Daten über Bargeldbestände in Fremdwährung.

  • Häufigkeit von Euro-Bargeldbeständen unter Gebietsansässigen, links: Landkarte mit Durchschnitt von 2007 bis 2012; rechts: im Zeitverlauf (2-Jahresdurchschnitte).
  • Höhe der Euro-Bargeldbestände pro Kopf (links) und Währungssubstitutionsindex, d. h. Verhältnis von Euro-Bargeldbeständen zum Bargeldumlauf insgesamt (rechts); Durchschnittswerte

Die drei wichtigsten Ergebnisse des OeNB Euro Survey zur Frage der Euro-Bargeldbestände sind folgende:

  • der Anteil der Befragten, die über Bargeldbestände in Fremdwährung verfügen, ist in einigen CESEE-Ländern beträchtlich, wobei zwischen den einzelnen Ländern große Unterschiede bestehen.
  • der Euro spielt in allen Umfrageländern eine vorherrschende Rolle, wie die Aufgliederung nach Währungen zeigt.
  • in Südosteuropa, wo der Anteil von Euro-Bargeld am gesamten Bargeldumlauf (Währungssubstitution) im Jahr 2007 relativ hoch war (siehe dazu Scheiber und Stix 2009), war eine besonders ausgeprägte Abnahme der relativen Bedeutung von Euro-Bargeld im Vermögensportfolio von Privatpersonen sowie des absoluten Werts der Euro-Bargeldbestände zu beobachten.
  • Anteil der Befragten mit starker Bargeldpräferenz

Mangelndes Vertrauen in das Bankensystem (vor allem mangelndes Vertrauen in die Sicherheit der Spareinlagen) ist einer der Hauptgründe für die markante Neigung von Privatpersonen, einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens als Bargeld zu Hause statt als Bankguthaben aufzubewahren. Dies geht aus der Studie Stix (2013) hervor, in der die Bargeldpräferenz genauer beleuchtet wird. Dieses Phänomen ist besonders in jenen Ländern auffällig, welche in der Vergangenheit von Bankenkrisen betroffen waren. Ferner spielen bei der starken Bargeldpräferenz ein schwacher institutioneller Rahmen, d. h. mangelnde rechtliche Durchsetzbarkeit oder lückenhafte Steuereinhebung, sowie eine niedrige Marktdurchdringungsrate der Banken eine wichtige Rolle. Stix (2013) liefert außerdem empirische Evidenz dafür, dass in jenen Ländern, die einen hohen Grad an Euroisierung aufweisen, die Präferenz für Bargeld besonders ausgeprägt ist.

Spareinlagen

Aus einschlägigen Statistiken geht hervor, dass ein beträchtlicher Anteil der Spareinlagen von Privatpersonen in der CESEE-Region in Fremdwährung – vor allem Euro – denominiert ist. Es stellt sich die Frage, wie sich das Vermögen dieser Haushalte im Detail zusammensetzt. Der OeNB Euro Survey gibt Aufschluss über die Struktur der Ersparnisse von Privatpersonen in CESEE-Ländern und die Bedeutung von Fremdwährungseinlagen oder alternativen Anlageformen, z. B. Lebensversicherungen, Investmentfonds, Anleihen und Aktien.

  • Häufigkeit von Sparbüchern unter Gebietsansässigen, Mehrjahres-Durchschnitte
  • Einlagensubstitutionsindex, d. h. das Verhältnis von Fremdwährungseinlagen zu Gesamteinlagen der privaten Haushalte (Jahresdurchschnitt)

  • Hypothetische Sparentscheidung: Frage nach der Währung, in der ein bestimmter Betrag angelegt würde (Vergleich 2011/12 mit 2017/18)

Ausmaß der Euroisierung von Vermögen insgesamt

Aus den Mikrodaten des OeNB Euro Survey zu den Euro-Bargeldbeständen und den Makrodaten über die Fremdwährungseinlagen privater Haushalte lässt sich eine Messgröße für die Verbreitung des Euro (Euroisierung) in der CESEE-Region insgesamt ableiten. Diese errechnet sich als die Summe der Euro-Bargeldbestände pro Kopf und der Fremdwährungseinlagen pro Kopf als Anteil an den Gesamtbargeldbeständen bzw. Gesamtspareinlagen pro Kopf (siehe Scheiber and Stix, 2009). Der Euroisierungsindex ist im Zeitverlauf relativ stabil, was für eine hohe Beständigkeit (Persistenz) des Sparverhaltens von Privatpersonen spricht.

  • Euroisierungsindex, d. h. Verhältnis der Euro-Bargeldbestände und Fremdwährungseinlagen zu Gesamtbargeldbeständen und Gesamtspareinlagen (Jahresdurchschnitt).